Wahlkreis-Monopoly – So torpediert man das Wähler-Interesse

So torpediert man das Wähler-Interesse

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In Niedersachsen ist ja in bälde Kommunalwahl und im Jahr 2013 Landtagswahl. Und man merkt, das sich für letztere heute schon einige Leute sorgen um ihre Pöstchen machen.

Denn angeblich sind ein paar Wahlkreise zu groß und müssen daher verändert werden.

Unter anderem betroffen ist auch der Wahlkreis 48 (Elbe). Und daher soll nun die Samtgemeinde Ilmenau - in dem auch ich wohne - dem Wahlkreis 47 (Uelzen) zugeschlagen werden.

Angeblich zu große Wahlkreise

Grund dafür ist, das der Wahlkreis 49 (Lüneburg) die Gemeinde Adendorf an den Elbe-Wahlkreis abgeben soll. Dieser würde, wie erwähnt, dadurch zuviele Wähler beinhalten.

Da darf die Frage gestellt werden, welcher Blödmann sich das wieder ausgedacht hat! Schließlich sind die Niedersachsen nicht gerade das Volk, welches am wenigsten Wahlmüde ist.

Wer, bitte schön, arbeitet bei Firma x und wählt bei Firma y den Vorstand oder die Geschäftsführung? Wohl keiner oder? Aber in der Politik soll man das tun?

Denn welchen Geschäftsführer von Firma y interessiert, was in Firma x für eine Geschäftspolitik betrieben wird, und ob die erfolgreich ist oder nicht? Keinen sicherlich, weil sie schließlich nichts miteinander zu tun haben. Das einzige was sie gemein haben: sie sind nebeneinander gebaut worden.

Und so wird es sicherlich auch die Uelzener Mandatsträger einen feuchten Kehricht interessieren, was die Samtgemeinde Ilmenau betrifft! Schließlich ist die über 20 KM von der Stadt Uelzen entfernt. Und die hat mit ihren Gemeinden schon genügend Probleme.

Schließlich gehört der Landkreis Uelzen nicht gerade zu den wirtschaftlich stärksten im Nordosten Niedersachsens. Als Beispiel sei nur genannt, das im Januar 2011 laut Arbeitsagentur 8,7 % der Bevölkerung dort Arbeitslos waren. Im Vergleich zu Lüneburg mit seinen 7,3 % also schlappe 1,5 % mehr. Und das bei um die 80.000 Einwohner die der LK Lüneburg mehr hat.

Wer wählt die Geschäftsführung einer fremden Firma?

Was soll ich jetzt zur Wahl gehen, um eine Figur aus einem Nachbarkreis zu wählen, zu dem ich Null Verbindung habe? Also bleib ich doch mit dem Arsch zu Hause, oder?

Und was kommt dann für ein Geschwafel aus den Rathäusern und sonstigen Gebäuden, in denen Politik gemacht wird: 'Wir können uns wirklich nicht erklären warum die Leute zu Hause geblieben sind. Vielleicht war das Wetter zu schön!'

Vielleicht war es auch zu kalt, nass... etc. Aber das es am Wahlkreis-Monopoly gelegen haben könnte? Nein, das kann sich von den Bonzen sicher keiner vorstellen.

Warum auch? Wen man wählt sollte ja egal sein. Hauptsache überhaupt einen, oder wie?

Das schärfste an der ganzen Sache: die betroffenen Städte, Gemeinden und Bevölkerung wurden schlappe 14 Tage vor der Entscheidung darüber informiert. Sprich: in der letzten März-Woche wurde das publik, und am 13. April wird das entschieden.

Naja, was heißt: '..wird entschieden..' ? Entschieden ist das ja schon, es wird nur nochmal im Landtag darüber pseudo-diskutiert.

Bei solch einem Vorgehen verstehe ich jeden, der sagt: 'Die dort oben machen doch eh was sie wollen. Ob ich da nun Frau x aus meinem Ort wähle, oder den mir unbekannten Herrn y aus einer 20 KM entfernten Stadt. Ich bleib zu Hause!'

Wenn man seine / die Wähler so über den Haufen fährt, in dem man mal eben auf die Schnelle irgendwelche Wahlkreise auf irgendeine Art und Weise zurechtschneidet, anstatt sie so zu formen, das man auch jemanden wählen kann, der sich für den eigenen Ort aufgrund seiner räumlichen Nähe dazu zumindest vorstellbar interessieren könnte, darf man sich nicht wundern das die sich sagen 'leckt mich am Arsch!'

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