Knöllchen-Horst macht fröhlich weiter

Selbsternannter Verkehrssheriff erweitert sein Revier


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Er soll eine eigene Verkehrssünderkartei führen und im Laufe der Zeit mehr als 14.000 (angebliche) Verkehrssünder beim Ordnungsamt der Stadt Osterode angezeigt haben. Mittlerweile spricht man sogar von 30.000 angeblichen Sündern.

Die Rede ist vom als 'Knöllchen-Horst' bekannt gewordenen Frührentner Horst-Werner N.. Bundesweite Berühmtheit dürfte dem unter zu viel Zeit leidenden, selbsternannten Verkehrssheriff wohl durch seine abwegigste und bekloppteste Strafanzeige zu teil geworden sein: Er zeigte einen, im Rettungseinsatz befindlichen Hubschrauber wegen Falschparkens an.

Er selbst verneint das es eine Anzeige gewesen wäre. Aus seiner Sicht sei es nur ein Hinweis an 'seinen' Sachbearbeiter im Ordnungsamt gewesen. Und da er sich deshalb auch in vielen Zeitungen falsch beschuldigt fühlte, hat er unter anderen Schadenersatz von der Augsburger Allgemeinen Zeitung verlangt und zog deshalb vor Gericht. Seine geforderten 3.000 € erhielt er nicht einmal im Ansatz.

Hieß es vor einer gewissen Zeit, er wolle mit seinem (krankhaften?) Tun Schluss machen und in den 'wohlverdienten' Ruhestand gehen, so kann man seit kurzem lesen, das er wohl nur das Revier gewechselt respektive es sogar erweitert hat, in welchem er jetzt auf die Jagd geht.

Denn seit neuestem dürfen sich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Landkreis Göttingen über die Flut seines übertriebenen Handelns freuen. Allerdings händeln sie es dort wohl so, wie man es im Harz erst im Laufe der Zeit eingeführt hat: Ein Großteil seiner Anzeigen landet in Ablage P. Wie man lesen kann, werden nur die von ihm angezeigten Verstöße von den Mitarbeitern weiter verfolgt, die wirklich gravierend wären.

Und das ein Mensch, wie dieses, wohl von Langeweile geplagte Individuum davon überzeugt ist, keine eigenen Verfehlungen zu begehen und nur korrekt zu Handeln, versteht sich wohl von selbst!

Denn nachdem man gegen ihm, dem braven und folgsamen Bürger, wegen Geschwindigkeitsübertretung einen Bussgeldbescheid über 10 € verhängt hatte, ist er gegen diesen vor Gericht gezogen. Gott sei Dank verlor er dieses Vefahren und musste zahlen. Zwischenzeitlich hatte er, eben wegen jenes Verfahrens angekündigt, vorerst von seinem diesbezüglichen Tun abzulassen. Er hörte aber nicht ganz auf, die Behörden mit mehr oder minder Sinnfreien Anzeigen zu bombardieren. Denn nun ging er gegen rechtswidrige Abfallgebührenbescheide vor.

Das er nun doch wieder angebliche Verkehrssünder jagt, liegt vielleicht auch daran, das das wohl durchaus ein einträgliches Nebeneinkommen sein kann. Denn natürlich sind diejenigen Autofahrer, die ihm einen Starfzettel zu verdanken haben, nicht sehr gut auf ihn zu sprechen und beleidigen oder bedrohen ihn dann sogar. Und dagegen geht ein Mensch wie Knöllchen-Horst natürlich vor Gericht. Und die sprechen ihm dann tatsächlich schon mal bis zu dreihundert Euro Schmerzensgeld zu.

Bleibt die Frage, wann endlich hören die Behörden auf, Knöllchen-Horst weiter seine Befriedigung zu verschaffen, in dem sie alle seine Anzeigen ungelesen in den Abfalleimer werfen.

Marcus
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5 Kommentare

    • Ja, der Herr ist wirklich behandlungsbedürftig. Er scheint ja tatsächlich zu glauben, den Heiligenschein auf zu haben!

      Spätestens seit der Geschichte mit dem Rettungshubschrauber hat der Mensch in meinen Augen das Recht verwirkt, andere weiter anzuschwärzen. Weshalb ich auch der Ansicht bin, es sollten alle seine Anzeigen gleich in den Schredder wandern, und nicht unser sauer verdientes Steuergeld damit vergeudet werden, das sich noch irgendwelche Sachbearbeiter damit rumschlagen müssen!

      • Ich seh da gewisse Parallelen zum Thema bei mir das Du kommentiert hast. Auch gegen solche Leute gäbe es Gesetze… warum wendet sie keiner an? Ich denke, dass solange er keine ordentliche vor den Latz bekommt hört der nicht auf und macht jetzt in Göttingen weiter. Wo wird er dann in ein paar Monaten zuschlagen wenn Göttingen nicht „angemessen“ reagiert auf seine Anzeigen?

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