Gewerbetreibende werden wieder geködert

USTID-Nr.de wirbt mit Eintragung in Online-Datenbank

Hinweis: Dieser Beitrag ist älter als ein Jahr und daher vielleicht nicht mehr aktuell.
Wirtschaft

Nicht ganz zwei Jahre ist es her, als das unseriöse Geschäftsgebaren der Gewerbeauskunft-Zentrale für ein gewaltiges rauschen in den Medien sorgte.

Mit einem Schreiben, das dem der staatlichen Behörden sehr ähnlich sah, versuchte man Gewerbetreibende dazu zu bewegen, sich und ihre Daten in eine Internet-Datenbank eintragen zu lassen. Für eine horrende Summe von fast 600 Euro pro Jahr. Der Nutzen einer solchen Datenbank für die angeschriebenen ist aber nicht wirklich belegbar und bewegt sich vermutlich nahe des Nullpunktes.

Der einzige, der von diesen Datenbanken profitiert, ist der Anbieter.

Das fiese an dieser Masche damals war. das man erst im Kleingedruckten auf die monatlich anfallenden Kosten hingewiesen wurde. Im eigentlichen Anschreiben war meiner Erinnerung nach damals keine Rede von den Kosten und der zwei Jahre währenden Bindung an die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH.

Nur ein Profiteur: Der Betreiber

Die Firma wurde damals mit Klagen überzogen, was die Betreiber aber nicht aus der Ruhe brachte, mit ihrer betrügerischen Masche weiter zu machen.

Aber das Geschäft scheint auch heute noch zu florieren.

Denn das diese Masche immer noch Geld einzubringen scheint, dafür spricht ein Schreiben, welches mir heute ins Haus flatterte. Diesmal wirbt eine Firma namens Zentrales Gewerberegister zur Erfassung inkl. USt-IdNr. DR Verwaltung AG aus Bonn.

Dafür sorgen, das einem (unbedarften) das Angebot nicht spanisch vorkommt, soll zum einen wohl der in der linken oberen Ecke in einem Ausschnitt zu sehende Bundesadler. Den dürfen – meines Wissens nach – nur staatliche Behörden (komplett abgebildet) verwenden.

Zum anderen bietet man den zu ködernden Geschäftsleuten die kostenlose Rückantwort per Fax mit einer 0800er Nummer an.

Mal ganz davon ab, was es einem Gewerbetreibenden bringen soll, seine USTiD in irgendeiner Datenbank registrieren zu lassen, ist das die gleiche Masche wie die der Düsseldorfer Firma.

In dem Schreiben ist von Gesetzen die Rede, die 2011 – Steuervereinfachungsgesetz – und 2003 (Steueränderungsgesetz) erlassen wurden. Und das mit der Datenbank die Rechnungsstellung und Abrechnungsprozesse vereinfacht werden sollen.

Klingt in meinen Ohren reichlich Abstrus – um nicht zu sagen schwachsinnig.

Masche erinnert an Gewerbeauskunft-Zentrale

Man will sich für Nichts – außer der Eintragung der evtl. gesendeten Daten – gut bezahlen lassen. Dabei ist man allerdings etwas kulanter als die Düsseldorfer Kollegen es waren – und wohl auch immer noch sind. Denn man will inkl. Umsatzsteuer ’nur‘ rund 475 Euro pro Jahr von den Leuten berappen, die sich das Kleingedruckte eben nicht durchgelesen haben.

Im Gegensatz zur Masche von vor zwei Jahren nennt man diesmal im Anschreiben Ross und Reiter. Sowohl die 2jährige Vertragsbindung wie auch die Nettokosten werden explizit genannt.

Nichts desto trotz: Wie auch schon vor zwei Jahren wird auch dieses Schreiben durch den Reißwolf wandern.

Also Leute: Passt auf, was ihr unterschreibt, wenn ihr augenscheinlich amtliche Formulare unterschreiben wollt. Lest das Kleingedruckte:

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1 Kommentar

  1. Eine vergleichbare „Masche“ richtet sich an die – oftmals im Geschäftsverkehr recht unerfahrenen – Gründer von Unternehmergesellschaften (UG haftungsbeschränkt).

    Mehr oder weniger unseriöse Firmen besorgen sich die Daten der oftmals gerade erst erfolgten Eintragung über das Handelsregister und übersenden dann per Post Schreiben, die vom Aufbau und der Gestaltung so aufgemacht sind, als handele es sich um Briefe, Rechnungen etc. von Behörden oder öffentlichen Stelle. Oft ist dem Schreiben auch gleich ein Überweisungsträger beigefügt.

    Obwohl diese Briefe (und Briefumschläge!) zum Teil hochoffiziell bzw. behördlich aussehen, handelt es sich bei den Schreiben lediglich um eine OFFERTE oder ein ANGEBOT, das erst durch die Zahlung des angegebenen Betrags angenommen wird.

    Empfehlung an die UG-Gründer: Genau das „Kleingedruckte“ zu lesen und die Offerten nicht anzunehmen!

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