Das Glaubwürdigkeitsproblem von bloggern

Löschen von 'Freunden' = Distanzierung?


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Die Diskussionen im Internet über den Zustand unserer Medienlandschaft, unseren scheißliberalen Umgang mit dem Islam, mit der EU, der Ukraine, Putin und der GroKo kotzen mich an.

So steht es in einem Artikel von Horst Schulte heute zu lesen.

Daraus - so schreibt er, ziehe er nun seine Konsequenzen, und er hätte alle aus seinen wie auch immer genannten Listen gelöscht, die sich

aktiv dem Feldzug gegen alles angeschlossen haben, woran ich glaube und alle, die diese aus der rechten Ecke kommenden Akteure durch die Verbreitung ihrer “Argumente” unterstützen

Dazu scheine auch ich zu gehören, denn z. B. bei g+ ist es mir nicht möglich gewesen, auf den Thread zum Artikel zu kommentieren. Andererseits gehöre ich zu den Leuten, die mit ihm auch schon mal aneinander geraten, weil ich seine Meinung(en) in einer Vielzahl der Fälle nicht teile. Auch deshalb mache ich mir mit diesem Artikel so meine Gedanken.

Leider schreibt er nicht, worauf genau er sich jetzt bezieht. Was aber irgendwie ins Bild passt.

In einem Kommentar zu dem Artikel habe ich als erstes die Frage gestellt, die man ihm auch schon auf g+ gestellt - er aber nicht beantwortet hat. Über neunzig Prozent des Kommentars beziehen sich aber auf seine generelle Kritik am Internet.

Die Antwort auf den Kommentar bezieht sich aber allein auf meine Frage Eingangs des Kommentars. Auf den - wie ich denke - interessanteren Teil ist er nicht eingegangen. Im Gegenteil kritisiert er mich in einer Antwort auf einen weiteren Kommentar von mir durch die Blume, ich solle doch lieber über die Bundesliga bloggen.

Das dass Pendel in Horst's Artikeln sehr drastisch in die eine oder in die andere Richtung ausschlägt, ist glaube ich unter den Bloggern die ihn virtuell kennen kein Geheimnis. Woran das liegt, kann ich nicht 100%ig sagen. Ich vermute, das es darauf ankommt, in welcher Stimmung er ist, wenn er die Artikel verfasst.

Doch ist es eine Distanzierung von Leuten, wenn ich sie aus Freundeslisten - oder wie man diese Dinge nennen will - entferne, oder ist es eine Kapitulation vor diesen unerwünschten Menschen? Macht Horst mit seinen Artikeln nicht das, was er diesen - von ihm unerwünschten Individuen - vorwirft? Denn aus meiner Sicht wirft er im überwiegenden Teil seiner Artikel auch seine Meinung nur einfach in den Ring. Von gründlich recherchiert kann man bei seinen Artikeln in den wenigsten Fällen sprechen. Von einer guten Argumentation, die seine Ansichten untermauern, ist in meinen Augen genauso selten was zu finden.

Oder ist es nicht einfach nur das 'ausmerzen' von anders lautenden Meinungen, die ihm nicht ins Konzept passen?

Ich gebe es ungern zu, aber mit Kritik an meiner Meinung habe ich schon zu kämpfen. Man nennt das wohl Harmoniesucht. Aber trotzdem versuche ich, mich mit dem / den Kritiker(n) auseinander zu setzen. Das ich jetzt Leute aus irgendwelche Listen gelöscht habe, weil sie nicht meiner Meinung waren, deren Meinungen mir nicht in den Kram gepasst haben oder weil sie sonstwas getan haben, ist bei mir bis heute vielleicht so oft passiert, wie eine Hand Finger hat.

Stärkt ein solches Verhalten - die eigene Meinung zu den verschiedensten Themen des jeweiligen Tages im Minutentakt 'rauszublasen', die der anderen aber nicht hören / lesen / zur Kenntnis nehmen zu wollen, weil man sich das eigene Weltbild nicht madig machen lassen will, nicht das Glaubwürdigkeitsproblem, das wir Blogger immer noch haben?

Und wie kommt es bei Euch an, wenn so jemand in einer Ergänzung zu solch einem Artikel dann noch empfiehlt, vielleicht mal darüber nachzudenken, was sonst noch

alles so zu viel ist

und sei es nur aus Sicherheitsgründen?

Predigt dort jemand Wasser und schlürft selbst den Millionärs-Soda (Spruch von T. Hill über Champagner)?

Marcus
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