Der Tod von Amy Winehouse

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Was haben Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain gemeinsam?

Sie alle sind im Klub 27.

Auch wenn das nur ein mehr oder minder kleiner Kreis ist, ist das leider kein wirkliches Privileg. Zwar handelt es sich hier einschließlich um jene, die man als Star bezeichnet, aber sie sind allesamt bereits tot. Und alle starben im Alter von nur 27 Jahren. Am Wochenende nun hat dieser exklusive Kreis bedauerlicher Weise zuwachs bekommen:

Mit Amy Winehouse starb eine weitere berühmte Persönlichkeit im Alter von nicht mal 30 Jahren.

Und noch etwas haben diese und weitere Personen des Klubs 27 gemeinsam: Sie sind in der Regel nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern an ihrer Alkohol- und / oder Drogensucht.

Nachdem nun die Engländerin Winehouse diesem Klub beitreten musste, entsponn sich unter einem Teil meiner Facebook-'Freunde' eine kleine aber nichts desto weniger hitzige Diskussion um die Frage 'Wieviel eigene Schuld tragen diese Menschen an ihrem Tod, und wieviel Schuld tragen die Menschen um die jeweilige Person herum?

Während eine Person die Meinung vertrat, das es allein die eigene Schuld dieser Menschen ist, das sie ihr Leben nicht in den Griff bekommen und so jung starb(en), waren ich und ein paar andere der Ansicht das diese Menschen nicht den Großteil der Schuld selbst tragen sondern die Menschen um sie herum einen größeren Anteil daran haben.

Diese Person teilt die Menschen allem Anschein nach in die Kategorien 'Looser' und 'Winner' ein. Die Mitglieder des Klubs 27 gehören für ihn zur ersten Kategorie. Denn er vertrete die Meinung, das man auch clean große Werke vollbringen könne. Konnte oder wollte aber keine Beispiele nennen für jene, die er dieser Kategorie zuteilt.

Mir persönlich fällt auch nach längerem überlegen nicht wirklich jemand ein, der mit 27 Jahren das erreicht hat(te), was Jimi Hendrix oder Janis Joplin erreicht haben. Selbst große Stars die wesentlich älter wurden, wie z. B. Frank Sinatra und Edith Piaf oder das deutsche Pondon zum Amerikaner, Harald Juhnke, hatten Drogen- oder Alkoholprobleme.

Warum ich die Ansicht vertrete, das die Menschen um diese Personen herum einen großteil der Schuld tragen?

Manager und Plattenfirmen verdienen sich an diesen kranken Menschen dumm und dusselig. Tragen aber nicht wirklich etwas dazu bei, das sie dafür sorgen gesund zu werden. Zwar mögen sie z. B. bei Amy Winehouse zugestimmt haben, wenn sie sich in eine Entziehungsanstalt begeben hat. Aber sie waren sicherlich nicht traurig, wenn sie diese nach einer Woche wieder verlassen, sich als 'abstinent' bezeichnet und wieder weiter gearbeitet hat.

Natürlich denke ich nicht, das die Umgebung allein verantwortlich ist. Aber wenn ein Mensch seine eigene Situation / Krankheit nicht in den Griff bekommt, dann hat diese Umgebung in meinen Augen eine beträchtliche Verantwortung und mit dafür Sorge zu tragen das die Person sich nicht völligst ruiniert. Vor allem, wenn die Person dann auch noch soetwas wie der Goldesel für Plattenfrima und Manager ist und entsprechend benutzt wird.

Amy Winehouse hätte man - meiner Meinung nach - nach ihrem letzten Auftritt in Belgrad nie im Leben weiter frei herumlaufen lassen dürfen. Man hätte sie - wenn nicht freiwillig eben per richterlichen Beschluss - in eine stationäre Entziehunsanstalt einweisen müssen. Und sie erst dann wieder gehen lassen dürfen, nach dem sie wirklich aus dem gröbsten rausgewesen wäre.

Vielleicht hätten wir so heute nicht einen weiteren toten Star betrauern müssen.

Abschließend sei gesagt das das einsortieren von Menschen in Winner und Looser für denjenigen der das tut auch nicht gerade eine Auszeichnung ist. Denn wo wird er sich selbst einordnen? Er wird sich sicherlich nicht als Verlierer betrachten!

