Gestorbene Prominente 2013


Der Artikel besteht aus 933 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 03:43 Minuten

Der Monat Dezember ist, aufgrund dessen das er der letzte des Jahres ist, gefüllt mit offiziellen und persönlichen Rückblicken. Man schaut zurück auf das, was das Jahr an großen und kleinen Themen gebracht hat. Doch all diese Rückblicke haben in der Regel eines gemeinsam: Sie vergessen all jene, die uns im zurückliegenden Jahr für immer verlassen und eine mehr oder minder große Lücke hinterlassen haben.

Nachfolgend also ein kleiner Rückblick auf die Prominenten Toten aus dem Jahr 2013

Dieter Pfaff (2. Oktober 1947 - 5. März 2013):

Der Schauspieler und Regisseur wurde geliebt für seine Rollen wie 'Der Dicke', dem Kommissar Sperling oder der Mönch aus 'Bruder Esel'. 2012 an Lungenkrebs erkrankt, starb er im März im Alter von 65 Jahren an dieser Krankheit

Chris Howland (30. Juli 1928 - 29. November 2013):

Der gebürtige Engländer wurde hier als Radio- und Fernsehmoderator - u. a. 'Musik aus Studio B' - bekannt. Aber auch als Sänger hatte er, der sich selbst den Spitznamen Heinrich Pumpernickel gab, den einen oder anderen Erfolg zu verzeichnen. Zum Beispiel mit der 'Hämmerchen-Polka' oder 'Das hab ich in Paris gelernt'.

Eddi Arent (5. Mai 1925 - 28. Mai 2013):

Untrennbar verbunden mit seinem Namen sind eine Reihe von Edgar Wallace-Verfilmungen, in denen er sowohl einen Butler, Polizei-Fotografen, wie auch einen Kriminalassistenten und sogar die Rollen der Bösewichte spielte. Dazu wirkte er - ebenso wie Chris Howland - in einigen Karl May-Filmen mit. Vor allem aber als kongenialer Partner von Harald Juhnke in 'Harald und Eddi' wird der Schauspieler wohl in Erinnerung bleiben.

Marcel Reich-Ranicki (2. Juni 1920 - 18. September 2013):

Reich-Ranicki wird als einer der einflussreichsten Literaturkritiker der Nachkriegsgeschichte in die Geschichte eingehen. Mit Sendungen wie 'das Literarische Quartett' wurde er der breiteren Öffentlichkeit bekannt. In dieser Fernsehreihe zerpflückte er die Werke so mancher angesehenen Roman- und Geschichtsautoren. Eines der berühmtesten Opfer dürfte Martin Walser gewesen sein.

Aber absolut unvergessen bleiben dürfte, wie er 2008 bei der Live-Übertragung des Deutschen Fernsehpreises die Annahme des selbigen verweigerte. Als Grund hierfür gab er an, das ihm die unterirdische Qualität des im deutschen Fernsehen gezeigten anwidere.

Dieter Hildebrandt (23. Mai 1927 - 20. November 2013):

Hildebrandt schaute dem deutschen Volk und seinen Politikern wie kein zweiter aufs Maul. Er war neben Sammy Drechsel Gründer der 'Münchner Lach- und Schießgesellschaft'

In seiner Satire-Sendung 'Scheibenwischer' nahm er mit Gast-Kaberettisten wie Werner Schneyder alles und jeden aufs Korn.

Als ich im Juni 1980 den ersten Scheibenwischer machte, wenn ich da eine knallharte Sendung gemacht hätte, hätte ich die anderen 99 nicht mehr machen müssen

Eine Feststellung, mit der vollkommen recht gehabt haben dürfte. Denn in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts hatten die politisch Handelnden noch einen weit größeren Einfluss, als das heutzutage der Fall ist. Das sich z. B. der Bayerische Rundfunk aus einer Sendung ausblendete, weil der Inhalt der CSU-Spitze nicht in den Kram passte, kam mehr als nur einmal vor.

Heute kommen solche Versuche, Einfluss auf das Fernsehprogramm im Ganzen und einzelne Sendungen im speziellen zu nehmen auf jeden Fall schneller ans Tageslicht wie es damals der Fall sein konnte.

Lothar Bisky (17. August 1941 - 13. August 2013):

Gregor Gisy beschreibt den ehemaligen Vorsitzenden der PDS Bisky in der Sendung 'Abschied ist ein leises Wort' des MDR als einen 'Anti-Politiker'. Als einem Menschen, der zwar politisch war, aber dem alle Merkmale eines typisch deutschen Politikers abgingen. Er sei nicht Ehrgeizig gewesen und ein verlässlicher Mensch.

