sky’s Bundesliga-Konferenz und der Experte

Was soll dieser Unfug?


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Der Bezahlsender sky will seinen Abonnenten zu Beginn einer jeden / neuen Saison wieder ein Plus an Service bieten.

Dafür hat man (auch) in dieser Saison an der Bundesliga-Konferenz am Samstag nachmittag herumgedoktert. Zu den Veränderungen während dieser Konferenz gehört, das die jeweiligen Moderatoren - Jan Henkel der sich den Job mit Jessica Kastrop teilt - nicht mehr aus dem Studio in Unterföhring moderieren, sondern live aus einem jeweils wechselnden Stadion in dem während des Nachmittags gespielt wird.

Als weitere Veränderung setzt man den Moderatoren nun seit Saisonbeginn jeweils einen der sky-Experten zur Seite. Dieser sitzt mit dem / der ModeratorIn schon geschlagene 90 Minuten vor Beginn der Konferenz am Tisch und Philosophiert mit seinem Gegenpart über die anstehenden Spiele. Während der 15-minütigen Halbzeitpause, die von sky nebenbei mit rund 10 Minuten Werbung gefüllt wird, kommt dieser 'Experte' im Besten Falle 30 Sekunden zu Wort, um zu einem der 4, 5 oder 6 Spiele etwas zu sagen. Denn schließlich müssen in diesen 5 Minuten sämtliche erste Halbzeiten der Spiele im Schnelldurchlauf abgefrühstückt werden - inklusive Schaltungen in die betroffenen Stadien.

Nach dem die Live-Konferenz dann beendet ist, zeigt sky in 'Alle Spiele, alle Tore' eine mehrere Minuten dauernde Zusammenfassung der einzelnen Spiele. Aber dann sitzt nur noch der Moderator am Tisch. Der 'Experte' hat zu diesem Zeitpunkt schon Feierabend.

Experte zum Philosophieren angestellt?

Ich frage mich nun schon seit einiger Zeit, was sky reitet bzw. geritten hat, die Konferenz dermaßen zu verschlimmbessern! Das der jeweilige Fachmann darüber redet, wie ein Spiel laufen und daraus resultierend zu Ende gehen könnte, ist ja schön und gut. Aber das können die Trainer, Manager - oder wer sonst noch von den jeweiligen Teams als Interviewpartner ausgefragt wird - auch. Dafür braucht es keinen Experten im Studio.

Diesen Mann bräuchte man meiner Ansicht nach (auch oder erst recht) bei der Zusammenfassung der Spiele, um zu analysieren, warum, wieso und weshalb eine Mannschaft gewonnen oder verloren hat. sky Deutschland sollte sich da ein Beispiel an seinem österreichischen Ableger nehmen. Dort ist der Fachmann auch schon vor den Spielen bzw. vor der Konferenz im Studio, er bleibt aber auch bis zum Ende der Sendung 'Alle Spiele, alle Tore', um die jeweiligen Partien zu analysieren und zu kommentieren. Dort wird er nicht nach der Konferenz nach Hause geschickt.

Auch wenn die Fachleute wie Jens Lehmann, Christoph Metzelder oder Stefan Effenberg für ihr herumsitzen dort natürlich gutes Geld verdienen dürften, tun sie mir irgendwo leid. Denn sie müssen sich doch eigentlich richtig verarscht vorkommen, das sie im Vorfeld über die Partien reden müssen, im Nachgang aber gar nicht mehr zu Wort kommen, um zum Beispiel zu erklären warum ein Spiel anders verlaufen ist, als sie das vorher voraus gesagt haben.

Keine Analyse aller Spiele in 45 oder 60 Minuten möglich?

Die Zeit, die sie da während der Spiele sinnfrei herumsitzen, könnten sie sicherlich besser verbringen. Denn auch die 30 Sekunden während der Halbzeit könnte man sich bei sky sparen. Ein (Zu)Gewinn ist das in der jetzigen Form für den Zuschauer absolut nicht, wie ich finde.

Wobei ich mir durchaus einen Grund vorstellen kann, weshalb man sich die Analyse der Ex-Profis in der Zusammenfassung spart! Und dieser eine Grund dürfte das sogenannte Top-Spiel sein. Allerdings: wirklich stichhaltig ist dieser Grund auch nicht. Die Österreicher analysieren die Spiele (auch) in 45 Minuten. Wobei diese in der Regel aufgrund der nur 10 Mannschaften umfassenden Liga nur 3 oder 4 Spiele aufzuarbeiten haben. Aber was die südlichen Nachbarn in 45 Minuten schaffen, dürfte für die deutschen doch bei maximal 5 Spielen in 60 Minuten kein Problem sein, oder?

Das wären pro Spiel um die 12 Minuten. Also eigentlich Zeit genug, um eine Partie einigermaßen gründlich durchzuarbeiten!

Aber vielleicht stört da dann wieder der ~ 3-minütige Werbeblock, den sky Deutschland vor den letzten beiden zusammen zu fassenden Spielen einschiebt.

Zusammenfassend bleibt für mich zu sagen: So wie sky das jetzt handhabt, ist das mit dem Experten für die Katz. Nur für ein 'Was wäre wenn...?' oder 'was könnte passieren, weil...?' ist ein zweiter Mann im Studio absolut überflüssig.

Marcus
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1 Kommentar

  1. @Marcus: Da bin ich aber froh, daß ich bei den ganzen Anrufen und Briefen von Sky hart geblieben bin und – trotz eines Komplettpakets für nur 33,90€ im Monat – nicht zugegriffen habe. Mich haben diese Konferenzen schon in den vorherigen Saisons genervt und ich persönlich kann auch ganz prima auf das Expertenwissen verzichten.
    Wenn die dann aber da sitzen und Null Infos raushauen, dann wirds noch schlimmer. Möglicherweise könnte sich SKY ja preislich attraktiver machen, wenn man die Experten von ihrer Rente leben läßt und Kommentatoren wie Marcel Reif, der zu einem echten Ärgernis geworden ist, ebenfalls zu den öffentlich-rechtlichen zurückschickt. (Oder besser hinschickt.)
    Gruß, Max
    Max letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Wieder ein Sale bei Bodendirect.

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