Sind Dipl-Ings die besseren Menschen?

Beschimpfungen von einer studierten

Der Artikel besteht aus 1127 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 04:30 Minuten

Uni-Abschluss

Das ich und meine Art und Weise sehr stark polarisieren, das weiß ich schon lange. Entweder mag man mich oder man lehnt mich kategorisch ab.

Ich habe schon das eine oder andere Gefecht - auch in Foren oder Netzwerken - ausgefochten. Doch was mir jetzt am Wochenende passiert ist, habe ich so noch nicht erlebt.

Doch von vorn:

Weil ich nach gerade mal 5 Monaten schon wieder auf der Suche nach einem neuen Job und eigentlich auch schon fündig geworden bin, aber noch eine weitere Bewerbung laufen habe, habe ich auf dem Business-Netzwerk XING in einer Gruppe nachgefragt, wie ich mich verhalten soll. Denn die eine Firma will mich schon am Donnerstag einstellen, die andere ist aber mit der Sichtung der Bewerbungen noch nicht durch.

Ich fragte, wie ich mich nun verhalten solle.

Ich bekam Antworten auf den Thread und - nicht unbedingt überraschend - auch via persönlicher Nachricht. Doch das, was die Person mir schrieb, hätte ich gerade und erst recht von einer angeblich gebildeten Person nicht erwartet.

los gepoltert ohne Sinn und Verstand

Sie polterte los, wie chaotisch doch mein Profil sei, fragte mich was

der Scheiß

auf dem Profil solle. Gemeint war die Referenz eines Sportvereins, die ich dort hochgeladen hatte.

Auch das ich die Feeds meiner beiden Blogs (themenfreund und salzsau-panorama) dort veröffentliche, fand sie absolut daneben. Allerdings werden sie in schöner Regelmäßigkeit geliked.

Sie verlinkte dann noch die Suchmaske der Jobbörse von der Agentur für Arbeit, und sagte mir, ich solle es doch mal in der dort angegebenen Branche versuchen. Tja, leider war die Suchmaske leer - was mir also nicht wirklich weiterhelfen sollte.

Auf meine sachliche Art habe ich ihr dann mein komplettes Berufsleben geschildert, das weshalb und warum es bei den verschiedenen Arbeitgebern nicht langfristig funktioniert hat. Ich bat Sie, mir ein bestimmtes Kürzel (CV) zu erklären und mir doch bitte zu sagen, welche Branche sie meinen würde. Denn leider wäre die Suchmaske der Agentur für Arbeit leer gewesen.

Ich schrieb ihr, das in Firmen wie jenen in denen ich bislang gearbeitet habe - wo es meist nur Chef und dann eben ein paar Angestellte gab - der Unternehmer die Arbeit zur Wohlfühloase oder zur Hölle machen würde. Und auf meiner Noch-Arbeitsstelle ist eben die Hölle der Fall.

Als Antwort bekam ich, das ich ja nur jammern würde. Sie hätte es mit prügelndem Ehemann und Alkoholkranken Eltern doch wesentlich schlimmer gehabt und trotzdem bei Null wieder angefangen. Und jetzt sei sie Dipl-Ing, habe seit 23 Jahren ein funktionierendes Geschäft und einen tollen Ehemann. Auf meine Fragen ging sie nicht mal im Ansatz ein.

mich als chaotisch und als Hilfskraft betitelt

Mein Argument, das mein Lebenslauf sicher nicht so chaotisch wäre wie mein Profil es angeblich sei, da es erst vor einem halben Jahr mit einem Mitarbeiter vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft zusammen auf Vordermann gebracht wurde, kam die arrogante und überhebliche Art der Frau dann zum ersten Mal richtig zum Vorschein:

Sinngemäß hieß es:

Ja wenn solche Koryphäen wie die vom Bildungswerk den Lebenslauf mitgestaltet haben, dann muss der ja ganz toll aussehen

Sie schloss diese absurde Nachricht mit den Worten: Machen Sie nur so weiter, sie werden in den nächsten 3 Monaten schon den nächsten Aushilfsjob finden.

