Die Plätze 7 bis 12 im Saisonrückblick 2012 / 13

Vom HSV bis zum VfB Stuttgart


Der Artikel besteht aus 972 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 03:53 Minuten

Im sogenannten Niemandsland der Bundesliga findet man mittlerweile Klubs, die in früheren Tagen der Liga zu den klassischen Abstiegskandidaten zählten. Die meisten von ihnen konnten sich mittlerweile im zweiten Drittel der Liga etablieren, sofern sie nicht mehr oder minder zufällig noch weiter hoch klettern konnten.

Hamburger SV

Fast hätte es für die Hanseaten (unverdienter Weise) sogar noch für die Qualifikation zur Europa League gereicht. Aber 14 Siegen stehen eben auch 14 Niederlagen gegenüber und somit nur 6 Unentschieden. Für europäische Maßstäbe ist man aber mindestens 2, wenn nicht sogar vier Mal zu wenig als Sieger vom Platz gegangen. Nach der verkorksten letzten Saison ist aber zumindest ein deutlich verbesserter Abschluss der Spielzeit zu verzeichnen.

Das man tatsächlich noch an der Europa League schnuppern konnte, ist bei 17 Abgängen und (nur) 8 Neuzugängen schon ein Kleines Wunder. Vielleicht wäre mehr drin gewesen, hätten sich einige Spieler - allen voran Rafael van der Vaart - mehr auf ihren Job konzentriert, anstatt mit Privatem Tamtam Unruhe in den Verein zu tragen. Auch wenn es sich sicher nie ganz vermeiden lässt, das eine Trennung vom Ehepartner Auswirkungen auf die Arbeitsleistung hat.

Da die Truppe aber nun Zeit hatte sich aneinander zu gewöhnen, ist Thorsten Fink jetzt endgültig in der Pflicht, die Hanseaten wieder dorthin zu führen wo man sich auch selbst eigentlich sieht: nach Europa. Platz 5 oder 6 sind in der nächsten Saison also das mindeste, will der Coach seinen Vertrag an der Elbe noch verlängern. Alles ab Platz 7 abwärts dürfte ihm in der nächsten Saison den Job kosten.

Borussia Mönchengladbach

12 Siege bei 11 Unentschieden und 11 Niederlagen stellen eine ausgeglichene und gerade noch positive Saisonstatistik dar. Aber für Europa ist eine ausgewogene Bilanz der Saison eben zu wenig, als das man einen Anspruch auf Mitwirkung auf dem Parkett der besten Europas hätte. Trotzdem kann man sich in Gladbach durchaus freuen, wie ich denke, das man nicht den negativen Beispielen anderer Klubs folgen musste, die nach einer Saison mit doppelter Belastung in der Liga und in Europa den Gang in die Zweitklassigkeit antreten mussten. Lucien Favre ist ein Trainer, der anscheinend sehr gut zur Borussia passt.

Positiv dürfte sich zum Ende der Saison ausgewirkt haben, das es dieses Mal keinen Eiertanz um eben jenen Mann gegeben hat, da sein Kontrakt noch bis 2015 läuft. Die Unruhe, die letztes Jahr im Verein geherrscht hat, weil man nicht wusste ob Favre bleibt oder nicht, hätte sich sicher noch negativer auf den Tabellenplatz ausgewirkt. Da man in der kommenden Saison wieder nur national spielt, könnte dann wieder ein besserer Tabellenplatz winken. Auch wenn noch nicht bekannt ist, wie sehr der Abgang von Mike Hanke der Elf weh tun wird und wie adäquat man ihn ersetzen kann.

Hannover 96

13 Siege, 6 Unentschieden und 15 Niederlagen. So schaut die Saison-Bilanz für die Niedersachsen aus. Begann in der Saison 2011 / 12 die negative Statistik bereits mit Platz acht, beginnt sie mit dem 9. Platz in dieser Saison erst einen Rang niedriger. Für die Elf aus der niedersächsischen Landeshauptstadt gilt grundsätzlich das gleiche wie für die Fohlen-Elf aus Mönchengladbach. Sie gehören zu den klassischen Abstiegskandidaten, die sich mittlerweile aber in der Bundesliga etabliert haben.

In dieser Saison wäre, trotz der teilweisen Doppelbelastung mit Europa League und Bundesliga, sicher noch mehr drin gewesen, hätte es nicht ein Drittel der Saison im Umfeld des Vereins die Querelen um Trainer Mirko Slomka und Manager Jörg Schmadtke gegeben. Vielleicht war es, trotz der erfolgreichen Arbeit des Managers, keine gute Idee, das er nach der letzten Saison dazu überredet wurde, nach einer Auszeit wegen privater Dinge und eines Umzugs von Düsseldorf nach Hannover, wieder zu den Niedersachsen zurück zu kehren.

1. FC Nürnberg

Der zweite Klub mit einer negativen Saison-Bilanz ist der Franken-Club. 11 Siegen stehen zwar 11 Unentschieden gegenüber, aber auch 12 Niederlagen. Damit hat man die Bilanz aus der Vorsaison zwar erheblich verbessern können, aber leider ist der Tabellenplatz der gleiche geblieben. Man hat ein Tor mehr geschossen, zwei weniger kassiert und zwei Punkte mehr geholt als 2011 / 12.

Insgesamt kann man also sagen, das der unfreiwillige Trainerwechsel weder allzu große Vorteile noch gravierende Nachteile gehabt hat. Es ist hypothetisch zu fabulieren, ob man mit Dieter Hecking einen besseren Tabellenplatz ergattert hätte. Europa wird für die Nürnberger wohl auch weiterhin ein Geschenk sein, das man nur alle paar Jahre einmal auspacken darf.

Aber darüber sollte sich ein ehemaliger Fahrstuhl-Kandidat wie der FC Nürnberg eher freuen als ärgern. Lieber solides Mittelfeld als einmal Topp und im nächsten Jahr hopp.

VfL Wolfsburg

Für den Werks-Klub von Volkswagen dürfte diese Saison eher eine zum vergessen sein. Man hat sich sicherlich mehr vorgestellt, als mit 10 Siegen, 13 Unentschieden und 11 Niederlagen am Ende herausgesprungen ist. Der Tabellen-Platz 11 ist eher für graue Liga-Mäuse reserviert als für einen Verein, bei dem mit Europas größtem Autohersteller ein dermaßen finanziell potenter Geldgeber im Hintergrund steht.

Die Zugänge für die neue Saison müssen schon einschlagen, will man in der Saison 2013 / 14 nicht schon wieder nur Mittelmaß sein.

VfB Stuttgart

Die Stuttgarter scheinen sich im Mittelfeld der Tabelle wohl zu fühlen. Mit Ausnahme der Saisons 06 / 07 und 08 / 09 lagen alle Platzierungen der letzten 7 Jahre zwischen Platz 6 und 11. Und bei einer Bilanz von 12 Siegen, 7 Unentschieden, aber vor allem 15 Niederlagen darf man wohl auch keinen Platz unter den Top 6 der Tabelle erwarten, um in Europa oder gar der Königsklasse mitspielen zu dürfen.

Ob es in der nächsten Saison besser läuft, darf bezweifelt werden da Bruno Labbadia schon wieder eine Vielzahl an neuen Spielern in sein Team integrieren muss.

Morgen Teil 3 der Serie mit den Tabellenplätzen 13 bis 18.

Den ersten Teil der Serie lest ihr hier

Marcus
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