Das typische Verhalten einer Bank erlebt

Keine Dispoerhöhung und erst recht kein Kredit


Der Artikel besteht aus 962 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 03:50 Minuten

Ich bin ja aufgrund meines neuen Jobs auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen. Weil ich den aber nicht nur für die Fahrten vom und zum Arbeitsplatz nutzen möchte, sondern damit endlich wieder zumindest ein wenig eigenständiger sein will als das mit der Familienkutsche der Fall ist, kann - und soll - das kein Wägelchen für 500 oder 1000 € sein. Schließlich muss der Wagen minimum 12.000 KM im Jahr bewältigen. Wenn ich dann wieder an den Schulungen und Seminaren für meinen Nebenjob teilnehme und/ oder sich mein Kundenkreis erweitert, kommen noch ein paar hundert oder tausend Kilometer dazu.

Ganz zu schweigen davon, das der Wagen für mich als Stier auch ein bisschen praktisch sein muss - also am besten ein Kombi sein sollte.

Da ich nach dem Schreiben des Jobcenters auch nicht mehr in Erwägung ziehe, über diese Behörde ein(en) Darlehen bzw. Zuschuss zu beziehen, bin ich auf andere Wege angewiesen.

Einen Kredit? Und wo sind die Sicherheiten?

So wollte ich über ein Gespräch mit meiner Bank einmal auskundschaften, wie es denn um einen möglichen Kredit bestellt ist. Also hatte ich am Dienstag ein entsprechendes Gespräch. Daran, das dieses nur gut 20 Minuten gedauert hat, kann man wohl den Erfolg dieses Treffens ablesen.

Die Bank spielt nicht mit!

Ich schilderte den beiden (!) Mitarbeitern die Situation. Also, das ich jetzt zwar mit dem ÖPNV von der Arbeit nach Hause komme, das das aber im Zusammenspiel damit, das die Fahrt zum Arbeitsplatz auch nicht unbedingt befriedigend verläuft, nicht das ist was man sich vorstellt.

Nur als Beispiel: Gestern war - wie zukünftig wohl jeden Mittwoch - Arbeitsbeginn um 4.30 h. Denn auf absehbare Zeit fahre ich für zumindest für ein bestimmtes Gebiet eine der hiesigen Wochenzeitungen zu den Austrägern. Für die Fahrt zum Arbeitsort musste - nach der Spätschicht - die Besitzerin des Familienkombis aus den Federn klettern. Wenn sie normale Schicht hat, braucht sie 'nur' ca. eine halbe Stunde früher aufzustehen.

Zentriert mein Chef seinen Fuhrpark in seinem Wohnort, dann wird es schwierig werden, überhaupt das Fahrzeug zu erreichen. Sollte ich bis dahin keinen eigenen Wagen haben, dürfte ich schneller als mir lieb sein kann wieder auf der Straße stehen.

Die beiden zeigten zumindest verständnisvolle Gesichter, aber das war es auch schon. Die Antwort auf einen möglichen Kredit war, das das zwar durchaus möglich sei, aber erst nach der Probezeit.

Damit war also Teil eins des Gespräches beendet.

Teil 2, eine Erhöhung des Dispos um 300 € wurde ebenso mehr oder minder rasch abgebügelt. Einzig mit dem Unterschied, das ich hier kein halbes Jahr warten brauche / bräuchte, sondern 'nur' 2 Monate.

Ganz abgesehen davon, das ich mein Dispo nicht möchte und noch nie genutzt habe, um mir was leisten zu können, lebt die Sparkasse bislang eigentlich sehr gut davon, das ich seit Jahren immer mein Dispositionskredit ausschöpfe. Wie gesagt: nicht weil ich das will, sondern weil Leben auch Geld kostet - und das nicht wenig.

Man könnte ja wieder arbeitslos werden

Aktuell bräuchte ich die Erhöhung des Dispo, weil ich den jetzigen Verfügungsrahmen schon weit überschritten habe, und daher in den letzten Wochen 3 oder 4 Lastschriften nicht eingelöst werden konnten. Darunter die Telekom und Vodafone.

Hinzu kommt, das ich erfahren habe, das mein vorheriger Kundenberater die letzte Erhöhung des Dispos wohl gar nicht hätte gestatten dürfen. Denn - sofern ich das mit meinem Tinnitus geschädigten Gehör richtig verstanden habe, so sagte die Mitarbeiterin - meine neue 'Kundenberaterin' - man würde

das Jobcenter nicht subventionieren

Natürlich kann ich das Verhalten einerseits gut verstehen. Schließlich kommt es nicht selten vor, das Arbeitsverhältnisse während der Probezeit aufgelöst werden - egal von welcher Seite.

Andererseits stellt mein Ersuchen aber ja auch den Versuch dar, eben dieses Arbeitsverhältnis zu behalten und über die Probezeit zu retten. Denn was soll mein Chef mit einem Angestellten, der zwar (sehr) gut arbeitet, aber Probleme hat, die Arbeitsstelle zu erreichen und das auch flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse schafft?

So einen Mitarbeiter kann man gerade im Kurierwesen nicht gebrauchen.

