Entweder Du bist meiner Meinung…

...oder ich erkläre Dich für ahnungslos und voreingenommen


Der Artikel besteht aus 1290 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 05:09 Minuten

Zugegeben, ich bin weder Automechaniker noch Polizist oder Gutachter, aber das habe ich auch nirgendwo behauptet. Ich bin nur ein Mensch, der das was er irgendwo liest versucht nachzuvollziehen und möglichst auch zu verstehen. Zudem ich bin jemand, der versucht, die Logik in seine Gedankengänge einzubinden. Dazu gehört es auch, Dinge zu hinterfragen.

Und ich bin jemand, den es anreihert, wenn man auf bestimmte Personen und / oder Berufsgruppen einprügelt, weil oder wenn die nicht der eigenen Ansicht sind.

Vor wenigen Tagen bin ich - auf welchem Wege weiß ich jetzt nicht mehr - auf einen Artikel gestoßen, der mich aufgrund der Überschrift interessierte. In diesem Artikel namens 'Die Polizei - dein Feind und Helfer' schildert eine Bloggerin ein Erlebnis mit zwei anscheinend langjährigen Polizeibeamten.

Kurz zusammengefasst geht es darum, das sie an ihrem sechs Wochen alten Wägelchen einen wohl frischen Kratzer entdeckte. Als Verursacher machte sie den neben ihr parkenden Mercedes aus. Weil kein Unfallverursacher respektive Zeuge zugegen war, rief sie die Polizei. Diese rückte dann mit zwei Beamten an die sich den Schaden ansahen und die Ansicht vertraten, das der Benz es nicht gewesen sein könne.

Als Polizist den Beruf verfehlt

Die Bloggerin machte diese Feststellung der Beamten wohl völlig Fassungslos. Wie konnten die Beamten ob oder gerade trotz  ihrer Jahrelangen Erfahrung und der - für sie- völlig klaren Tatsachen bloß diese Ansicht vertreten? Für sie und ihren Mann steht wohl zumindest fest, das diese beiden ihren Beruf verfehlt haben dürften.

Nun bin ich wie gesagt weder Gutachter, noch Polizist oder ausgebildeter Psychologe. Aber trotzdem sind mir die Grundsätze der Psychologie nicht völlig unbekannt. Zu diesen gehört meines Wissens nach auch, das man aus subjektiver Sicht auf eine Sache - hier also aus Sicht der / des Geschädigten - durchaus Dinge für völlig klar und ersichtlich hält, die es so nicht unbedingt sind oder sein müssen. Unter anderem deswegen, weil man Umstände, die gegen die eigene Meinung sprechen, ausblendet.

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, u. a. aus diesem Grund einen Kommentar abzugeben. Aber auch weil ich es eben nicht leiden kann, wenn man auf Personen oder Berufsgruppen einprügelt und sie für unfähig erklärt, weil sie - auch (oder gerade) wegen ihrer Berufserfahrung - Dinge anders sehen als der Geschädigte.

Davon, das Polizisten durchaus neutral sein sollten, mal gar nicht erst gesprochen!

So habe ich in meinem ersten Kommentar auch auf Dinge aus ihren Schilderungen hingewiesen, die für meinen Teil für den Standpunkt der Beamten sprechen können. Unter anderem schilderte ich meine Annahme, das ein Auto sich beim Volleinschlag der Lenkung nicht 'aufbocken' würde. Was einen vorhandenen Höhenunterschied erklären könnte.

Kritik an Menschen mit anderer Sichtweise

Ihre Antwort darauf ließ mich fast aus den Latschen kippen: Sie unterstellte sowohl mir als auch den Beamten die Ansicht, Frauen wären wohl zu blöde fürs Autofahren und gehörten nicht hinters Lenkrad, sondern an den Herd.

Ich weiß nicht, was und wo immer sie das gelesen haben mag. Ich habe das in dem / den Kommentar(en) dort jedenfalls nicht geschrieben. Warum und wieso auch? Es gibt ohne Frage Frauen die besser Autofahren wie ich!

Meiner Ansicht, ein Auto würde sich nicht aufbocken, widersprach dann ihr Gatte mit der Begründung

Das Auto ist ja nicht starr zusammengeschweisst. Wie sonst soll ein Auto Stösse abfangen von Schlaglöchern usw.

Jetzt wollte ich es genauer wissen, und fragte direkt bei Mercedes nach ob es dieses 'aufbocken' wirklich gibt. Die Antwort darauf hieß, das es bei einem Volleinschlag der Lenkung mit grobstolligen Reifen durchaus vorkäme, das man als Fahrer wegen des

gewissermaßen schräg über die Profilteile rollens

der Meinung sei, der Kurvenäußere Bereich der Fahrzeugfront würde sich anheben. Dies sei aber nur ein kurzzeitiges Phänomen.

