Warum mir Bürgerinitiativen suspekt sind!


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In vielen Fällen, in denen ich in den Medien davon höre das sich schon wieder eine Bürgerinitiative gegründet hat um gegen dieses oder jenes 'Problem' anzugehen, habe ich so meine Schwierigkeiten, das zu verstehen!

Nicht das ich es Prinzipiell schlecht finde, das Bürger sich engagieren! Was ich daran schizophren finde bzw. was mich dabei auf die Palme treiben kann, ist die Tatsache das die meisten sich immer erst dann engagieren, wenn sie Gefahr laufen, in ihrem - ansonsten wohl 'idyllischen' und problemlosen - Leben beschnitten oder eingeengt zu werden!

Und das seltenst die Argumente der Gegenseite, wenn sie ihre Berechtigung haben, anerkannt, sondern im Gegenteil als Lobbyistisch und nicht zutreffend abgetan werden! Zudem sind wohl in nicht wenigen Fällen neu zugezogene die Initiatoren solcher Bürgerinitiativen. Und das, obwohl sie eigentlich vorher schon von der Thematik wissen müssten. Zumindest dann, wenn sie sich vorher darüber informiert haben / hätten, wo sie hinziehen.

Alteingesessene kennen das 'Problem', welches Neuhinzugegezogene mit manchen Dingen haben, gar nicht. Weil sie es nicht selten von Kindesbeinen an kennen, und gelernt haben damit zu leben!

Hier bei uns gibt es z. B. eine Bürgerinitiative gegen die A 39, gegen den seit mehr als 100 Jahren vorhandenen Flugplatz  und neuerdings formiert sich wohl eine, die gegen angebliche Lkw-Mautflüchtlinge zu Felde zieht!

Gut, die A39 gibt es hier (noch) nicht. Aber die BI gegen den Flugplatz dürfte es eigentlich gar nicht geben! Denn der Flugplatz existiert - wie erwähnt - schon so lange, das die meisten da noch gar nicht gelebt haben, als er eröffnet wurde!

Natürlich ist es verständlich, wenn Menschen Angst haben, das ein Flugzeug vom Himmel fällt. Aber die Angst haben eben nicht nur die Neu- sondern auch die Altbürger. Aber da hier noch nie ein derartiges Unglück passiert ist - was bei den wenigen Fliegern und den geringen Flugbewegungen nicht wirklich verwundert - kümmert es die 'Alten' nicht wirklich in dem Maß, als das man gegen den Platz zu Felde ziehen müsste!

Auch die Initiative der A39-Gegner kann ich zumindest im Ansatz verstehen! Zum einen wird damit natürlich Natur zugebaut, und es könnte etwas lauter werden!

Aber: Gibt es irgendwo mehr Verkehr, weil eine neue Straße ge- oder umgebaut wird? Oder gibt es dort mehr Verkehr, weil mehr transportiert wird? Ich glaube letzteres! Denn nur weil wir Deutschen sozusagen aussterben sterben unsere Nachbarländer ja nicht gleich mit aus! Sehr wahrscheinlich im Gegenteil: Einige Länder werden sicher noch in ihrer Einwohnerzahl zulegen!

Als man hier vor etwas über 20 Jahren die Lüneburger Ostumgehung gebaut hat, haben sicher auch nicht wenige gedacht, was soll der Quatsch und 'Das Teil brauchen wir doch nicht!' Heute sind dieselben sicher froh, das der ganze Verkehr nicht (mehr) durch die Stadt geht!

Und da kann man die zuvor gestellte Frage gut anbringen: Ist der Verkehr in diesen 2 Jahrzehnten hier so stark gestiegen, das die Lüneburger Innenstadt ihn auf keinen Fall mehr verkraften würde, weil es eben seit dem die Umgehung gibt, oder gab es den Verkehrsanstieg weil der Verkehr insgesamt mehr wurde?

Am allermeisten aber kann ich mich im Moment über diejenigen aufregen, die sich über die angeblichen Mautflüchtlinge auf der Strecke Lüneburg - Dannenberg beschweren! Vor allem über ein Argument, das ich heute morgen oder gestern in einem Leserbrief lesen durfte: Die Lkw würden sich nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Ganz im Gegenteil: Diese würde jene, die sich an diese Beschränkungen halten würden vor sich her treiben!

Unbestritten ist, das es Mautflüchtlinge gibt!

Aber ansonsten fällt mir zu diesem Argument nur folgendes ein: Da sieht man mal, wie es anderen geht. Z. B. den Anwohnern an der Lüneburger Ostumgehung - aber mit den Pkw! Tempo 100 ist vorgegeben - aber wer das einhält, wird von allen anderen Autofahrern überholt! Und vielleicht gehört der Schreiber des Leserbriefes auch zu der Klientel, die die zweispurige Umgehung als Rennpiste nutzt!

Und beim anderen Argument, das es 'vor allem ausländische Fahrer' seien, die die Strecke zur Mautflucht nutzen, frage ich mich, woher man das wissen will! Denn die großen Speditionen in Deutschland, und damit meine ich jene mit 20 und mehr Fahrzeugen, haben schon seit Jahren 'ausgeflaggt. Sprich, sie sind mit ausländischen Kennzeichen unterwegs! Das Kennzeichen sagt also schon lange nichts mehr darüber aus, ob ein Laster wirklich nach Polen, Ungarn, in die Ukraine oder wohin auch immer fahren wird!

Ein Unternehmer aus der Gegend hatte eine Zeitlang ein auf Zypern gemeldetes Fahrzeug am Laufen! Aber das heißt nicht, das es jemals diese Insel auch nur von weitem gesehen hat!

Zum anderen finde ich, das wir alle mit unserer Geiz ist Geil-Mentalität und dem Zwang, das Produkt, welches wir heute bestellen morgen geliefert bekommen zu wollen, eine große Mitschuld daran tragen, das Unternehmer sich gezwungen sehen ihre Fahrer anzuweisen nicht auf Mautstrecken zu fahren!

All das aber wird von den Mitgliedern einer BI nicht - oder zumindest sehr selten - gesehen! Es wird nur gesehen, das da mehr Laster fahren, wieder eine Autobahn gebaut wird und so weiter und so fort. Aber welchen Anteil man an dem hat, was man als Problem sieht, das wird von BI-Mitgliedern meiner Ansicht nach gerne und mit Vehemenz ignoriert!

Marcus
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