Ist Social-Media sozial?


Der Artikel besteht aus 666 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 02:39 Minuten

Logo des Webmaster Fridays'Social Media'!

Übersetzt heißt das soviel wie 'Soziale Medien'. Aber wie sozial sind diese 'Sozialen Medien' eigentlich? Diese Frage stellt der Webmaster-Friday zur Debatte!

Und die Antwort finde ich so einfach wie auch schwierig: Sie sind so sozial, wie die Gesellschaft von der sie genutzt werden!

Martin wirft Begriffe wie Troll und Bashing in den Ring, fragt nach der Struktur des Social Media und ob Personen mit vielen 'Freunde' und 'Followern', und die somit mit 'Social Power' ausgestattet sind, diese berechtigterweise haben. Also ob Social Power im Grunde gleichzusetzen ist mit Sozialer Macht und / oder Kompetenz.

So sozial wie die Gesellschaft

Ich denke, das Social Media im Grunde nur so sozial sein kann, wie die Gesellschaft von der sie ge- und benutzt wird. Wobei das jetzt nicht heißt, das eine Diktatorische Gesellschaft diese Medien nur diktatorisch nutzt oder nutzen kann. Und es heißt auch nicht, das eine im Prinzip demokratische Gesellschaft die Sozialen Medien auch nur demokratisch nutzen kann und muss.

Das ist der wie erwähnt schwierige Teil der Antwort. Diktatorisch im 'Realen Leben' heißt nicht gleich dikatorisch im virtuellen Raum. Und demokratisch im wirklichen Leben heißt nicht das es im virtuellen Leben so zugeht.

Vielleicht kann eine von Diktatur geprägte Gesellschaft diese Medien sogar demokratischer nutzen als es eine demokratisch geprägte kann. Denn auch wenn letztere es gewohnt ist, so zu handeln, heißt es nicht das sie auch die Fähigkeit besitzt, dies in den Cyberspace zu portieren. Wo hingegen die diktatorisch geprägten Menschen vielleicht sogar ausgesprochen Wert darauf legen, der virtuellen Gesellschaft eine andere Struktur zu verleihen.

Trolle gibts auch im Realen Leben

Trolle, Menschen die es geradezu darauf anlegen andere zu provozieren oder gar zu mobben, gibt es (bekanntlich) auch im 'Real-Life'. Ich glaube jeder kennt einen Menschen, der seinen Spaß daran hat andere Leute aufzuziehen. Egal womit. Nicht zu reden von denen, die mobben oder gemobbt werden.

Und diese Leute finden sowohl im Cyberspace wie auch im 'echten Leben' immer Anhänger, die darauf einsteigen. Das könnte meiner Ansicht nach damit zusammenhängen, das sie sowohl etwas verbindet wie auch trennt.

Verbinden mag diese Menschen vielleicht die Abneigung oder sogar der Hass gegen den- / diejenigen, die vom 'Obertroll' provoziert werden. Trennen, das sich die Anhänger das von selbst vielleicht gar nicht trauen würden und daher den 'Vortänzer' bewundern.

Von daher ist die Frage, ob es bei Social Media eine Hierachie gibt, durchaus zu bejahen. Wobei das nicht heißt, das diese unbedingt demokratischer Natur sein muss.

Wie in der realen Gesellschaft gibt es Personen die 'die Ansage machen' und Leute, die dieser Ansage folgen.

Hierachie vorhanden

Dabei darf aber nicht vergessen werden, das die Tatsache, das jemand viele 'Freunde' oder 'Follower' hat - also Leute die ihm folgen, zuhören oder wie immer man das auch nennen möchte - nicht gleichbedeutend ist mit Sozialer Kompetenz. Ob jemand (gute) soziale Kompetenzen und Fähigkeiten besitzt, ist im Cyberspace schlecht oder gar nicht zu beurteilen.

Die Fähigkeit, Menschen wirklich führen zu können, kann sich nur zeigen, wenn man aus der Anonymität heraus- und den Menschen Leibhaftig gegenübertritt. Wer im Cyberspace die tollsten Reden schwingt, kann - dem anderen Auge in Auge gegenüberstehend - komplett versagen. Genauso wie jemand der Leibhaftig viele Menschen mit seiner Art und seinem Auftreten erreichen kann im virtuellen Raum wohlmöglich kläglich allein bleibt.

Social Power != Soziale Kompetenz

Es heißt also nicht wirklich etwas, wenn jemand 1000, 10000 oder noch mehr Follower oder Freunde hat. Denn zum einen weiß man nicht, wie die Zahl zustande gekommen ist. Zum zweiten dürfte bei dem Großteil dieser Leute der Beweggrund im dunklen bleiben, der dazu geführt hat, das sie zu den 'Anhängern' der betreffenden Person gehören respektive geworden sind.

Jemand mit nur 50 oder 100 'Freunden' kann real wesentlich mehr Kompetenz besitzen als einer mit den erwähnten 10000 'Freunden' von denen er nicht einmal ein Promille selber wirklich kennt.

Marcus
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8 Kommentare

  1. Hallo Marcus,
    deine Ansicht und Darstellung lässt sich sehr gut nachvollziehen.
    Jedoch bin ich auch der Meinung das man Menschen nicht nach den Gründen „warum sie soviele Follower haben“ bewerten sollte.

    Es sind keine Trolle sondern vl. Leute die davon Leben und versuchen sich Traffic auf die Seite zu holen, denn Traffic Sales sind gute Einnahmequellen.