Aber wer fährt als normaler Benz- / Autofahrer schon mit grobstolligen Reifen? Das tun wohl eher Fahrer von Geländegängigen Fahrzeugen.

Unter anderem diese Antwort ließ ich in meinen zweiten Kommentar einfließen. Und ich stellte die Frage, wie auf dem Artikelbild ein waagerechter Kratzer zu sehen sein kann, wenn die Situation vor Ort sich nach den Schilderungen wie folgt darstellt:

Die Fahrspur auf dem Parkplatz ist ebenerdig, die einzelnen Parkplätze hingegen sind abfällig.

So wie ich diese Schilderung verstehe, befindet sich auf den dortigen Parkplätzen - sofern man vorwärts einparkt - die Front des Fahrzeugs tiefer als das Heck. Damit argumentierte ich dann und stellte die Frage in den Raum, wie die von ihr geschilderten Fakten mit der Tatsache zusammen passen würde, das der Kratzer waagerecht ausgebildet ist.

Denn nach meinem dafürhalten müsste sich auf dem gezeigten Foto ein (zumindest leicht) diagonaler Kratzer befinden und keiner mit Anfangs- und Endpunkt auf der scheinbar gleichen Höhe.

Dies dürfte meiner Logik - die die beiden aber sicher für völlig verkalkt und unplausibel halten - erst dann der Fall sein, wenn sich das - den Kratzer verursachende - Fahrzeug zumindest zu 3/4 oder gar erst auf ganzer Länge im selben Gefälle befindet wie das beschädigte Fahrzeug. Was heißen würde, ein waagerechter Kratzer dürfte frühestens in Höhe der Beifahrertür zu finden sein. Wenn nicht sogar erst im Bereich des Kotflügels, nicht aber in Höhe des rechten Hinterreifens / der hinteren Tür.

Ratschläge statt Argumente

Aber auch hier ließ man Argumente Argumente sein. Schließlich sprachen die gegen ihre subjektive Sichtweise.

Stattdessen gab sie mir lieber den Ratschlag, mich verstärkt um einen Job zu bemühen, um wieder etwas Anerkennung zu bekommen. Und sie fragte mich, ob ich wohl soviel Frust schieben würde oder es mich in irgendeiner Weise befriedigen würde, bei Mercedes nachgefragt zu haben.

ER, angesprochen auf seine Aussage

Wie sonst soll ein Auto Stösse abfangen von Schlaglöchern

was denn die Stoßdämpfer mit der ganzen Sache zu tun hätten, empfahl mir, den Artikel und seinen Kommentar erst einmal richtig zu lesen.

Wie ebenfalls schon erwähnt: Ich bin zwar kein Automechaniker, aber auch nicht so völlig verschattet wie die beiden es meinen. Wenn man hier nicht von den Stoßdämpfern spricht, wovon denn dann bitte? Warum nennt man Stoßdämpfer Stoßdämpfer, wenn sie es nicht sind, die die Stöße abfedern?

Wenn man die Stoßdämpfer entfernen würde, oder nicht zur Verfügung hätte, welches Bauteil am Auto würde dann Stöße federn oder abfangen? Soviel wie ich (ahnungsloser vorgeingenommener Möchtegern 😉 ) von Autos verstehe - wobei er als ausgebildeter Automechaniker ja als einziger die Ahnung weghat - würde man ohne Stoßdämpfer mit der Karosserie auf der Achse liegend fahren.

Es ist schon interessant, was man hier resümieren kann!

  • Polizisten, die zwei Jahrzehnte ihren Beruf ausüben, und solch einen Parkplatzditscher sicher nicht das erste Mal begutachtet haben, sind völlige 'Legastheniker' (Zitat des männlichen Parts) und haben vermutlich ihren Beruf verfehlt
  • Menschen, die bei einem Autohersteller arbeiten, haben auch nicht wirklich Ahnung von dem was sie tun   und
  • Leute, die einem mit Logik und - was noch schlimmer sein dürfte - mit Argumenten kommen, sind Ahnungslos, voreingenommen und nicht zu einer Diskussion fähig (ebenfalls Zitat des männlichen Parts)

Mir tut schon jetzt der eingeschaltete Gutachter leid, wenn der zum selben Schluß kommen sollte wie die beiden Polizisten!

Denn dann heißt die Überschrift über den nächsten Artikel oder ein mögliches Update des Artikels wohl

'unfähiger Gutachter küngelt mit der Polizei!' 😀

Marcus
Über Marcus 702 Artikel
Ich freue mich über Deinen Besuch auf meinem Blog! Wenn Dir der Artikel gefallen hat, teile ihn doch mit anderen und hinterlasse Deine Meinung. Mehr über mich gibt es hier zu lesen