Ich habe es in 20 Jahren nicht erlebt, das jemand die Tätigkeit des Kraftfahrers als 'Aushilfsjob' betitelt hat.

Der Versuch, ihr auf diese Nachricht zu antworten, scheiterte: Sie hatte mich blockiert.

Ich eröffnete in der Gruppe einen zweiten Thread, und fragte, wie man mein vorhandenes Profil beurteilen würde. Es kamen sachliche Tipps und Vorschläge. Und da ich auch geschrieben habe, was man mir so an den Kopf geworfen hat, auch die einen oder anderen wohltuenden Worte der Unterstützung.

Leider versäumte ich es, die pöbelnde Intelligenz zu blockieren. So kam es, das ich heute morgen noch mal eine ähnliche Nachricht in meinem Posteingang fand, wie sie sie schon mal schrieb. Sie hätte es ja schlechter gehabt und trotzdem was aus sich gemacht. Die Frage darf sicher gestellt sein: nur was?

Ich kann es in solchen Momenten nicht lassen, zu antworten. Auch wenn ich mir beim Blick auf das Smartphone - hier entdeckte ich die Nachricht als erstes - eigentlich gesagt hatte, nein, darauf reagierst Du nicht.

Also schrieb ich ihr, das ich in den letzten Jahren mehrfach überlegt habe, mich vielleicht umzuorientieren. Doch zum einen wäre ich 50 wenn ich jetzt eine neue Ausbildung anfange und zudem wohl schlecht bezahlter Anfänger. Zum anderen kann ich es mir nicht wirklich leisten, 3 Jahre Ausbildungsgehalt zu bekommen. Dafür hab ich weder die finanziellen Rücklagen noch die familiäre Unterstützung.

Außerdem würde mir der Job als Kraftfahrer Spaß machen.

  • Ich habe meine Ruhe, nicht den ganzen Tag die Kollegen um mich herum,
  • bin trotzdem mit Menschen in Kontakt

und

  • kann mir in der Regel das Arbeitstempo selbst einteilen,

Was darauf als Antwort kam, macht(e) mich fassungslos

Sie ticken nicht ganz richtig, darum werden Sie bei jedem Job rausgeworfen

Gehts noch?

Ganz zu schweigen davon, das ich

  • einmal gekündigt wurde mangels Mitarbeitern. Der 'Chef' hatte ein Fuhrunternehmen, aber wegen Bandscheibenvorfalls bzw. Knie-OP niemanden mehr, der für ihn fahren konnte (und er sich deshalb in die Insolvenz verabschiedete)
  • einmal gekündigt wurde, weil man mangels Aufträgen mich als einzigen Angestellten nicht Vollzeit durchschleppen konnte
  • das letzte mal vor die Tür gesetzt wurde, weil ich von einem Vorgang keine Ahnung hatte, daraus resultierend den Chef versehentlich aus dem Bett geklingelt habe

Und für die drei Fälle kann mir wohl schwerlich jemand einen Vorwurf machen, oder?

Ansonsten war immer ich es, der die Reißleine gezogen hat.

Ich frage mich jetzt: Was bildet sich diese Diplom Ingenieurin eigentlich ein? Was gibt ihr das Recht, so mit einem Menschen umzuspringen, von dem Sie nicht mehr weiß, als das, was in meinem Profil steht. Denn Sie warf mir nebenbei auch noch vor, das kein Chef so einen chaotischen Menschen wie mich einstellen wollen würde.

Was rechtfertigt, das Sie mich dermaßen hochnäsig und überheblich / herablassend behandelt? Was soll mir das gerade in der jetzigen Situation sagen?

Denn ich bin der Ansicht, das Dinge nicht ganz ohne Grund geschehen. Zumindest solche wie diese.

Ich bin sicher der letzte, der Kritik ablehnt und sich nicht selbst hinterfragt. Aber hier habe ich wirklich keine Antwort drauf.

Das einzige, was mir darauf einfällt, ist, das Sie persönlich ein dermaßen großes Problem mit sich selber haben muss. Aber statt das zu klären und aufzulösen, sich selber groß macht, in dem sie anderen unter die Gürtellinie tritt.

Marcus
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