Wer beerbt Thomas Schaaf in Bremen?

Scholl, Stanislawski, oder keiner von beiden?


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5119 Tage war Thomas Schaaf Trainer des SV Werder Bremen. Fast hätte er damit den Rekord von Otto Rehhagel, der 5203 Tage den Trainerposten an der Weser inne hatte, geknackt.

Auch wenn der Zeitpunkt seines Abgangs 4 Tage vor dem letzten Saisonspiel 'seiner' Elf etwas ungewöhnlich ist, so muss man sich an der Weser nichts desto trotz nun nach einem neuen Trainer umschauen. In der Lostrommel sollen u. a. der Trainer des 1. FC Köln, Holger Stanislawski wie auch Mehmet Scholl sein, der nach der Saison seinen Job als Trainer der zweiten Mannschaft von Bayern München aufgeben wird. Grund hierfür soll sein 'Zweitjob' als Experte für die ARD sein.

Dieser Nebenjob könnte Mehmet Scholl durchaus auch im Hinblick auf ein Engagement bei den Hanseaten von der Weser im Weg stehen. Und zwar noch viel schwerwiegender als es bei einer Nachwuchs-Elf der Fall ist. Denn kein Trainer, vor allem kein Trainer-Jungspund wie Scholl es dann wäre, kann es sich leisten, gerade in der ersten Zeit nach der Übernahme eines neuen Vereins mit dem Fernsehen auf Tour zu gehen, nur um ein Spiel der Nationalelf zu analysieren.

Scholl müsste sich erst in seine neue Rolle einfinden und sein Team von Grund auf kennen lernen. Das wissen auch die Verantwortlichen um Klaus Fischer und Thomas Eichin. Von daher ist anzunehmen, das Scholl nach jetzigem Stand der Dinge kein 100%iger Kandidat sein dürfte.

Das Scholl vorzeitig aus seinem bis 2014 datierten Vertrag mit der ARD aussteigt könnte sein aber ist momentan wohl noch nicht angedacht.

Scholl als Trainer zu jung - Werder für Stani zu ruhig

Bliebe da noch der zweite Kandidat, der als Nachfolger des etwas dröge und zurückhaltend wirkenden Schaaf gehandelt wird: Holger Stanislawski!

Seit 'Stani' beim FC St. Pauli von Bord gegangen ist, war er ja zunächst mehr oder minder erfolgreich Trainer des jetzt wohl bald-wieder Zweitligisten TSG 1899 Hoffenheim. Seit einem Jahr ist er in der rheinischen Domstadt Köln Trainer des 1. FC. Mit ihm hat er in dieser Saison knapp den Aufstieg in die erste Liga respektive knapp den Relegationsplatz verpasst.

Die Zeitung 'Die Welt' spricht in ihrer Online-Ausgabe davon, das seine Karriere zuletzt mehr

Dorfstraße als Königsallee

gewesen sei. Das mag durchaus zutreffen, vor allem wenn man sich sein Engagement beim Sinsheimer Ortsteil-Klub anschaut.

Aus meiner Sicht gehört Holger Stanislawski zu einem Verein, dem man das Prädikat / den Stempel 'Kult-Klub' aufdrücken könnte. Und dazu zählt Werder Bremen meiner Meinung nicht wirklich. Wobei ich hier zwischen Traditions- und Kult-Klub unterscheide. Dem Erfolg stünde vermutlich nichts im Wege, aber meiner Ansicht nach braucht ein Trainer wie Stanislawski einen Verein um sich, bei dem auch mal ordentlich Feuer unterm Dach sein kann, bei dem im Umfeld immer was los ist. Und ob es das in Bremen jemals ernsthaft geben wird, das bezweifle ich doch schon sehr.

Dafür sind die Hanseaten von der Weser dann doch etwas zu kaufmännisch und unterkühlt. Ganz zu schweigen davon, das Stanislawski es sich sicher nicht nehmen lassen möchte, mit dem temperamentvollerem Kult-Klub - und als solchen sehe ich den Geißbock-Verein - einen zweiten Versuch zu wagen und in der nächsten Saison doch noch in die Bundesliga aufzusteigen.

Marcus
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