    Also eine enge Bindung ist nicht immer möglich und auch von einigen nicht gewollt.
    Gruß
    Thomas
    Thomas letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Unique Content: Die Besten Tipps, Teil 1

    • Hallo Thomas!

      Natürlich sollte man Menschen nicht nach den Gründen bewerten, warum sie so viele oder so wenige ‚Follower‘ oder ‚Freunde‘ haben. Das geht auch (sicher) nicht. Das wollte ich mit meinen diesbezüglichen Textpassagen aber eigentlich auch nicht ausdrücken.

      Ich wollte vielmehr damit sagen, das Leute 100(te) ‚Follower‘ und / oder ‚Freunde‘ haben können, bei denen man aber bei der direkten Kommunikation feststellen muss, das sie ein Verhalten wie eine offene Hose an den Tag legen. Auch weil / Und sie das Wort ‚Sozialkompetenz‘ wohl für ein Wahlpflichtfach an der Uni halten.

      Demhingegen können Leute mit 10 oder 20 ‚Followern‘ oder ‚Freunden‘ eine Soziale Kompetenz und einen Intellekt an den Tag legen, die denjenigen mit 100ten F & F Lichtjahre in den Schatten stellt.

  2. Hallo Marcus,
    oh sorry da habe ich dann etwas komplett falsch verstanden.

    Ich bin da komplett deiner Meinung, es sollte immer Wertschätzend sein was und wie Menschen mit sich umgehen. Zu Fehlern stehen und diesbezüglich Stark sein, denn wir sind alle nur Menschen und möchten auch so behandelt werden.

    Eine offene Hose gehört nicht zu den socialen Verhaltensmustern die wir brauchen. Sie gehört in den asoziale Bereich und das vergessen viele zu oft.

    Gruß
    Thomas
    Thomas letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Herbstputz: Google trennt sich von Altlasten!

  3. Ich hab selber auch zuwenig Soziale Kompetenz wie ich genau weiß. Hab zwar immer mehr Follower und dergleichen, geh aber selten auf Kommentare auf meinen eigenen Seiten ein. Schieb es immer nach hinten und vergesse es dann. Immer ist etwas anderes da was sich nicht aufschieben lässt. Da muss ich noch gewaltig dran arbeiten. Ich gehör also eher zu der Kategorie mit vielen Followern und wenig Kompetenz 🙂 Wobei ich eigentlich auf Twitter doch jedem antworte wenn ich es mitbekomm. Aber es gehört ja alles irgendwie zusammen und dann sollte man das auch überall so machen.
    Markus letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Eminem: Fünf Lebensjahre ausgelöscht

  4. @Markus
    Eins der meisten Probleme ist die Zeit. Egal was wir machen es mangelt an Ihr immer wieder und bringt uns in Not.

    Selbst ich als Linearbeiter schaffe es nie alles zu erfüllen und wenn ich noch so wenig auf der Line stehen habe.

    Das machen was man schafft und geht und trotzdem kein schlechtes Gewissen haben, denn mehr geht halt nicht.
    Gruß
    Thomas

    • Stimmt schon was Du sagst Thomas. Aber teilweise ist es ein sehr verstrickter Kreislauf. Man investiert Zeit und teilweise auch Geld um möglichst viele Besucher zu bekommen, vernachlässigt diese Besucher dann aber wiederum wenn man nicht wirklich auf die Kommentare eingeht. Da verpufft dann wiederum ein Teil der vorher investierten Arbeit. Schon allein das ist ein Grund das ich mir da auf jedenfall Gedanken machen muss.
      Markus letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Kerkeling erteilt “Wetten, dass..?” Absage

      • Natürlich kann man bei 100(ten) ‚Friends‘ oder ‚Followern‘ nicht alle gleich behandeln und allen gleichviel ‚zurückgeben‘.

        Aber das ist eben auch nicht so wirklich das, was ich mit meinem Artikel sagen wollte. Mir gings eher darum, die ‚reale‘ Welt mit der virtuellen zu ‚vergleichen‘.

        Mit

        Sie sind so sozial, wie die Gesellschaft von der sie genutzt werden!

        wollte ich eigentlich ausdrücken, das es sowohl im ‚Real-Life‘ wie auch im Virtuellen Raum Leute gibt, die zwar wissen, wie man andere Menschen für sich einnimmt – also viele ‚Freunde‘ haben können und Leute die ihnen an den Lippen hängen (setze ich mal gleich mit Follower), aber keine Ahnung haben, wie man mit Ihnen umgeht. Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt man solche Leute glaube ich Proleten.

        Und dann gibt es eben Leute, die nur 20 Personen als ‚Freunde‘ haben und ebensowenige die an ihren Lippen hängen – und dafür von der anderen Sorte villeicht noch mitleidig belächelt werden – die aber das haben, was man unter Sozialkompetenz und Intellekt versteht.

        Also ums kurz zu machen:

        So sozial wie die Gesellschaft

        soll heißen gibts Mobbing oder ähnliche Probleme im Zwischenmenschlichen / Gesellschaftlichen Bereich im ‚Real Life‘ wird die virtuelle Welt davon nicht verschont.

  5. Hey Markus,
    da bin ich vollkommen bei dir. Erst wenn man die natürlichen Resourcen ausgeschöpft hat sollte man es mit den SEM versuchen.

    Doch wie gesagt ich spüre es gerade an eigener Haut. Ich habe allem versucht gerecht zu werden und was ist ein Burn Out wie er schlimmer kaum sein kann.

    Pass einfach nur auf 😉

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