Paul Kuhn ( 12. März 1928 - 23. September 2013):

Neben seinem eigentlichen Spitznamen 'Paulchen' wurde ihm aufgrund eines oder gar dem erfolgreichsten seiner Lieder, dem 'Mann am Klavier', dieser Titel als zweiter Spitzname verliehen. Der großen Masse der Bevölkerung durch seine Schlager wie dem eben erwähntem oder dem Lied 'Es gibt kein Bier auf Hawaii' bekannt geworden, galt seine musikalische Liebe doch eigentlich dem Jazz.

Elmar Gunsch (14. Januar 1931 - 3. Januar 2013):

Richtig bekannt geworden (und vor allem den älteren Deutschen Fernsehzuschauern wohl noch in Erinnerung) ist Elmar Gunsch als Wetter-Frosch des ZDF. Der gebürtige Südtiroler mit dem sonoren Bass in der Stimme präsentiert ab 1978 im ZDF das Wochenend-Wetter nach der Donnerstags-Ausgabe des Heute-Journals. Aber unvergessen ist sicher auch seine Moderation der 'Lustigen Musikanten' an der Seite von Carolin Reiber.

Weitere Personen des öffentlichen Lebens, denen wir 2013 Lebewohl sagen mussten:

Otfried Preußler (20. Oktober 1923 - 18. Februar 2013): Kinderbuchautor, dessen berühmtestes Werke der 'Räuber Hotzenplotz' und 'Die kleine Hexe' sein dürften

Rosemarie Fendel (25. April 1927 - 13. März 2013): Deutsche Schauspielerin und Mutter der ebenfalls als Schauspielerin tätigen Suzanne von Borsody.

Vivi Bach (3. September 1939 - 22. April 2013): Dänische Sängerin, Ehefrau von Dietmar Schönherr und dem deutschen Fernsehpublikum vor allem durch die mit ihrem Mann moderierte Show 'Wünsch' Dir was' bekannt geworden.

Hildegard Krekel (2. Juni 1952 - 26. Mai 2013): Die Halbschwester der Schauspielerin Lotti Krekel wurde vor allem durch ihre Rolle als Ekel Alfreds Tochter Rita in der Fernsehserie 'Ein Herz und eine Seele' bekannt.

Ottmar Walter (6. März 1924 - 16. Juni 2013): Deutscher Fussball- und Nationalmannschaftsspieler und Bruder von Fritz Walter, der hauptsächlich für seinen Heimatklub, dem 1. FC Kaiserslautern, gespielt hat

Jörg Pleva (23. Juni 1942 - 15. August 2013): Deutscher Schauspieler und Synchronsprecher, dessen wohl erfolgreichste Rolle die Darstellung des Bernhard Lotz in 'Das Millionenspiel' war. Aber er spielte auch in Serien wie 'Die Schwarzwaldklinik', 'Peter Strohm' oder 'Der Kommissar' mit.

Hans von Borsordy (20. September 1929 - 4. November 2013): Der gebürtige Österreicher, der vielen als Mitwirkender in 'Die Brücke von Arnheim' in Erinnerung sein könnte, folgte seiner Ex-Frau nach 6 Monaten.

Mich würde interessieren, wen von diesen Personen ihr wohl am meisten vermissen werdet, und warum gerade diese.

Marcus
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4 Kommentare

  1. Hi Marcus,
    das ist eine sehr schöne und ausführliche, aber gleichzeitig mindestens genauso traurige Aufstellung. Viele davon waren wirklich Originale und werden fehlen. Dieter Hildebrandt ist einer den ich am meisten vermissen werde. Er konnte jede Thematik messerscharf auf den Punkt bringen, und das noch voller Humor.

    „Fussballfanatismus ist eine europäische und sogar weltumspannende Geisteskrankheit.“
    „Mich regt die Tatsache auf, dass sich niemand aufregt.“

    • Hallo Peter!

      Ja, Dieter Hildebrandt wird sehr vermisst werden. Das denke ich auch! Aber (mindestens) genauso Reich-Ranicki, da auch er immer gesagt hat, was er dachte.

      Ich habe Deinen Kommentar hinsichtlich der URL bearbeitet, da ich nicht auf Shops verlinken möchte. Ich bitte um Verständnis!

  2. Ich habe gelesen, dass Eddi Arent in den letzten Jahren seines Lebens ziemlich pleite war. Das hat mir echt leidgetan, denn ich hatten den, vor allem in den Edgar Wallece Filmen immer sehr gerne gesehen.

    • Ja, das kann passieren, wenn man mit einem Hotel pleite geht. Traurig aber wahr.

      Schließlich müssen die Schauspieler ja auch etwas verdienen und tun, wenn sie gerade nicht vor der Kamera stehen.

      Aber im Gegensatz zu manch anderem, der mit Immobilien in Ostdeutschland auf die Nase gefallen ist, hat er wenigstens für sein verdientes Geld gearbeitet. Lag aber wohl auch an seiner Generation, die noch wusste, das ‚von nichts kommt nichts‘ gilt.

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