Eine Beleidigung weiblicher Intelligenz?


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Unfassbar! Ihre Ehe war eine Lüge

So titelte die 'Neue Post' in ihrer letzten Ausgabe über die Trennung von Stefanie Hertel und Stefan Mross.

Grundlage des Artikels ist - das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben -, das die beiden Volksmusik-Stars wohl schon seit längerer Zeit getrennte Wege gehen, und das dies nicht von den beiden persönlich kundgetan wurde sondern über Umwege ans Licht der Öffentlichkeit kam! Auch der Aspekt, das zumindest Stefan Mross noch in den letzten Wochen erklärt haben soll sie wären immer noch ein Paar, wird mit zu dieser Überschrift beigetragen haben.

Für mich stellen sich da mehrere Fragen! U. a.:

  • Zählt bei einer Ehe bezüglich der 'Wahrhaftigkeit' / 'Ehrlichkeit' selbiger nur das letzte halbe Jahr, auch wenn man 17 Jahre verheiratet war?
  • Für wie minderbemittelt hält man bei solchen Überschriften seine Zielgruppe?
  • Könnte es nicht auch gute Gründe dafür gegeben haben, das die beiden erst einmal den Mund gehalten und nichts erzählt haben?
  • Spielt da jemand wohlmöglich beleidigte Leberwurst?

Zu Punkt 1:

Die beiden waren 17 Jahre verheiratet. Eine Zeitspanne die man heutzutage sicher nicht übersteht, wenn man sich nicht mag und auch sonst nichts zu sagen hat. Vor allem in dem Job - ob man es so bezeichnen mag bleibt jedem selbst überlassen, sie verdienen damit zumindest ihr Geld - den die beiden haben. Schließlich laufen einem dort genug 'fesche Buam und Madln' über den Weg, als das man nicht in die Versuchung kommen könnte, mal fremd zu kuscheln.

Desweiteren hat die Klatschpresse die beiden schon als Paar gesehen und hingestellt, da waren die beiden gerade mal pubertierende Teenager. Viel Erfahrung mit anderen Männlein oder Weiblein konnten die beiden also gar nicht wirklich sammeln. Waren sie doch erst 15 (Stefanie) und 19 (Stefan) Jahre alt, als sie zusammenkamen.

Zielgrupppe als minderbemittelt angesehen?

Die zweite Frage betrifft die Einstellung der Redaktionen solcher Blätter ihrer Zielgruppe gegenüber!

Halten solche Magazine ihre Zielgruppe für so minder bemittelt und geistig so unterbeheimatet, das man solche absurden Überschriften auf das Titelblatt kleben muss? Hat man Angst, das keiner ein solches Schmierblatt kauft, wenn man - wie die große deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben - nicht ordentlich auf die Kacke haut?

Diese Frage stelle ich mir vor allem vor dem Hintergrund, das die 'Neue Post' als Zielgruppe angeblich Frauen zwischen 40 und 59 Jahren haben soll. Aber aufgemacht ist das 'Druck-Erzeugnis' wie ein Magazin für Pubertierende. Sprich, als hätte man die 14 bis 18-jährigen als Käufer im Blick.

40 bis 59 Jahre alte Frauen stehen im wahrsten Wortsinn mitten und - in den meisten Fällen - mit beiden Beinen fest im Leben. Sind Mutter und vielleicht sogar schon Großmutter!

Haben diese Frauen eine derartige Aufmachung eines für sie gedachten Magazins (wirklich) nötig?

Ich denke doch mal in den allermeisten Fällen nicht!

Komme ich zur dritten Frage, ob es nicht gute Gründe dafür gibt, das die beiden bislang weder bekanntgegeben haben das sie sich trennen werden noch mitteilen liessen, das sie sich bereits getrennt haben?

