AfD-Sympathisanten zetern nach Wahlniederlage

Wahlbetrug bei der Bundestagswahl im großen Stil?


Der Artikel besteht aus 820 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 03:16 Minuten

Anscheinend können sich viele Anhänger, Sympathisanten und vielleicht sogar Mitglieder der Alternative für Deutschland (AfD) mit dem Ergebnis der Bundestagswahl nicht so wirklich anfreunden.

Denn zumindest auf Facebook zetern viele Nutzer hinsichtlich eines von Kanzlerin Merkel bzw. der CDU angezettelten großen Wahlbetrugs.

Das die Werte der gezählten Stimmen nicht zusammenpassen, werten einige Menschen als Wahlbetrug
Die Unstimmigkeit in den Werten deuten einige als Wahlbetrug

Links seht ihr einen Schnappschuß, der am vergangenen Sonntag nach der Bundestagswahl aufgenommen und auf Facebook veröffentlicht wurde.

Weil u. a. nun die Werte bei WählerInnen und Wahlberechtigte abweichen gehen viele Kommentatoren im Sozialen Netzwerk davon aus, das bei dieser Wahl alles bzw. sehr vieles nicht mit rechten Dingen zugegangen ist.

Leider weisen alle Beteiligten auf ein kleines aber feines Detail auf diesem Foto nicht hin. Denn wie man auf dem Bild sehen kann, stammen die Werte von 18:32 h, also vom Zeitpunkt direkt nach dem Beginn der Auszählung und fernab des vorläufigen Ergebnisses.

Anscheinend ist es noch keinem der Diskutanten widerfahren, das während eines mathematischen Vorgangs Werte entstehen können, die logisch betrachtet keinen Sinn ergeben!

Erschreckend für mich ist aber, das man bei der ganzen Diskussion einen Stil an den Tag legt, den man vor der Wahl noch der von Ihnen sogenannten 'Systempresse' vorgeworfen haben: Manipulation respektive Manipulative Berichterstattung.

Es kommt zudem keinen der Beteiligten in den Sinn, nach dem Grund dieser 'unnatürlichen' Werte zu forschen. Dazu hätte zum Beispiel eine Mail an die Stadt Hof - denn von dort stammt der Schnappschuss - völlig ausgereicht. Die Antwort der Stadt auf eine entsprechende Mail vom mir sieht wie folgt aus:

wir bedauern zutiefst die Veröffentlichung dieser Momentaufnahme aus dem Wahlstudio, da sie ein Spezifikum in der vorhandenen Auszählungssoftware demonstriert und somit zu völlig nachvollziehbaren Irritationen führt.

Zur Erklärung: In dieser Software werden nicht die gesamten Wahlberechtigten des Wahlkreises als feste und immer gleiche Größe erfasst, sondern sie werden Stimmlokal für Stimmlokal aufaddiert. Bei der Wahl wird aber Urnenwahl und Briefwahl unterschieden. Die Wahlberechtigten werden allein den (Urnen-)Stimmlokalen zugeordnet, also jenen Räumlichkeiten, in denen am Tag X vor Ort abgestimmt werden kann. Die Briefwahlstimmbezirke haben in dem Sinne in der Statistik überhaupt keine Wahlberechtigten, da bei der Briefwahl ja theoretisch jeder wahlberechtigt wäre, der über einen Wahlschein verfügt. Man kann die Wahlberechtigten aber nicht in Stimmlokal und Briefwahlbezirk doppelt zählen. Also hat ein Briefwahlstimmbezirk zum Beispiel 1000 Wähler, aber in der übermittelten Statistik keinen einzigen Wahlberechtigten.

So kommt es also, dass gerade am Anfang der Abstimmung folgender Fall eintritt:
Während erst wenige Stimmlokale des Wahltags ausgezählt sind und deshalb wenige Wahlberechtigte in der Auszählung stehen, wurden bereits viele Briefwahlstimmen ausgezählt. Sichtbar werden also erst die Stimmen der Briefwähler, während die zugehörigen Wahlberechtigten (der Mensch hinter der Stimme) erst hinterher - also mit Übermittlung der Daten aus den Wahllokalen vor Ort (obwohl der Briefwähler dort ja nicht abgestimmt hat) - sichtbar werden.