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3 Kommentare

  1. Hallo Marcus,

    ich hatte auch jeden Tag kurz vor ihrem Tod die Bilder im Fernsehen gesehen, wie sie fast von der Bühne fiel und kaum noch ein vernünftiger Ton aus ihr herauskam. Und auch ich habe mich schon vor ihrem Tod gefragt, wer sie denn da mal endlich runterholt bzw. vorerst nicht mehr auf die Bühne lässt – zum Selbstschutz. Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, auch um ihr diese Demütigung zu ersparen. Sie wird doch nicht vor den Auftritten ganz alleine gewesen sein.
    Aber ich möchte niemandem die Schuld in die Schuhe schieben, dazu stecke ich da zu wenig drin.
    Nur irgendwie herrscht Verständnislosigkeit darüber, dass sich wohl so wirklich niemand um sie gekümmert hat.
    Und Du hast recht, wenn die Gefahr besteht, dass jemand sich selber oder andere gefährden könnte, dann gibt es die Möglichkeit, denjenigen vorerst sicher unterzubringen. So ist es zumindest hier in Deutschland, aber ich weiß natürlich nicht, wie das in Großbritannien ist.

    Ich war total erschrocken, als ich von ihrem Tod erfuhr. Soweit hätte es wirklich nicht kommen müssen.

    Gruß Sylvi

  2. Hallo Markus,

    im Wesentlichen sehe ich es genauso wie Du!

    Als ich für mich Amy Winehouse „entdeckt“ hatte

    The DL – Amy Winehouse ‚Valerie‘ Live
    http://bit.ly/ovKVx0

    ist mir nicht nur sofort ihr überragendes Talent und ihre Ausdruckskraft aufgefallen, sondern sie wirkte auf mich sofort sehr „zerbrechlich“ (Gegenbeispiel: Tina Turner!). –

    Nun frage ich mich, warum mir das sofort auffällt (nur ein Fan weit entfernt von ihr), aber scheinbar nicht den Leuten,
    die sehr „nah“ an sie herankamen
    (Manager, Produzenten, Eltern, „Freunde“, „Ehemänner“ etc. ) ?

    Wäre ich ihr „Manager“ gewesen, hätte ich es vermieden, diese fragile Frau auf die großen Bühnen dieser Welt zu schicken.
    Dass die „großen Bühnen“ überhaupt nicht ihr Ding waren, konnte man doch schon sehr früh feststellen und das hat nichts damit zu tun,
    dass sie eine große Künstlerin war.
    So habe ich also wie Du den Verdacht, dass sie von ihrem Umfeld mehr als „Goldesel“ betrachtet wurde und ihre seelischen Probleme
    (bestens in ihren traurigen Songs dokumentiert!)
    von ihrem Umfeld nicht ernsthaft genug wahrgenommen wurde.

    In ihrem Hit REHAB wird es meiner Meinung überdeutlich:

    Sie lehnt zwar einen Entzug ab, aber sie begründet es.
    Ich höre aus dem Song heraus, dass sie genau wusste,
    dass ein „Kurzzeit-Entzug“ ihr nichts bringen würde
    und das was ihr am meisten gefehlt hatte und
    was leider gerne überhört wird:

    „Oooo – I just need a friend“

    “Oh –ich brauche nur einen Freund”

    Genau das fehlte ihr in ihrem Leben:
    Ein ECHTER Freund!!!

    Matthias

    • Hallo Matthias!

      Danke für Deinen Kommentar!

      Amys Probleme sind – meiner Ansicht nach – ihrem Management sehr bewusst gewesen. Denen ist es sicher nicht entgangen, das da eine sehr zerbrechliche Person vor ihnen steht.

      Nur: Das Problem bei der ganzen Geschichte – und da geht es nicht nur um Amy, sondern um alle ‚Stars‘, die ein Problem mit Drogen haben – ist, das die Jungs hinter den Kulissen sehr gut wissen, das der Goldesel aufhört Dukaten zu scheißen, wenn man ihn in einen erfolgreichen Entzug steckt. Die Macher hinter der Bühne wissen sehr genau, das der Mensch nicht so aus einem erfolgreichen Entzug wieder herauskommt, wie er reingegangen ist.

      Denn wer hat in der Regel Probleme mit diesen Sachen? Die Leute, die ein intaktes Selbstbewusstsein haben wohl eher nicht. Und das wird im Entzug gestärkt.

      Also werden die Macher doch – rein vom geschäftlichen Standpunkt aus betrachtet – gar kein Interesse daran haben, das der Star plötzlich von sich aus sagt ‚Kommt gar nicht in die Tüte – bis hier her und keinen Schritt weiter. Amy als Abhängige konnten sie doch herumschubsen. Eine Amy mit Selbstbewusstsein hätte ihnen den Mittelfinger gezeigt.

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