Als da zum Beispiel die Tochter des Paares wäre. Mit 10 Jahren fängt ein Kind langsam an zu verstehen, was um ihm herum passiert. Eine Trennung der Eltern ist für kein Kind angenehm und leicht zu verdauen. Erst recht dann nicht, wenn es - wie erwähnt - gerade anfängt zu verstehen was passiert.

Wie 'hilfreich' wäre da eine 'Begleitung' der Trennung der Eltern durch die Presse? Nicht wirklich sehr unterstützend, oder? Man kann sich wohl aus der Erfahrung heraus vorstellen, was die Klatsch-Magazine nicht alles getan und versucht hätten, um möglichst nah dran zu sein an der Trennung?

Das Kind wäre dabei Mitleidsobjekt und - was noch schlimmer wiegt - noch mehr Leidtragende(r) der ganzen Geschichte geworden. Und auch für das Paar selber war es sicher angenehmer, ohne noch mehr Reporter an den Hacken kleben zu haben, das Aus ihrer Beziehung auf ihre jeweilige Art und Weise zu verarbeiten.

Als letztes scheint mir auch sehr viel beleidigte Leberwurst in der Überschrift zu stecken. Schließlich hätte man es bei der 'Nummer 1 im Adel' sicher gern gesehen, die Story Exklusiv zu haben und mit ordentlich viel schmutziger Wäsche am besten noch dazu. Und da man sie nicht bekommen hat, haut man eben einfach umso heftiger drauf?!?! So scheint es mir jedenfall zu sein.

Reaktion einer beleidigten (Redaktions)Leberwurst

Also, unfassbar finde ich nicht die angebliche Lüge, sondern das man der Leserin / den Leserinnen versucht einzutrichtern, das sie doch eh nur die ganzen Jahre beschissen wurde(n).

Zumal die beiden ja nicht die ersten sind, die ihre Fans und Anhänger 'belogen' haben. Ich erinnere da nur mal an Patrick Lindner, dessen Schmachtfetzen sicher ziemlich viele Frauenherzen haben dahinschmelzen lassen. Wie viele davon dürften sich - bis herauskam, das er eben nichts mit Frauen am Hut hat sondern Männer liebt - gewünscht haben, das er sie ins Paradies entführt?

Einige mit Sicherheit!

Und was wird nicht alles in Sachen Roy Black oder den Gildo Rex lanciert? Beiden wird schließlich nachgesagt, sie hätten die Volksmusik respektive den Schlager mehr oder minder gehasst und nur des Geldes wegen diese 'Mucke' über sich ergehen lassen. Von Rex Gildo weiß man zudem ja auch, das er wie Patrick Lindner am eigenen Ufer angelte.

Im Großen und Ganzen kann man letzlich doch nur schlußfolgern, das solche Magazine - aufgemacht wie das erwähnte - eigentlich nur eine Beleidigung ihrer Leser(innen) darstellt. Und die stellen - im Falle 'Neue Post' zumindest - immerhin mehr als 15 % der weiblichen Gesamtbevölkerung Deutschlands dar!

Sind diese Magazine also im Wortsinn (nur) auf Dummenfang aus? Wie seht ihr das?

Marcus
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3 Kommentare

  1. Schlagzeilen wirken einfach. Und wenn mit der Überschrift so richtig auf die Kacke hat, erregt das Aufsehen, Reaktionen und mehr. Hab ich bei mir im Blog schon des öffteren ausprobiert.

    • Hallo Matthias!

      Natürlich wirken Überschriften! Aber kann man dann nicht wenigstens ein wenig bei der Wahrheit bleiben?

      Es spricht ja nichts dagegen, auf die Kacke zu hauen, aber dann sollte doch wenigstens die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Und die stimmt u. a. im besagten Beispiel nun einmal vorne und hinten nicht!

  2. Leider eine klassische Aufmachung für Boulevard-Blätter, der Titel muss möglichst dramatisch sein, damit er ins Auge springt und zum kaufen/lesen animiert.

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