Am Ende der Auszählung aller Lokale passt die Rechnung dann und damit auch die Quote der Wahlbeteiligung.

Andere Diskussionsteilnehmer mukieren sich darüber, das sie bei der Wahl nicht nach dem Personalausweis gefragt worden sind. Dabei ist die Wahlbenachrichtigungs-Karte ein offizielles Identifikations-Dokument, und der Personalausweis soll nur für den Fall bereitgehalten werden, falls Unstimmigkeiten auftreten.

Was mich bei der ganzen Sache stutzig macht, ist der Fakt, das man einer Frau wie Merkel, der man sonst immer unterstellt, keinen Schritt unüberlegt zu tun und genau geplant vorzugehen, nun quasi Stümperhaftigkeit vorwirft.

Merkel plötzlich eine Stümperin?

Denn sollte bei der Wahl geplant von oben herab Wahlbetrug 'angeordnet' worden sein, warum macht sich Angela Merkel dann den Stress, den sie jetzt hat? Ein Putin, ein Honecker oder andere Despoten haben sich nie dem Stress ausgesetzt, den die wohl auch zukünftige Bundeskanzlerin jetzt durchstehen muss.

Wenn Frau Merkel wirklich so genau plant und abwägt, warum ist sie dann mit gerade einmal 4 Sitzen gescheitert? Warum hat sie bzw. die CDU dann nicht dafür gesorgt, das die alleinige Regierung problemlos arrangiert wird? Hätte sie dann nicht der Schwesterpartei die 4 Sitze zugeschustert?

Hinzu kommt, das in der DDR sicher keine Wahlhelfer anwesend waren, die nicht Kader- bzw. SED-Mitglied waren - im Gegensatz zu heute, wo die meisten Helfer vielleicht Sympathisant aber wahrscheinlich kein Mitglied einer Partei sind. Gewollter oder beauftragter Wahlbetrug dürfte somit sehr erschwert sein.

Ich glaube nicht, das die gleiche Diskussion aufgekommen wäre, wenn die AfD den Einzug in den Bundestag geschafft hätte. Was jetzt abgeht, ist glaube ich eher das Vorgehen schlechter Verlierer! Das man diesen Menschen mit Kritik nicht kommen darf, ist sicher klar. Ich bin von einer Bekannten aufgrund meiner AfD-'Feindlichen' Einstellung und mehr oder minder kritischer Nachfragen sozusagen 'entfreundet' worden. Mit der Begründung, sie wolle sich auf Facebook nicht streiten, sondern nur austauschen!! Alles klar 😉

Marcus
Über Marcus 702 Artikel
Ich freue mich über Deinen Besuch auf meinem Blog! Wenn Dir der Artikel gefallen hat, teile ihn doch mit anderen und hinterlasse Deine Meinung. Mehr über mich gibt es hier zu lesen

3 Kommentare

  1. Tja, das wirst du nie abstellen können. Irgendwelche Querulanten konstruieren immer abstruse Verschwörungstheorien wenn ihnen irgendwas nicht passt. Vor allem wenn man gegen die Etablierten hetzen kann.
    Luigi letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Ihr gebt mir Hoffnung

    • Hallo Luigi!

      Es geht mir noch nicht einmal ums hetzen!

      Ich als Parteimitglied der Noch- und / oder bald-wieder-Kanzlerin, bin mit ihr und der CDU auch längst nicht in allem gleicher Meinung. Manchmal könnte ich ‚Mutti Merkel‘ auch schon zum Mond schießen – ohne Rückflug-Ticket.

      Mir geht es (auch) darum, das z. B. vor der Wahl (fast) alle Medien als vom System gesteuert und somit manipulativ arbeitend betitelt werden, man nach der Wahl genau diese Medien aber liebend gerne wieder zitiert, weil (urplötzlich?) gegen die etablierten geschossen wird. Haben sich diese Medien am Sonntag, Punkt 18.00 h, auf einmal um 180° gedreht oder wie?

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


CommentLuv - verlinke einen deiner Blog-Artikel