Die Sache mit dem Castor


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Seit fast genau 5 Tagen ist der Castor jetzt schon auf dem Weg ins sogenannte Zwischenlager Gorleben.

Inzwischen hat er es ja Gott sei Dank immerhin bis zum Verladebahnof in Dannenberg gebracht. Wir, die wir hier rund 50 KM vom Verladebahnhof und round about ca. 70 KM vom Zwischenlager entfernt wohnen, können unseren Tagesablauf endlich wieder ohne die nervigen Hubschrauber-Flüge absolvieren.

Das es solange gedauert hat bis der Zug mit den Castoren das Wendland erreicht hat, wird von vielen als Erfolg gefeiert. Für mich stellt sich die Frage, wo man einen Erfolg feiern will, wenn man das endgültige Ergebnis einer Sache schon von vorn herein nicht verhindern kann und - vor allem - nicht verhindern wird!

Denn das die Castoren (vorerst) in Gorleben eingelagert werden ist schließlich Fakt.

Teurer 'Erfolg'

Der einzige 'Erfolg' den man hier 'feiern' könnte, ist die Tatsache, das man mit Schienen- und Straßenblockaden sinnlos Steuergelder verpulvert (hat). Schließlich kostet uns jede Stunde die die Beamten im Einsatz sind (viel) Geld. Geld, welches man in Schulen, Infrastruktur und andere, dem Gemeinwohl dienenden Dinge hätte investieren können.

Nicht das wir uns hier falsch verstehen: Ich habe nichts dagegen, das man gegen etwas demonstriert. Ich habe nur etwas gegen die Art und Weise wie es passiert.

Und ich habe etwas dagegen, das man hier Personen zu Gegnern hochsterilisiert und erklärt die es nicht sind, sondern die einfach nur ihren Job machen.

Wir alle, jeder von uns haben / hat in den letzten 30 Jahren nicht schlecht von, mit und durch die Atomkraft gelebt. Den Luxus, den sich viele - oder die meisten - von uns mit zig Computern, Fernsehern, Video- und DVD-Playern leisten, hätte es ohne Unterstützung durch die Atomkraft sehr wahrscheinlich nicht gegeben.

Und dieser Atommüll, den wir mit diesen Castoren zurückbekommen, stammt sicher nicht erst aus den Jahren 2010 und / oder 2011. Die Wiederaufbereitung dauert, wie ich glaube, sicherlich länger als nur ein paar Monate.

Das wir den Müll, den wir verursacht und den die Franzosen und Engländer für uns wiederaufbereitet haben, zurücknehmen müssen sollte eigentlich jedem einleuchten. Wer von uns würde seinen Nachbarn nicht auffordern, seinen Müll den er uns aufs Grundstück gekippt hat wieder zurückzunehmen?

Die wenigsten vermutlich!

Das die Polizisten den Castor schützen ist ihre Aufgabe, weil der Staat den Müll zurücknehmen und irgendwo unterbringen muss. Das heißt aber nicht, das einzelne - oder vielleicht auch alle - Beamte nicht auch gegen den Castor sind. Sie deshalb zu Gegnern zu erklären und sie mit Molotow-Cocktails, mit durch Nägel präparierte Golfbälle und sonstigem Unfug zu bewerfen, hat mit dem Castor und seinem Transport so wenig zu tun wie der Osterhase mit Weihnachten.

Sondern der einzige Grund dafür ist, die Polizei zu provozieren, sich mit ihr zu prügeln und sich dann möglicherweise hinterher zu beschweren, das man blaue Flecke davon getragen hat.

Apropos blaue Flecke. Ich für meinen Teil habe mit den Demonstranten, die sich bei dem Widerstand verletzt haben oder verletzt wurden, nicht das geringste Mitleid.

Die Polizeiführung hat von vornherein angekündigt, das sie eine Null-Toleranz-Schiene gegen Demonstranten, welche sich an Straftaten beteiligen, fahren wird. Wer sich dann trotzdem noch auf die Straße und / oder die Schiene setzt, daran vielleicht dann auch noch festkettet oder diese unterhöhlt, darf sich einfach nicht wundern, wenn die Polizei dann robuster zufässt.

Kein Mitleid mit den Demonstranten

Das dabei dann auch evtl. an diesen Taten unbeteiligte Personen etwas abbekommen, lässt sich bei der Masse an Menschen in vielen Fällen mehr oder weniger nicht verhindern!

Im Castorticker war neulich - wenn ich mich recht entsinne - mal zu lesen, die Polizei hätte Personen von den Gleisen geholt und unter Arrest gestellt. Da diese nicht umgehend einem Richter vorgeführt worden seien, sei die Maßnahme illegal.

Das diese in Gewahrsam genommenen Personen auch illegales getan haben hat man natürlich nicht erwähnt.

In einem Leserbrief schrieb eine - dem Namen nach zu urteilen - junge Dame heute: Die Polizei solle doch nach Hause gehen, und die schöne Adventszeit genießen.

Das würde diese sicherlich auch gerne tun. Aber vielleicht sollte man das den (gewalttätigen) Chaoten einmal ins Stammbuch schreiben. Denn das diese Menge an Beamte in den Einsatz geschickt werden liegt nicht an den ruhigen und besonnenen Demonstranten, sondern nur daran, das sich darunter auch diese Leute mischen, die nur Zorres veranstalten wollen und am Castor mehr oder weniger gar nicht interessiert sind.

Denn wenn die nicht so darauf erpicht wären, sich wie erwähnt mit den Beamten prügeln zu wollen, dann bräuchte es nicht Ansatzweise soviele Beamte und der Castor könnte seinen Weg, den er - wie ebenfalls bereits erwähnt - so oder so zurücklegt, schneller absolvieren.

Und das würde uns allen zugute kommen. Auch und vor allem aufgrund der dann eingesparten (Millionen-)Beträge für die Einsatzzeit der Beamten. Von den Krankenhauskosten und Aufwendungen für Beschädigte Dienst-Fahrzeuge und zu Bruch gegangenes Material selbiger mal ganz abgesehen.

Ach ja, und natürlich auch von den dann überflüssigen Gerichtsverfahren, die auch nur uns Steuerzahlern Geld kosten, weil die Mehrzahl der Chaoten im Normalfall wohl nicht das Geld haben wird, um ihre Verfahren (Anwälte und möglicherweise entsprechende Geldstrafen) bezahlen zu können.

Marcus
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