Die Alltägliche Schlacht auf den Straßen


Der Artikel besteht aus 769 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 03:04 Minuten

Seit ich seit Mitte August wieder (beruflich) auf der Straße bin, kommt es mir vor, als wäre die Fahrweise vieler Autofahrer mit der Zeit aggressiver geworden.

Geschwindigkeitsbegrenzungen scheinen nur noch eine Empfehlung des Gesetzgebers respektive des zuständigen Straßenbauamts, Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nur Zeitraubende Gutmütigkeit, usw. Das fahren auf der zweiten oder gar dritten Spur scheint immer mehr eine Selbstverständlichkeit zu werden. Die ganz rechte Spur Allgemein nur noch als Spur für die Lkw wahrgenommen zu werden.

Erst wenn man gemütlich rechts an den auf der Mittelspur dahinschleichenden Fahrern vorbeifährt, scheinen diese zu bemerken, das sie wohl etwas schneller fahren sollten. Das sie sich dann später rechts einordnen heißt selbst das allerdings dann auch noch nicht.

Bin auch kein Heiliger im Straßenverkehr

Zugegeben, zu behaupten, ich wäre ein Heiliger im Straßenverkehr, wäre sicher verkehrt. Im Gegenteil: Ich scheine mir auch einen etwas forscheren Fahrstil anzueignen - das ist mir schon aufgefallen in den letzten Wochen. Wobei das auch damit zu tun haben dürfte, das ich 50 % des Tages in der Großstadt Hamburg zu tun habe. Da ergibt es sich wohl zwangsläufig, das man sich vom vorsichtigeren Fahrstil verabschiedet. Schließlich will und muss man ja auch seine Arbeit schaffen.

Auch ich fahre Stellenweise bis zu 10 km/h schneller als erlaubt, fädele mich auch schon mal etwas kurzfristig in den fließenden Verkehr ein, oder leiste mir einen anderen Faux-pas. Auf der Autobahn selbst fahre ich aber maximal 110 bis 120 km/h. Und das selbst auf dem Abschnitt der A39, der keine Geschwindigkeitsbegrenzung hat. Aber das ich vorsätzlich das Leben eines anderen Verkehrsteilnehmers riskiere, das ist mir, glaube ich, noch nicht untergekommen.

Denn so eine Situation hatte ich heute nachmittag:

Ich befuhr eine Kreisstraße die von einer Landesstraße gekreuzt wird. An der Stelle, an der sich beide Straßen treffen, befindet sich eine Ampelanlage. Auch weil man dort auf die A39 Richtung Hamburg auffährt.

Frau rast über rote Ampel

Als ich mich der Ampel näherte, zeigte sie rot. Ergo musste ich halten. Kurz darauf sprang sie auf grün um und ich fuhr los. Just in diesem Moment raste von links kommend ein Auto über die Kreuzung auf die Autobahnauffahrt. Rasen dürfte der richtige Ausdruck sein. Denn Tempo 50 hatte das Fahrzeug sicher drauf. Ich tippe sogar noch auf ein paar km/h mehr.

Mir fuhr der Schreck in alle Glieder.

Hätte ich nur ein wenig schneller reagiert, oder wäre schneller angefahren, hätte mich der Fahrer des Fahrzeugs entweder kopeister in den Seitengraben befördert oder gleich auf den Friedhof. Wobei Fahrer in diesem Fall nicht richtig ist. Am Steuer des Fahrzeugs saß eine Schätzungsweise um die 40 Jahre alte Frau.

So etwas habe ich in meiner Kraftfahrer-Laufbahn noch nicht gehabt.

Das Männer am Steuer gerne mal den Proleten heraushängen lassen, ist (mir) ja nun durchaus bekannt. Aber das heutzutage selbst Frauen dermaßen Suizidal durch die Gegend rasen ist mir dann doch schon mehr oder weniger neu.

Frauen gleichen sich männlichem Fahrstil an

Man spricht so oft davon, das bei Unfällen die Verletzung eines anderen billigend in Kauf genommen wird. Aber hier hat man ja nicht nur den Tod eines anderen Menschen riskiert, sondern auch den eigenen. Denn die Ampel auf der Straße der Frau muss mindestens schon 3 bis 5 Sekunden rot gezeigt haben um dann dem kreuzenden Verkehr freie Fahrt zu signalisieren. Das sie nicht mehr rechtzeitig hätte bremsen können, kann mir zumindest keiner erzählen. Schließlich beträgt bei 50 km/h der zurückgelegte Weg in einer Sekunde 13,88 m. Die knappen 70 m reichen also bei Tempo 50 völlig aus, um zu reagieren und zu bremsen.

Wie kann das sein, das gerade eine Frau dermaßen Harakiri-Mäßig unterwegs ist?

Sieht Frau darin einen Teil (der) Gleichberechtigung? Will Frau damit zeigen, das sie (auch) Risikofreudig ist? Was kann der Grund für so eine (strafrechtlich relevante) Missachtung der StVO sein?

Merke ich mir üblicherweise andere Kfz-Kennzeichen, die mir - warum auch immer - auffallen, habe ich das diesmal (ungewollt / bewusst) leider nicht getan. Vermutlich wegen des Überraschungsmomentes und weil ich wohl auch versucht habe, mir das Kennzeichen einer Zeugin zu merken. Ich wäre dann nämlich zur nächsten Polizeidienststelle gefahren und hätte diese Raserin angezeigt.

Denn so jemand gehört überall hin, aber garantiert nicht auf die Straße!

Was glaubt ihr: Täuscht meine Wahrnehmung, das auch Frauen immer riskanter und aggressiver fahren? Und woran mag das Eurer Meinung nach liegen?

Marcus
Über Marcus 700 Artikel
Ich freue mich über Deinen Besuch auf meinem Blog! Wenn Dir der Artikel gefallen hat, teile ihn doch mit anderen und hinterlasse Deine Meinung. Mehr über mich gibt es hier zu lesen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


CommentLuv - verlinke einen deiner Blog-Artikel