Der übertriebene Machtanspruch des GDL-Chefs

Weselsky nimmt ganzes Land in Geiselhaft


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Er hat begonnen: Der inzwischen 6. Streik der Lokführer in der Tarifrunde 2014 bei der Bahn. Hinzukommen die beiden Warnstreiks.

Ging es zu Beginn noch (einigermaßen) Glaubhaft um eine Lohnerhöhung von 5 % und der Verkürzung der Wochenarbeitszeit um 2 Stunden, so geht es der GDL mittlerweile rein um die Ausweitung ihres Machtanspruchs. Will sie doch zukünftig auch für Mitarbeiter der Bord-Bistros, Rangierlokführer und Zugbegleiter verhandeln können. Diese sind aber zum Teil bei der EVG - Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft - Mitglied

Doch geht es der ganzen GDL darum? Das wohl eher weniger. Treibende Kraft hinter diesem übertriebenen Machtanspruch ist wahrscheinlich GDL-Chef Klaus Weselsky. Dem 55jährigen Leipiziger attestieren viele schon seit längerem, das er die Bodenhaftung mittlerweile völlig verloren hat. Selbst die, die er als Gewerkschaftsboss eigentlich vertreten soll, die Lokführer, sollen sich mit ihm längst nicht mehr so verbunden fühlen, wie er das nach außen gerne aussehen lässt.

Da wirkt es kaum Wunder, das beim letzten Streik vom 6. bis 10. November ein Fünftel der Lokführer Weselsky die Gefolgschaft verweigert hat und trotz des Streikaufrufes ihrer Arbeit nachgekommen ist.

Als Gewerkschaftschef hat er eine Verantwortung gegenüber seinen Mitgliedern - keine Frage. Aber gerade in seiner Funktion hat er auch eine Verantwortung für das Gemeinwohl. Doch die ist ihm nicht erst seit gestern völlig egal.

Wer nicht seiner Meinung ist, oder wer sich seinem Anspruch nicht bereitwillig fügt, wird - so scheint es - von ihm als Feind betrachtet.

Im Gegensatz zur Deutschen Bahn kann man seitens der GDL bislang nicht vernehmen, das sie sich auch nur einen Millimeter bewegt hat. Im Gegenteil, von der Gewerkschaft der Lokführer kommen nur immer noch mehr Ansprüche. So kann keine Verhandlung erfolgreich abgeschlossen werden.

Obwohl ich selbst von dem Streik nicht betroffen bin, hoffe ich durchaus, das sich die Landesnahverkehrsgesellschaften bei der zukünftigen Vergabe der Lizenzen für Bahnstrecken an das jetzige Desaster erinnern werden, und der Konkurrenz der Bahn den Vorzug geben werden.

Allein beim Fahrplanwechsel im Dezember 2014 verliert die Bahn in Niedersachsen die folgenden Strecken an die Gesellschaft erixx

  1. Hannover – Hildesheim - Bad Harzburg
  2. Braunschweig - Uelzen
  3. Braunschweig - Goslar/Bad Harzburg und
  4. Lüneburg – Dannenberg

Und das zumindest für die Zeit bis 2029.

In Nordrhein-Westfalen sind es zumindest im Raum Köln/Bonn 2 weitere Strecken (Rheine - Krefeld und Köln - Bonn Hbf), die die Bahn nicht mehr bedienen wird.

Das die Bahn die Lizenzen verliert bedeutet für den einen oder anderen Fahrgast vielleicht einen kleinen Mehraufwand, weil er evtl. das eine oder andere Mal öfters umsteigen muss. Doch die 'kleinen', nicht Bahneigenen Unternehmen haben den Vorteil, das bei einem Streik eben nicht gleich ein ganzes Land lahm gelegt wird.

Unternehmen wie die Auto- oder Stahlindustrie können nicht aufhören zu Produzieren oder die Produktion zurückfahren, weil es einer Gewerkschaft mal in den Kopf kommt, die Räder still stehen zu lassen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Lkw Audi, VW und Co. jetzt zusätzlich auf die Straße schicken werden, damit die Produktion nicht wegen fehlender Stellplätze auf dem jeweiligen Betriebsgelände zum erliegen kommt.

Aber daran verschwendet der Machthungrige Weselsky natürlich keinen Gedanken.

Marcus
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