Sippenhaft für Bettina Wulf?


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Ich bin trotz Internet & Co. noch ein eifriger Zeitungsleser. Zumindest unsere regionale Tageszeitung muss ich gelesen haben, um mich einigermaßen informiert zu fühlen. Und hier auch und vor allem die Leserbriefseiten.

Was ich da manchmal lese lässt mich ehrlich gesagt am Verstand derjenigen Zweifeln, die ihre Meinung dort verbreiten lassen.

So auch heute morgen!

In einem der Leserbriefe ging es auch um die Affäre Wulf.

Unter der Überschrift - die wie ich weiß allerdings von der Redaktion formuliert wird - 'Nichts gemerkt?' beklagt ein Leser, das man die Ehefrau des Bundespräsidenten, Bettina Wulf bislang

immer höflich außer Acht gelassen

habe.

Er würde sich fragen, ob das denn richtig sei. Schließlich bemerkt im normalen Leben der Lebenspartner, ob man Reisen, Unterkünfte oder Eintritte zu Veranstaltungen bezahlt oder nicht!

Soll man Frau Wulf jetzt also in Sippenhaft nehmen, weil sie ihrem Mann nicht auf die Finger geklopft und nicht mit 'Du böser Junge, Du' ausgeschimpft zu haben scheint? Hätte Sie bei solchen Einladungen ihre Teilnahme absagen sollen?

Wie weltfremd ist denn so etwas bitte schön?

Will mir - so wie der Leser - jemand ernsthaft erzählen, das es einer Ehefrau im Regelfall nicht herzlich egal ist, warum sie jetzt kostenlos in eine Veranstaltung hineinkommt? Oder soll man sie, Bettina Wulf, respektive jede andere Ehefrau jetzt verurteilen wenn sie ihren Ehepartner nicht gefragt hat, ob und wie eine Reise und daraus resultierende Übernachtungen bezahlt werden?

Vor allem wenn - wie das heute meines Wissens nach der (Regel)Fall ist und in diesem besonderen Zusammenhang sehr wahrscheinlich erst recht - Ehefrau und Ehemann getrennte Bankkonten haben?

Und zweitens muss sich die Ehefrau eines Politikers um solche Dinge überhaupt kümmern? Schließlich ist es in diesen Schichten wohl Gang und Gebe, das der Funktionsträger eingeladen wird, und mit ihm dann der Ehepartner.

Der Fall Wulf zeigt ja durchaus auch das viele Politiker nicht wissen, was sie im Hinblick auf Kontakte mit Geschäftspartnern dürfen und was nicht. Denn hier spielt ja nicht in allen Fällen Vorsatz eine Rolle, sondern mehr oder weniger auch Naivität. Und wenn schon Politikern der Durchblick fehlt, was sollen da erst die jeweiligen Lebenspartner sagen, die sich mit so etwas noch weitaus weniger beschäftigen?

Marcus
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