Und natürlich ist ein Dispositionskredit eigentlich nur dafür vorgesehen, einen kurzfristigen finanziellen Engpass zu überwinden, er soll ja - wie bei mir / uns leider der Fall - keine Dauerlösung sein.

Aber andererseits schämt sich die Bank ja auch nicht - zumindest habe ich noch kein entsprechendes Verhalten, wie z. B. eine Entschuldigung per Brief, festgestellt, am Ende des Quartals fleißig die hohen Kreditzinsen vom Konto abzubuchen.

Untere Einkommensklasse per se schlechtere Kunden?

So muss ich das leidige Geldproblem wohl entweder über die Kündigung einer / von Versicherung(en) lösen, oder den Wagen - sofern ich ihn denn letztlich gefunden habe - über das Autohaus finanzieren.

Alles in allem denke ich, das ich nur das übliche Verhalten einer Bank erlebt habe: Wenn Du als (ehemaliger) Hartz IV-Empfänger / Wiedereinsteiger eine Bitte äußerst, wirst Du abgebügelt, weil die 'Sicherheiten' fehlen. Einem Vorstandschef oder ähnlichem Empfänger eines entsprechenden Gehaltes hätte man die Wünsche wohl kaum abgeschlagen.

Wobei bei einem Fahrzeug der entsprechende Gegenwert ja durchaus vorhanden ist. Allerdings kann es natürlich vorkommen, das einem das Wägelchen geklaut wird, oder man mit einem Unfall eine Wertminderung erleidet. Andererseits kann auch ein Vorstandschef oder eine andere, monetär gut gestellte Persönlichkeit durch eine Insolvenz des Arbeitgebers die notwendigen Sicherheiten ganz schnell verlieren.

Die Bank werde ich - in Ermangelung von Alternativen direkt vor Ort - wohl trotzdem nicht wechseln. Aber sollte ich dann doch mal zu (viel) Geld kommen, werde ich mir schon überlegen, ob die Sparkasse Lüneburg davon profitieren wird.

Marcus
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6 Kommentare

  1. Tja, da kann ich nur einen Rat geben. Wieder selber auf die Beine kommen, den offenen Dispo zurückbezahlen, mit einem grinsen die Bank wechseln und natürlich die Banktypen genau wissen lassen, was man von ihnen hält. Natürlich auch allen Freunden und Bekannten brühwarm erzählen was für eine Scheißbank man hatte.

  2. Ich glaube sich zu verschulden ist grundsätzlich keine gute Idee. Und das alles für ein Auto, was doch eigentlich nur seinen Zweck erfüllen soll.

    Es gibt auch gute Gebrauchtwagen die nicht viel kosten! Gerade wenn Du mal nach den Marken von Kia, Ford und Renault suchst. Die haben doch ein sehr hohen Wertverfall und sind somit auch günstiger wie manch ein anderes Auto.

    Reparaturkosten fallen bei jedem Auto an! Egal welches Fahrzeug, es kostet Geld! Man hat nicht seine Ruhe. Fährt jemand ein BMW bezahlt er eben auch 300 – 400 Euro für die kleine und 600- 800 für die große Durchsicht.

    Verschleiß hat ein Fahrzeug immer, ob jung oder alt.

    • Hallo Claudia!

      Natürlich kostet ein Auto immer Geld, egal ob bei der Anschaffung, beim Unterhalt oder bei Versicherung und Steuer.

      Für mich muss ein Auto aber auch praktisch sein. Das heißt, das ich mit Kleinwagen, die nur 2 Türen + Kofferraumklappe haben, nicht viel anfangen kann. Ich weiß, selbst schuld. Aber wenn ich (unvorhergesehen) größere Sachen zu transportieren habe oder einer unser beiden Vierbeiner zum TA muss, will ich nicht erst Wagen tauschen oder darauf warten müssen, das das andere Fahrzeug zur Verfügung steht.

  3. Mag sein das ein Auto praktisch sein muss. Ich selber fahre auch einen Laguna Kombi, aber zum transportieren habe ich nur selten etwas.

    Aber verschulden würde ich mich trotzdem nicht dafür. Ich habe mal in einem Buch gelesen, das dass Auto maximal 3 Gehälter ausmachen sollte um nicht sinnlos über seinen Verhältnissen zu leben.

    Ob das stimmt weiß ich natürlich nicht.

    • Das Problem ist halt, das man sich als ehemaliger Hartzer eben immer verschuldet. Schließlich darf man keine großen Werte besitzen wenn man ALG II bezieht.

      Es sei denn, man kauft ein Auto für 500 €. Das würde dann wohl kein Verschulden bedeuten.

  4. Wobei man schnell mal sagen muss, daß die wenigsten Autos für 500€ auch wirklich nur 500€ kosten. 🙂 Die erste Reparatur steht ganz sicher bald an und in den meisten Fällen ist die nicht grade preiswert.
    Ansonsten ist es natürlich schade, daß sich die Arge hier so quer stellt.
    Gruß, Max
    Max letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Wieder ein Sale bei Bodendirect.

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