Der Zwist zwischen Zwanziger und Hoeneß

Öffentlicher Zwist zwischen den Funktionären


Der Artikel besteht aus 644 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 02:34 Minuten

Im Moment kann man wieder beobachten, wie sich zwei - durchaus nicht unwichtige - Funktionäre des deutschen Fussballs öffentlich bekriegen.

Uli Hoeneß, seines Zeichens Präsident des FC Bayern München, hat Dr. Theo Zwanziger - seit 2011 Exekutivkomitee der FIFA - wegen seines Verhaltens hinsichtlich der Fifa kritisiert und davon gesprochen, das Zwanziger sich von Blatter 'umschmusen' lasse.  Und das nicht zum ersten Mal. Warf der ehemalige Manager des deutschen Rekord-Meisters dem ehemaligen DFB-Präsidenten doch schon im letzten Jahr vor, auf Schmusekurs zum Fifa-Präsidenten Sepp Blatter zu gehen, weil er ihm bei dessen Wiederwahl seine Stimme gegeben hatte.

Das hatte den bayerischen Wurst-Fabrikanten auf die Palme getrieben, weil bekanntermaßen verschiedene Dinge in den Reihen der Fifa nicht mit rechten Dingen abliefen.

Man erinnere sich nur einmal an die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Quatar!

Zwanziger hätte Blatter nicht wählen dürfen

Nach Hoeneß' Meinung hätte Zwanziger als damaliger Chef des größten nationalen Fussball-Verbandes der Welt - dem DFB - ein Zeichen gegen Kungelei und Vetternwirtschaft in Reihen des Züricher Verbandes setzen können, wenn er Blatter nicht mitgewählt hätte.

Gilt Sepp Blatter doch gemeinhin als Sonnenkönig des Welt-Fussballverbandes, der seine Kritiker lieber zum Schweigen bringt als sich deren Vorwürfen zu stellen.

Zwanziger soll als Antwort auf die wiederholte Kritik des Münchener Klubchefs mit den Worten

Uli Hoeneß muss aufpassen, das er sich mit seinen vielen Sprüchen zu einem Clown entwickelt

reagiert haben. Ausserdem empfände er die Aussagen des ehemaligen Fussball-Weltmeisters von 1974 als

primitiv und verletzend

Zugegeben, ich bin zwar kein Hardcore-Fan! Aber ich bewundere dennoch, was der FC Bayern München - auch und gerade - unter der Ägide Uli Hoeneß' als Manager erreicht hat. Uli mag in seinen Aussagen nicht immer sachlich dafür aber umso emotionaler sein. Schließlich liebt er den Fussball einfach viel zu sehr, als das er das Thema nur eindimensional betrachten könnte.

Entwickelt sich Hoeneß zum Clown?

Aber im Prinzip haben seine Aussagen bislang eigentlich immer dem Kern, und somit der Wahrheit, der jeweiligen Sache entsprochen.

Ich halte Zwanzigers Reaktion einzig für die eines in seiner Eitelkeit gekränkten Menschen. Der Rheinland-Pfälzer wirkt für mich wie jemand, der Konfrontationen möglichst aus dem Weg geht. Dafür spricht für mich auch die Art und Weise, wie er 2004 an die Spitze des Deutschen Fussball-Bundes gelangte: In dem man sich auf eine Doppelspitze einigte, um einer Kampfabstimmung gegen Mayer-Vorfelder aus dem Weg zu gehen.

Für viele sieht so etwas danach aus, als hätte man Angst, man könne eine Wahl verlieren. Und das stärkt die eigene Position in den seltensten Fällen!

Kuschelkurs in FIFA hilft Zwanziger

Das es daher unter seiner Ägide im DFB mal so richtig gekracht hat, daran kann ich mich nicht entsinnen. Doch auf Dauer ist nur Schmusen auch nicht gesund! Mit / An seinem Vorgänger Mayer-Vorfelder hat man sich in Reihen der Fussball-Funktionäre meiner Erinnerung nach mehr gerieben.

Zwanziger möchte sein Pöstchen bei der Fifa sicher noch einige Zeit behalten. Schließlich gibt einem so ein Sessel doch durchaus die Gewißheit, wenn man auch nicht mehr absolut wichtig ist immer noch auch nicht ganz unwichtig zu sein. Und weil er sein Plätzchen sicher noch ein wenig aussitzen möchte, ist es leider die beste Verhaltensweise, sich bei Kritik an der Organisation oder dessen Chef am besten ganz weit runter zu ducken. Denn wer die Fifa kritisiert, kritisiert Joseph Blatter. Und das wird unter Garantie eher früher als später zum Bumerang!

Denn Blatter wird - vor allem aufgrund seines mit der Zeit aufgebauten Netzwerkes, das ihm den Rücken stärkt - im Fall des Falles sicher nicht davor zurückschrecken, sich auch mit dem weltweit Mitgliederstärksten nationalen Fussball-Verband anzulegen.

Marcus
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2 Kommentare

  1. Hey, hier ist mal wieder Sven :),

    Primtiv allein ist schon das es solche Diskussionen und Streitereien überhaupt gibt. Und das von 2 so „hoch angesehenen“ Ämtern im Fußball. Es ist einfach nur albern das so etwas passiert, und auch noch in der Öffentlichkeit, ich als Fußballfan erwarte wirklich ein bisschen mehr Würde von den beiden…

    lg Sven

  2. Ich bin jetzt echt mal gespannt, wie sich das ganze mit Niersbach weiterentwickelt, den ich übrigens für einen sehr fähigen und integren Funktionär halte. Nicht nur was die andauernden Dispute zwischen dem FC Bayern (in Persona Uli Hoeness) und dem DFB angeht, sondern auch die Machenschaften rund um Korruption, Gelder, …, bei denen man ja nie genau wusste, wie sich Zwanziger daran beteiligt.

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