Frau Silvana Koch-Mehrin: wie peinlich geht es eigentlich noch?


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Manchmal kann ich es ja einfach nicht lassen:

Wie viele andere Bundesbürger auch habe ich vor einigen Wochen davon erfahren, das bei der Dissertation von Frau Koch-Mehrin nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist / sein soll, und das man deswegen auf Aberkennung ihres Doktortitels prüft.

Nun muss ich lesen, das Silvana Koch-Mehrin gegen die Aberkennung ihres Titels durch die Universität Heidelberg vorgehen will und rechtliche Schritte prüft.

Natürlich ist das ihr gutes Recht. Keine Frage.

Aber hat sie sich einmal überlegt, wie das im Auge des Wählers / ihres Wählers aussieht bzw. bei ihm ankommt?

Bei mir zumindest gar nicht gut. Ich würde ihr Vorgehen sogar dreist nennen.

Denn wer - wie Silvana Koch-Mehrin es ja anscheinend getan hat - offensichtlich und somit bewusst bei anderen abkupfert und dies nicht kennzeichnet, weiß das er gegen geltendes Recht verstößt. Er kann und darf daher nicht erwarten, das aus Unrecht Recht wird nur weil andere davon Wissen und Kenntnis hatten.

Und erst recht für richtig dumm verkauft - um keinen derberen Begriff zu wählen - darf sich der 'werte' Wähler fühlen, wenn man bedenkt das der Fall Karl-Theodor zu Guttenberg nicht allzu lange vor der Kausa Koch-Mehrin geschah.

Sie scheint daraus aber nichts gelernt zu haben. Sonst würde sie jetzt nicht die beleidigte Leberwurst spielen, sondern zu ihrem Fehler stehen und die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Und zwar ohne zu versuchen, Ihr begangenes Unrecht zu Recht machen zu wollen, indem sie sich quasi als 'Opfer' einer Prüf-Kommission hinstellt.

Natürlich hätte diese ihr nie den Doktorgrad verleihen dürfen, bei dem was jetzt ans Tageslicht gekommen ist.

Aber die Arbeit hat Frau Koch-Mehrin geschrieben, nicht die Prüfkommission. Somit hat auch Frau Koch-Mehrin - zwar mit Unterstützung  aber trotzdem - allein das Unrecht begangen und dafür gerade zu stehen.

Hoffentlich merkt sich ihr Wähler - zu denen ich (Gott sei Dank) nicht gehöre - was sie sich gerade leistet. Dann bekäme sie bei der nächsten Wahl die Quittung. Aber vermutlich ist bis dahin schon wieder zuviel Wasser den Neckar heruntergeflossen, als das sich dieser an dieses Possenspiel erinnern wird.

Ihrer Partei - der es ja eh so mächtig prima geht - und dem Ansehen der Politik im Allgemeinen tut Frau Koch-Mehrin jedenfalls keinen Gefallen. Aber sich hinterher wundern, weshalb die Bevölkerung keinen Bock mehr auf solche Politiker hat und daher bei Wahlen lieber zu Hause bleibt, kommt ja immer gut.

Das man aber zu mindestens 80 % selber Schuld ist an solch einem Desaster kommt diesen Personen dann komischerweise nicht in den Sinn

Das ist der Text einer Mail, die ich dem Deutschen Büro von Frau Silvana Koch-Mehrin Mitte Juni geschrieben habe, als herauskam das Sie - wohl bewusst - Plagiate in ihrer Doktorarbeit verwendet hat. Und bis jetzt scheint es sich zu bewahrheiten.

Frau Koch-Mehrin ist anscheinend vollkommen immun gegen jegliche menschliche Vernunft. Einsicht zu zeigen scheint für Sie ein Fremdwort zu sein. Von Reue darüber das Sie Menschen beschissen hat wollen wir lieber gar nicht erst anfangen zu reden.

Auch wenn es natürlich ihr gutes Recht ist, den Rechtsweg wegen der Aberkennung ihres Titels zu beschreiten, so ändert dies nichts daran, das sie höchstselbst die Verantwortung für ihren verfassten Text trägt. So wie ich niemanden dafür zur Rechenschaft ziehen kann, wenn ich wegen des Textes in diesem Artikel Ärger kriegen sollte, so kann von Frau Koch-Mehrin auch kein Doktorvater und keine Prüfkommission dafür zur Rechenschaft gezogen werden, das Sie schrieb was Sie geschrieben hat.

Sie verhält sich in meinen Augen wie ein kleines Kind, dem man den Lolli weggenommen hat. Aber - ohne kleinen Kindern jetzt zu nahe treten zu wollen - im Gegensatz zu diesen dürfte man Frau K.-M. zutrauen zu wissen das sie Unrecht begangen hat.

In meinen Augen - und sicher nicht nur in meinen - hat dieses Vorgehen nur zwei Ziele:

1. Sie möchte ihre Pfründe sichern. Vielleicht verkehrt Sie in Kreisen, in denen jemand ohne Doktor- oder Professoren-Titel nichts (mehr) zählt. Und ohne diese Kontakte verlöre Sie sehr wahrscheinlich auch an Einfluss, was wiederum dem Ego einen gewaltigen Kratzer verpassen kann.

