Der News of the world-Skandal


Der Artikel besteht aus 525 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 02:06 Minuten

Dieser Tage geht ein Aufschrei durch England, der mich doch ein wenig - falsch, der mich sehr - erstaunt.

Es handelt sich um den Skandal rund um Rupert Murdochs Klatschspalten-Druckwerk News of the World.

Nachdem man erstaunlicher respektive angeblicher Weise erst jetzt rausgefunden haben will, das die Zeitung nach allen anderen als journalistischen Methoden arbeitet, wird sie am Sonntag letztmalig erscheinen. Was die Umwelt freuen dürfte.

Aber so neu ist es doch gar nicht, das diese angebliche Boulevard-Zeitung mit journalistischen Mitteln so gar nichts am Hut zu haben scheint. Zumal: wenn man News of the World als Boulevard-Zeitung betitelt, müsste man das deutsche Gegenstück - die BILD-Zeitung - ja als Premium-Erzeugnis der Extra-Klasse bezeichnen. Und das ist sie ja nun auch nicht mal Ansatzweise.

Oder will irgendjemand wirklich behaupten, das man es mit journalistischen Mitteln arbeiten nennen kann, wenn man als Geschäftsmann getarnter Reporter einer finanziell wohl mehr als klammen Ex-Prinzessin - die Rede ist hier von der Ex-Frau von Prinz Andrew und Herzogin von York - 'Fergie' Sarah Ferguson mit versteckter Kamera 500.000 € anbietet um einen angeblich gewünschten Kontakt zu ihrem Ex-Mann zu bekommen?

Wer nicht weiß was da ablief, dem sei an dieser Stelle vielleicht der Bericht von spiegel online empfohlen.

Oder - Freunde des Billard-Sports Snooker werden sich erinnern - der Fall John Higgins. Ihm hätte dank der 'journalistischen' Methoden der Reporter von News of the World fast das Ende seiner Karriere als Snooker-Profi gedroht.

Auch ihm wurde mit der Videokamera eine Falle gestellt, die ihn als Mann zeigen sollte welcher Spiele des elitären Sports gegen Geld verschiebt. Allerdings traf man sich mit ihm nicht in einem noblen Hotel in New York oder seiner Heimat Schottland bzw. England, wo er sich in so einer Runde sicherlich durchaus wohlgefühlt hätte. Sondern man traf sich mit ihm in der Ukraine. Also eher einem Ort, wo es ein westeuropäischer Bürger gut und gerne schon mal mit der Angst bekommen kann, wenn man an das 'Inkasso-Wesen' dort denkt.

Daher ist - zumindest für mich - seine Aussage durchaus nachvollziehbar, das er dort so ziemlich alles garantiert und unterschrieben hätte, um vor allem aus dem Zimmer und dann aus dem Land rauszukommen.

Aufgrund dessen verstehe ich jetzt nicht so ganz, weshalb man jetzt - ich denke man kann es schon heuchlerischer Weise nennen - so tut, als sei man von dem Treiben der Journalisten und der Redaktion dieser Zeitung überrascht. Beziehungsweise von dem Ausmaß, welches dieser Skandal jetzt annimmt.

Jeder der auch nur etwas bei Verstand ist, hätte sich spätestens nach dem Fall John Higgins fragen müssen, was da sonst noch so für Dinge laufen, die mit Journalistischer Arbeit nichts gemein haben.

Natürlich hat auch das deutsche Gegenstück zu diesem englischen Blatt, das wohl dem Abwischen des Hinterteils nach dem großen Geschäft noch am dienlichsten ist, gute Kontakte zu Politik und Behörden wie Polizei und Staatsanwaltschaft. Aber das unser Exemplar derart tief sinken würde glaube ich nun nicht wirklich. Auch wenn der Grad, auf dem die Jungs in Berlin spazieren, natürlich äusserst schmal ist.

Marcus
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