Manche Dienstleister haben den Beruf verfehlt


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Wir kaufen seit Jahrzehnten unsere Elektrogeräte aus dem Bereich weiße Ware, also Küche und Bad, bei einem Bekannten meiner Mutter, der ein Elektro-Fachgeschäft betreibt.

Da dieses Geschäft aber runde 30 KM von uns entfernt liegt, kostet es natürlich auch entsprechend Anfahrt wenn deren Leute kommen sollen um etwas zu reparieren. Daher hatte man uns schon vor einiger Zeit gesagt, das es für uns günstiger käme, wenn wir den Kundendienst aus einem nur ca. 10 Kilometer entfernten Ort kontaktieren würden.

Leider haben wir aber weder einen Namen noch eine Telefonnummer des Unternehmens, das den Kundendienst für Miele-Geräte ausführt. Und da seit Sonntag unsere Waschmaschine streikt, und laut Handbuch der Fehler nur vom Kundendienst behoben werden kann und darf, habe ich mich gestern also dran gemacht und versucht in Erfahrung zu bringen welches Unternehmen diese Arbeiten ausführt.

Also rief ich bei einem Unternehmer an, der ein Küchenstudio betreibt. Was ich bei dem Telefonat erlebt habe, hat mich zwar weder erstaunt noch gewundert, aber trotzdem hat der Mann in meinen Augen seinen Beruf verfehlt.

Ich rief dort also an, und fragte ob er den Kundendienst für Miele machen würde. Er verneinte, da deren Geräte wohl nur von deren eigenen Leuten repariert werden dürfen. Ich bat ihn daher darum, mir die Nummer vom Kundendienst zu nennen, weshalb er mich anschließend fragte, ob das Gerät von ihm sei. Ich verneinte diese Aussage und nannte den Ort des Geschäfts, wo das Gerät herstammt.

Meine Verneinung auf seine Frage reduzierte seine Hilfsbereitschaft, mir die Rufnummer rauszusuchen - sofern er sie nicht im Kopf hat - und zu nennen. Er fragte mich stattdessen, weshalb ich denn nicht dort anrufen würde. Mit der Antwort, das ich das jetzt tun würde, beendete ich das Gespräch.

Das wir in Deutschland in einer Service-Wüste leben, ist allgemein bekannt und sicher keine Neuheit. Aber das man selbst dazu zu faul ist, eine Rufnummer rauszusuchen und weiter zu geben, grenzt schon an Dreistigkeit. Zumal jeder Anrufer ja auch ein potentieller (zukünftiger) Kunde sein könnte.

Aber dieses Unternehmen werden wir sicher nicht zu Rate ziehen, sollten wir mal in die Situation kommen, das wir eine neue Küche bräuchten oder andere der Dienstleistungen, die dieser Betrieb anbietet. Der Laden ist für mich und uns gestorben. Allein auch schon aus dem Grund, das ich seit meiner Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel vor 20 Jahren stets Kundenkontakt gehabt habe und meine Einstellung bezüglich des Dienst am Kunden ganz anders aussieht als die dieses Unternehmers. Ich würde mir nichts verheben, würde ich in die Situation kommen, das ich einem Anrufer / Kunden eine Telefonnummer heraussuchen müsste. Selbst dann nicht, wenn er bei mir oder meinem Arbeitgeber noch nie eingekauft hätte.

Letzten Endes konnte mir aber auch der Betrieb des Bekannten meiner Mutter nicht wirklich weiterhelfen. Denn die nannten mir auch nur die Nummer, die ich über die Webseite von Miele auch schon herausgefunden hatte.

Trotzdem finde ich es immer wieder erbärmlich, wie wenig der Kunde hierzulande zu zählen scheint. Kundendienst oder der Dienst am Kunden scheint für manche wirklich nur dann vonnöten zu sein, wenn man an selbigen schon möglichst viel verdient hat.

Marcus
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1 Kommentar

  1. Das ist leider in Deutschland extrem. Solang derjenige keinen eigenen Nutzen davon hat, ist er auch nicht bereit weiterzuhelfen. Das ist mir auch schon häufiger passiert, dass einem nicht weitergeholfen wird, ohne auch mal über den Tellerrand zu schauen und möglicherweise einen neuen Kunden zu gewinnen. An kundenfreundliche Firmen erinnert man sich doch gern wieder wenn man ein anderes Anliegen hat. Aber das checken die Meisten eben nicht.

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