2. Sie versucht Zeit zu schinden. Jeder Monat den Sie länger in Brüssel tätig ist, sichert ihr mehr Pension für die Zeit nach der beruflichen Karriere. Und da wir hier ja nicht von Peanuts reden, sondern wie ich denke von einer mindestens 3stelligen Summe pro Monat, rechnet sich das am Ende.

Und das eben auch dann, wenn Sie es am Ende des Rechtswegs wie Frau Selinger schwarz auf weiß bekommen sollte, das die Aberkennung ihres Doktortitels rechtens ist bzw. war. Was wohl nur zu hoffen bleibt.

Das Problem, was ich bei dem Verhalten von Frau K.-M. - und auch bei dem unseres niedersächsischen Kultusministers Noch-Dr. Bernd Althusmann (der noch dazu hier aus Lüneburg kommt) - noch sehe, ist, das sich jene die diese Skandale aufgedeckt haben, noch mehr mehr Mühe geben werden weitere Doktoranden mit 'gepanschten' Doktorarbeiten ausfindig zu machen.

Und das vermehrt in den Reihen der eh schon geprügelten CDU, CSU und FDP.

Problem nenne ich es deshalb, weil - und auch da bin ich wie ich weiß nicht alleine - ich langsam das Gefühl habe, das hier gezielt gegen Politiker bestimmter Parteien vorgegangen wird.

Ich will es nicht unbedingt eine Hexenjagd nennen. Aber trotzdem hört man komischerweise absolut überhaupt nichts von Vorwürfen dieser Art gegen die Herrschaften in der SPD, bei den Linken und den Grünen. Sollten das wirklich alles 'echte' Doktoren zu sein?

Das glaubt doch ernsthaft nur jemand, der an den Mann im Mond glaubt!

Auch wenn ich die Überprüfung der Doktorarbeiten für durchaus legitim halte, so ist die Art und Weise wie das vor sich geht - inklusive der ganzen Nebengeräusche - sicher nicht dazu angetan, das Vertrauen in die Politik auf dem eh schon nicht sehr hohen Niveau zu halten, auf dem es im Moment angesiedelt ist.

Die Plagiatsjäger sollten sich sowohl auf die Spuren der Politker der anderen Parteien wie auch auf die Spuren jener begeben, die nicht in der Politik tätig sind, sondern irgendwo anders - z. B. in der Wissenschaft, der Medizin, etc. - mit ihrem Doktortitel gutes Geld verdienen.

Und die Öffentlichkeit? Sie sollte in meinen Augen nicht so tun, als wären Poltiker Übermenschen. Alle waren vor ihrer Politiker-Karriere Menschen wie alle anderen auch. Und die machen nun, bewusst oder unbewusst Fehler.

PS: Ach ja. Eine Antwort auf meine Mail, die auch meine Postanschrift enthielt, habe ich selbstverständlich bis heute nicht bekommen. Und ich rechne auch nicht wirklich damit, das die noch bei mir eintrudeln wird.

Ich denke das auch das Bände darüber spricht, in welchen Spähren diese Frau zu schweben scheint.

Marcus
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3 Kommentare

  1. Dem Autor kann ich nur zustimmen. Die Arroganz der „Abgeordneten“ Koch-Mehrin ist auch bei einigen anderen ertappten Betrügern in Sachen Plagiatsvergehen zu beobachten.
    Ein Unrechtsbewußtsein ist nicht vorhanden und gleichermaßen ist sie unfähig, einen Fehler offen und ehrlich zu bekennen. In der Politik sollten nur Personen tätig sein, die glaubwürdig, aufrichtig und kompetent sind. Diese Eigenschaften besitzt Koch-Mehrin nicht.
    Das Tragen von akademischen Titeln, die durch betrügerisches Handeln ergaunert wurden, ist eine Schande für alle Akademiker und schließlich auch für das Ansehen von verantwortlichen Politikern.

  2. Hast du ernsthaft erwartet, das du als „einfacher Bürger“ eine Antwort erhälst? Ich würde nicht einmal erwarten, dass die Dame dein Schreiben jemals gesehen hat.

    Das Problem an diesem Thema und dem Dr. Titel ist ja nur, dass diesmal jemand persönlich verantwortlich ist und es Auswerkungen auf die weitere Laufbahn hat. Wärend normalerweise Fehler und falsche Entscheidungen in der Politik ausgesessen werden, bis die nächste Wahl vorbei ist und sich der nächste darum kümmern kann…

    • Ob ich erwartet habe, das ich eine Antwort erhalte? Hm, teils ja teils nein.

      Schließlich ist es ’nur‘ eine Mail, und die kann ja – hupps – versehentlich gelöscht werden. Andererseits würde es zumindest ein Stückweit zeigen, das Sie noch weiß, wem Sie es verdankt, nach Brüssel geschickt worden zu sein. Solange es keine Strafversetzung gewesen ist.

      Das Sie die Mail selbst gelesen hat, beziehungsweise vorgelegt bekommt, ist – zugegeben – allerdings auch ein Stückweit realitätsfremd.

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