Ein emotional durchaus schwerer Tag

Letzter offizieller Arbeitstag in der alten Firma

Der Artikel besteht aus 569 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 02:16 Minuten

Ortsschild Alter Job - Neuer Job

Es passiert Millionen Male am Tag, und doch ist jeder Fall einzigartig. Viele von Euch kennen sicher, was es heißt, von der alten Arbeitsstelle und liebgewordenen Kollegen Abschied zu nehmen.

Für mich war heute (wieder einmal) so ein Tag.

Es war emotional doch schon etwas schwierig. Schließlich hatte ich mich vor 3 Jahren und 7 Monaten wie Bolle gefreut, das ich nach der Kündigung beim letzten Arbeitgeber so schnell wieder in eine neue Anstellung gefunden hatte, die mir dann auch noch Spaß machte.

Aber wie das bei mir und meinen Jobs irgendwie so ein Dauerthema zu sein scheint: Ganz gesund war die Firma - finanziell gesehen - von vornherein nicht.

Von Beginn an gab es das Gehalt nur in Abschlagszahlungen. Womit man sich aber die Monate über arrangieren konnte.

Richtig Problematisch wurde es dann im vergangenen Oktober:

Erst fiel unser Niederlassungsleiter wegen Burn-Out für lange Zeit aus - bis heute hat er nur mehr jeweils ein paar Tage am Stück geschafft, bis es ihn wieder in die waagerechte riss. Dann kam anscheinend das Finanzamt mit Altforderungen.

Und das war dann der endgültige Knackpunkt. Von da an ging es nur noch bergab.

Mittlerweile ist es so schlimm geworden, das die übrig gebliebenen Festangestellten - als da wären 2 von ehemals um die 6 Fahrer und drei, bzw. 4 Büro-Angestellte - dieser Tage die erste Abschlagszahlung für September erhalten haben.

Mich hat diese unpünktliche Zahlungsweise mehr oder minder richtig rein gerissen. Von um die 1000 Euro Miese auf dem Konto, bin ich jetzt bei mehr als 2000 angekommen. Ein Kollege, der im Januar geht - und zwar in die Rente - hat sogar deswegen einen Kredit aufnehmen müssen, um seine finanziellen Angelegenheiten erledigen zu können.

Das Arbeitsgerät - die Transporter und Lkw - sehen die Werkstatt nur, wenn der TÜV es verlangt, oder wenn es wirklich nicht mehr anders geht, weil es irgendwo wieder zwickt. Ein Fahrzeug hat mittlerweile 60.000 KM über Inspektionsintervall auf der Uhr. Der Sprinter, mit dem ich heute unterwegs war, kommt schon auf 17.000.

Das ging und geht natürlich gar nicht.

So kam es im August, das ich mir einen neuen Job geangelt habe. Ich bleibe in der Branche, und auch in Lüneburg, sattele aber zum Großteil ins Büro als Disponent um. Im neuen Job wird es - zumindest ist das verabredet - ein festes Gehalt geben. Und der Chef soll, wie ich gehört habe, pünktlichst zahlen.

Mir ist der Abschied von der jetzigen Firma alles andere als leicht gefallen. Ich habe dort wirklich gerne gearbeitet. Und das trotz der ganzen Kapriolen, die man sich bei den Disponenten geleistet hat. Aber wenn die Nebengeräusche die Arbeit dermaßen überlagern, muss man irgendwann die Reißleine ziehen. Da helfen dann auch die beste Zusammenarbeit und die netteste Kollegialität nicht, die ich in meinem bisherigen Arbeitsleben erlebt habe.

Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich dort meine Rente erreicht.

Nun hoffe ich, das der neue Job die Beständigkeit bringt, die ich mir schon im jetzigen Arbeitsplatz erhofft hatte. Ich jedenfalls werde alles in meiner Macht stehende tun, um nicht wieder nach 3 1/2 Jahren den nächsten Job suchen zu wollen bzw. müssen.

Die nächsten 10 Tage werde ich damit zubringen, zu versuchen, die Emotionalität abzulegen und mich auf die nächste Herausforderung - und das wird es werden - vorzubereiten.

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1 Kommentar

  1. Irgendwas scheint immer nicht zu passen. Egal, was man macht, irgendein Haar ist immer in der Suppe. Kommt’s mir vor, als ob es immer und bei jedem so wäre. Wobei du natürlich schon eine Extremsituation schilderst, wenn da scheinbar das Geld beim Arbeitgeber ausgeht. Trotzdem ist es ja doch irgendwie meistens so, dass eigentlich vieles passt, aber irgedein wesentlicher Punkt dann halt doch nicht. Oft natürlich dann einfach die zu geringe Entlohung oder der zu große Arbeitsaufwand. Nachdem ich es leid war, hab ich mich ab in die freiberufliche Selbstständigkeit aufgemacht. Jetzt fehlen mir die Kollegen.. 😀
    Guten Start & LG Stefan

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