Spenden-Clown muss hinter schwedische Gardinen


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Manche Menschen sind sich nicht zu schade, auf Kosten anderer ihr Leben zu finanzieren. So auch jemand aus Bardowick, einem Ort im Landkreis Lüneburg.

Dieser jemand gründete u. a. den Verein 'Kinder in Not', und ging mit bis zu 12 weiteren Werbern in Fußgängerzonen sowohl in Nordrhein-Westfalen wie auch in Norddeutschland als Spenden-Clown auf Spendensammlung bei den Passanten. Bei ca. 670 Sammlungen mit den erwähnten Werbern soll allein im angeklagten Zeitraum von November 2007 bis Oktober 2008 eine Spendensumme im niedrigen sechstelligen Bereich zusammengekommen sein. Der Staatsanwalt warf ihm 40 Fälle von Untreue vor, einer Komplizin 34.

Weiterer Fälle, die es durchaus gegeben haben dürfte, wurden im Zusammenhang eines Deals der Staatsanwaltschaft mit dem Angeklagten nicht mehr angeklagt. Grundlage dieses Deals war, das der Bardowicker das jetzige Urteil akzeptiert.

Seine als Komplizin angeklagte ehemalige Lebensgefährtin kam mit einer Strafe von 15 Monaten davon, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das hat sie dem Umstand zu verdanken, das sie von dem jetzt rechtskräftig verurteilten in die ganze Geschichte hineingezogen wurde und von allein ausstieg.

Die Hilfsorganisationen, für die das Geld angeblich bestimmt gewesen sein sollte, sollen von diesem Geld lediglich 8.000 € überwiesen bekommen haben. Sofern sie denn überhaupt von ihrem 'Glück' gewusst haben, das dieser suspekte Verein für sie sammelt

Das andere Geld teilte man abends unter sich auf. Wobei der jetzt verurteilte Chef des 'Vereins' wohl das meiste Geld einsackte. Es dürfte jedenfalls nicht allzuwenig gewesen sein, da er damit Urlaube finanzierte ebenso wie teure Leihwagen und im Internet zockte.

Vielleicht hätte man den Mann zu einer höheren Haftstrafe verurteilen können. Dazu aber hätte die Staatsanwaltschaft Tausende der Spender befragen müssen, ob sie sich betrogen fühlten. Ob das der Fall gewesen wäre dürfte ein wenig anzuweifeln sein. Daher wäre dann ein Freispruch durchaus wohl im Bereich des möglichen gewesen.

Über den Umweg des Untreuevorwurfs hat man ihn jetzt aber verurteilen können. Denn es soll weder eine Gründungsversammlung gegeben haben noch wurden die Unterlagen Kassenprüfern oder Revisoren vorgelegt.

Eigentlich hätte er 4 1/2 Jahre sitzen müssen. Aber da der Prozeß wegen Überlastung des Gerichts zu lange auf sich warten ließ, wurde ihm ein halbes Jahr erlassen. Da der Haftbefehl außer Kraft gesetzt wurde, verließ er das Gericht vorerst als freier Mann!

Das er versucht, aus jeder Situation möglichst Kapital zu schlagen, beweist die Tatsache das er den draußen wartenden Journalisten anbot, gegen eine 'Aufwandsentschädigung' alle Details zu erzählen. Eine Journalistin soll er laut der regionalen Tageszeitung sogar gefragt haben, ob sie mit ihm bis Sonntag nach Mallorca fliegen wolle. Er bekam - logischerweise - weder ein Ja von der Journalistin noch eine Aufwandsentschädigung.

Geldprobleme scheint der Mann - der angeblich von Zuwendungen seiner Mutter lebt - also genausowenig zu haben wie ein (soziales) Gewissen.

Marcus
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