Oberbürgermeisterkandidatin für freiwilliges Tempolimit auf Bundesstraße


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Nachdem sich meiner Ansicht nach erst kürzlich der Kandidat der CDU für die Wahl zum Lüneburger Oberbürgermeister, Eckhard Pols, einen Schizophrenen Aussetzer geleistet hat, zeigt die Kandidatin der Lüneburger Grünen, Claudia Schmidt, das sie ihm in nichts nachstehen möchte.

Dazu muss man wissen, das in Lüneburg seit einigen Jahren die Bewohner eines Stadtteils, welcher an der sogenannten Ostumgehung, der Bundesstraße 4, liegt, fordern, das die dortige Geschwindigkeit von Tempo 100 auf Tempo 80 für Pkw und Tempo 60 für Lkw gesenkt wird.

Eigentlich hatte die Stadt Lüneburg schon Anfang 2012 diese Geschwindigkeitsreduzierung angeordnet. Das damals FDP-geführte Verkehrsministerium hat diese Anordnung allerdings kassiert, weil eine Reduzierung der Geschwindigkeit den Verkehrsfluss hemmen würde.

Nun wird die ganze Sache nochmal von der nun SPD-geführten Landesregierung geprüft. Weil das aber schon gefühlte Ewigkeiten dauert, wird medial und von der regionalen Politik Druck gemacht - ist schließlich Wahlkampf. Z. B. eben um den Oberbürgermeister-Posten

Wer die Lüneburger Ostumgehung zufälligerweise kennt, der weiß, das sie breit und gut ausgebaut ist. Und auf solchen Straßen wird eben gerne auch etwas schneller gefahren als erlaubt ist. In diesem Fall sind 110 km/h und mehr eher die Regel als die Ausnahme.

In einem Leserbrief hatte ich die Tage erst geschrieben, das selbst auf einer Bundesstraße in Hamburg, die nicht so breit und übersichtlich gebaut wurde wie die hiesige B4, das Tempo im Normalfall auch um bis zu 20 km/h über dem erlaubten liegt - und das trotz regelmäßiger mobiler Geschwindigkeitskontrollen. Gemeint habe ich damit die B5, Bergedorfer Straße.

Im neuesten Artikel der Lüneburger Landeszeitung bezüglich dieses Tempolimits - und der Frage, wann es denn endlich kommt - tut sich nun die Kandidatin der Grünen mit einer Aussage hervor, die zeigt, das nicht nur die Politiker in Berlin unter Realitätsverlust leiden, sondern auch schon die lokalen Politiker anscheinend nicht mehr wissen, was in Wirklichkeit Sache ist.

Sie wird mit dem Satz zitiert:

Jeder kann dort (auf der Umgehung) 80 fahren

mit dem Zusatz durch die Redaktion

auch ohne Tempolimit

Ist natürlich das normalste auf der Welt: man hat eine - trotz einiger Schäden - schön asphaltierte, breit ausgebaute und eigentlich recht übersichtliche Bundesstraße auf der man mit Tempo 100 dahingleiten kann und dann fährt freiwillig nur 80 km/h?

Klar, das man mit dem Appell bei den Autofahrern offene Türen einrennt. Schließlich fahren alle auf den Autobahnen auch nur 100, obwohl Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn 130 ist und man - z. B. auf der A 39 zwischen Lüneburg und Hamburg - keinem Tempolimit unterliegt.

Und die Kandidatin Claudia Schmidt ist garantiert erste Frau am Steuer, wenn es darum geht, auf einer solchen Straße unterhalb der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h zu fahren.

Wers glaubt wird selig, oder wie?

PS: Hier kann man sich mal einen Eindruck verschaffen, wie schön breit die Straße ausgebaut ist

Marcus
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2 Kommentare

  1. Hallo Marcus,
    ich kenne zwar die fragliche Straße nicht aber ähnliche Straßen in Deutschland. Da sagt die allgemeine Lebenserfahrung, dass schon das Durchsetzen eines offiziellen Tempolimits schwierig genug ist. Ein freiwilliges Tempolimit ist so was von weltfremd. da wollte wohl jemand in die Zeitung obwohl sie eigentlich nichts zu sagen hat. Wenn die Zeitung das mit macht…
    Viele Grüße
    Ann-Bettina
    Ann-Bettina letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Rezension: “Provenzalische Verwicklungen” von Sophie Bonnet

    • Hallo Ann-Bettina!

      Naja, zu sagen hat sie – ihrer Meinung nach – wohl schon was. Schließlich ist sie Oberbürgermeisterkandidatin.

      Aber sie scheint sowieso ein sehr merkwürdiges Selbstverständnis zu haben. Nach ihrer Nominierung hat sie davon geschwafelt, das sie viel Unterstützung aus der Partei und von außen erhalten hätte. Nun ist sie bei Vorstandswahlen durchgefallen und wird wahrscheinlich auch aus der Stadtratsfraktion ausgeschlossen, weil sie sich in einer Mail bei den

      sechs alten Männern der Fraktion (davon wird einem seit Monaten der Stuft am Krankenbett geführt) für ihr Parteischädigendes Verhalten bedanken

      wollte

      Und gegen ihre Nachfolgerin im Vorstand hat sie dann auch noch nach getreten.

      Am Schluss der Mail soll sie dann noch gefragt haben, wie lange man noch den frustrierten Herren eine Bedeutung geben will, für die Rotation und Quote Fremdwörter sind.

      Der eigentlich favorisierte Kandidat hat nach seiner Niederlage kein Wort verloren und sie einfach akzeptiert.

      Wenn die beiden Kandidaten so weitermachen, dann freut sich der Amtsinhaber bestimmt wie ein Baby!

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