Streit um Sarrazin


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Er darf also in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bleiben, der werte Herr Sarrazin.

Nach monatelangem Hin und Her entschied man - für viele Knall auf Fall -, das das Parteiausschluss-Verfahren beendet und ein Rauswurf des nicht selten extrem polarisierenden Politikers nicht (mehr) notwendig sei.

Sozialdemokratisch! Hier hat die Partei also die zwei Wörter in ihrem Namen einfach mal ignoriert. Denn was zum einen an den Aussagen Sarrazins 'Sozial' sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Also müsste man doch eigentlich den Antrag durchboxen. Zumal Thilo Sarrazin ja nicht zum ersten Mal dermaßen auf- und aus dem Rahmen fällt.

Und wo von Seiten der Partei an der Entscheidung etwas demokratisch ist, stellt sich mir auch die Frage. Gut, man kann nicht zigtausend Partei-Mitglieder nach ihrer Meinung fragen. Aber man hätte zumindest einen Parteitag oder eine ähnlich wichtige Mitgliederversammlung abhalten oder abwarten sollen, der / die sich mit diesem Thema beschäftigt.

Nun wurde - mal wieder - über die Köpfe und Meinung einiger Tausend Parteimitglieder entschieden, was notwendig und / oder sinnvoll ist und was nicht. Wird die Mehrheit derjenigen sicher freuen!

In meiner momentanen persönlichen Lage als Neueinsteiger in die Politik - ich habe mich für die Kommunalwahl im September auf die Liste für den Gemeinderat setzen lassen und komme evtl. auch auf jene für den Samtgemeinderat -, stellt sich mir die Frage, ob diese Entscheidung das Bemühen um politisch aktiven Nachwuchs nicht konterkariert.

Natürlich - würde ich jetzt fast sagen - stehe ich nicht auf der Liste von Sarrazins Partei.

Zum einen, weil mir die SPD an sich noch nie sonderlich sympathisch war. Schließlich laufen da spätestens seit Helmut Schmidt nur noch Leute rum, die eher weniger als mehr Profil haben. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber trotzdem. Zum anderen würde ich mich - auch wenn mir gewisse Punkte des Parteiprogramms wohlmöglich zusagen würden - gerade jetzt nicht dafür entscheiden können, dort in die Partei einzutreten.

Und das sollte man - wie ich denke - schon tun. Schließlich hat man als Parteiloser noch weniger Macht respektive Einflussmöglichkeiten wie als Mitglied einer Partei.

Ist die Entscheidung, Thilo Sarrazin in der Partei zu behalten - trotz allem was er sich ja nicht nur mit seinen Thesen im letzten Jahr sondern auch schon als Berliner Senator geleistet hat - , daher nicht ein Schuss ins Knie für die Parteien im Allgemeinen und die SPD im Besonderen?

Schreckt diese Entscheidung nicht mögliche Newbies ab, die frisch in die Partei eintreten würden oder wollen um sich politisch zu betätigen?

Oder ist diese Entscheidung nicht gar ein Freibrief für noch mehr Hetzer in Reihen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gegen alles was nicht deutsch ist? Schließlich können diese sich jetzt auf die Rolle Rückwärts des Parteiinternen Ausschusses berufen.

Lockt diese Entscheidung nicht die dunkle Masse an, die sich bislang eher in anderen Parteien am Rechten Spektrum rumgetrieben hat und die sich dort - eben aufgrund dessen das sie in solch einer Partei sind - nicht 'voll entfalten' konnten.

Eine Garantie, das dies der Fall ist, kann man natürlich nicht geben. Aber man kann eben auch nicht garantieren, das sich die Wölfe im Schafspelz nicht sagen 'Jetzt erst recht!'

Marcus
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