Proteste gegen Tierhaltung in Zirkussen


Der Artikel besteht aus 650 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 02:36 Minuten

Bei uns in Lüneburg hat sich für den November (oder Ende Oktober) ein Zirkus angekündigt, der auch Tiere in seinem Programm auftreten lässt! Das treibt einige Menschen auf die Palme. Denn sie vertreten die Meinung, das Tierhaltung im Zirkus (und übrigens auch im Zoo) niemals Artgerecht sein könne!

Daher fordern sie u. a. auch die Stadtverwaltung auf, dem Beispiel anderer Städte zu folgen in denen Zirkusse mit Tieren keine Flächen mehr für ihren Auftritt zur Verfügung gestellt werden!

Zugegeben: Elefanten, Tiger und Co. haben in freier Wildbahn ein Revier von mehreren hundert qkm. Etwas was ihnen weder ein Zoo und erst recht kein Zirkus der Welt bieten kann!

Doch wie scheinheilig ist die Diskussion um die Tierhaltung in Zirkussen und Zoos, wenn man die Artgerechte Tierhaltung als Basis dieser anführt? Nehmen wir mal als Beispiel Tierschauen von Hunden, Katzen und Kanninchen!

Ist es Artgerecht, wenn man diese für das eigene Ego aufhübscht, stylt und was weiß ich nicht noch alles, nur um am Ende einen Blech-Pokal mit nach Hause nehmen zu können? Angeboren ist dieses Verhalten / Benehmen den Tieren jedenfalls nicht.

Bei Tieren in Zirkussen, Fernsehsendungen und -serien wird, wenn es darum geht Tiere daraus zu verbannen, gerne damit argumentiert, das sie unter einem erheblichen Stresspegel leiden würden. Doch unter wieviel Streß stehen Tiere, wenn man sie den Prüfrichtern vorführt und irgendwelche Tricks vorführen lässt?

Als ein Argument, Tiere zukünftig nicht mehr für die 'Unterhaltung' von Kindern und Erwachsenen in Zirkussen oder auch in Fernsehsendungen / -serien auftreten zu lassen, wird auch genannt das es ja genügend Dokumentationen im Fernsehen gibt, bei denen Kinder lernen / sehen können wie die Tiere leben!

Dieses Argument mag zum Teil stimmen! Doch andererseits fällt mir dazu dann die Milka-Kuh aus der Fernseh-Werbung ein, die nicht ganz unschuldig daran ist respektive war, das vor allem Kinder aus der Stadt im Ernst der Meinung waren, Kühe seien nicht schwarz-bunt oder braun, sondern lila!

Zum anderen sind viele der Tiere, die in Zoos und Zirkussen gehalten werden in der freien Wildbahn bekanntlich stark gefährdet oder stehen sogar schon auf der roten Liste bedrohter Tierarten.

Der Mensch muss, so denke ich, eine emotionale Bindung zu einem Tier / einer Tierart aufbauen respektive aufgebaut haben, um sich für diese (später) einsetzen zu können und das auch zu wollen. Das jedoch geschieht in der Regel nicht über eine Tierdoku im Fernsehen, sondern in dem man einen Vertreter der Tierart live / real gesehen und quasi gegenübergestanden hat. In Tierdokus sieht man in der Regel ja sehr viele Tiere einer Tierart. Also warum sollte man sich darum sorgen oder gar kümmern, wenn es doch anscheinend noch genügend Tiere dieser Rasse / Art gibt?

Als Beispiel möchte ich diesbezüglich anführen, das es hierzulande nur sehr wenige Menschen gibt, die genauso auf die Barrikaden gehen, wenn in Japan und andernorts Wale gefangen werden, weil ihre Innereien angeblich Potenzsteigernde Wirkung haben sollen! Hier hat man keine oder nur eine sehr geringe emotionale Bindung zu dieser Tierart. Und warum? Sehr wahrscheinlich weil die wenigsten Wale jemals live erlebt haben.

99% werden Wale sehr wahrscheinlich nur aus einer der erwähnten Dokumentationen kennen!

Ich persönlich finde es fast perfider, ein Tier auf einer Tierschau auf den Präsentierteller zu stellen, als ein Tier in einer Fernsehsendung oder einem Zirkus 'aufzuführen'. Denn während letztere mehrere Menschen 'unterhalten' sollen, dient ersteres doch einzig und allein dem Zweck, das eigene Ego zu streicheln. Das Tier selbst hat davon nichts, überhaupt nichts! Ganz abgesehen davon, das Tiere in Zirkussen in der Regel mit dem ganzen Trara aufwachsen weil sie tagtäglich damit leben. Das ist nach kurzer Zeit für sie Gewohnheit.

Das wird eine Hunde-, Katzen- oder Kanninchenschau für das betroffene Tier meines Erachtens aber nie!

Marcus
Über Marcus 702 Artikel
Ich freue mich über Deinen Besuch auf meinem Blog! Wenn Dir der Artikel gefallen hat, teile ihn doch mit anderen und hinterlasse Deine Meinung. Mehr über mich gibt es hier zu lesen

2 Kommentare

  1. Um Geld zu verdienen lassen sich die Menschen die komischten Dinge einfallen. Der Zirkusbetrieb ist auch ein Weg. Ich bin keine Moralapostel, aber ich finde es eine Schande, eingesperrte Tiere zu beobachten nur um etwas erlebt zu haben ODER viel perfider: um Spaß zu haben.

    • Hallo Kai!

      Ich bin auch kein Moralapostel, und will mit dem Artikel auch nicht der Tierhaltung im Zirkus (im allgemeinen) das Wort reden! Zumal ich schon mindestens 20 Jahre wohl in keinem Zirkus war!

      Aber: Manchen Tieren im Zoo oder gerade auch im Zirkus geht es definitiv mit Sicherheit wesentlich besser, als manchem Hund, Katze oder Meerschweinchen! Schließlich kauft man sich als Privatperson dann eben ein neues Tier, sollte das vorhandene – warum auch immer – plötzlich sterben! Das kann und will ein Zoo oder Zirkus aber nicht!

      Und schon deshalb ist die (Für)Sorge dort mit Sicherheit größer!

      Allein wenn ich daran denke, was für ein Hundeleben (im negativen Sinne) wohl so ein Hund hat, der den Stress bei solchen erwähnten Tirschauen durchleiden muss!

      Kann, respektive darf der wirklich mal Tagsüber den ganzen Tag draußen sein und auf ’seinem‘ Grundstück tollen? Wohl eher nicht! Er könnte sich ja sonstwas ins Fell holen! Unsere beiden Wauwis haben sicher auch nicht unbedingt das Hundeparadies. Aber im Normalfall sind sie – teilweise selbst bei Regen – draußen!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


CommentLuv - verlinke einen deiner Blog-Artikel