Aus Duisburg nichts gelernt?


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RTL ließ seine Möchte-gern-mal-ein-Superstar-werden-Kandidaten am Sonntag in Oberhausen eine Autogrammstunde geben. Mit 5.000 Fans hatte man angeblich nur gerechnet.

Am Ende sollen bis zu 16.000 - meist Teenies oder Teenager - Menschen im und vor dem Gebäude des dortigen Einkaufszentrums gestanden haben.

Nun ist es nicht so, das dies das erste Mal wäre, das man sich bei einer Autogramm-Stunde der Kandidaten dieser Veräppelungsshow für Jugendliche in den Erwartungen getäuscht hat. Auch im letzten Jahr sollen wesentlich mehr Menschen diese Pseudo-Veranstaltung besucht haben als man sich erwartet hatte.

Einkalkuliertes Risiko?

Natürlich versucht man sich jetzt auf Seiten von RTL damit herauszureden, das man diese Menschenmenge nicht hätte einkalkulieren können. Schließlich glotzen diese One-Man-Show des Dieter Bohlen ja anscheinend noch mehr Leute als im letzten Jahr.

Also ein Schelm wer glaubt, das es aufgrund dessen weniger Gaffer zu der Veranstaltung treiben würde.

Aber wenn schon RTL keine Vernunft walten lässt, so hätte man es dann doch zumindest von Seiten der Stadtoberen erwarten dürfen, wenn nicht sogar erwarten müssen. Schließlich musste diese Veranstaltung - weil auf einem Sonntag stattfindend - sicher erst einmal genehmigt werden.

Hat man dort nichts aus der Katastrophe von Duisburg gelernt? Oder war man der Meinung, weil dieser 'Event' in einem gemauerten Gebäude stattfindet, kann so etwas nicht passieren? Da RTL sicher erläutern musste, was man dort vorhat und man im Oberhausener Rathaus sicher auch Zeitung liest und Fernsehen schaut, müsste den dortigen Verantwortlichen bei dem Trubel der um DSDS gemacht wird, eigentlich zumindest Ansatzweise der Verdacht gekommen sein, das man beim Kölner Sender an einem Schul- und für viele Arbeitsfreien Wochentag mit viel zu wenig Menschen kalkulieren würde.

Oder hatte man evtl. Angst, man würde diese Gaudi-Show an eine andere Stadt des Ruhrgebiets verlieren, würde man strengere Auflagen verhängen? Auszuschließen ist das sicherlich nicht. Aber das wäre dann in meinen Augen grob Fahrlässige Körperverletzung, wenn man Sicherheitsvorschriften nicht verschärft, nur weil so ein Blödsinn dann nicht oder woanders stattfindet.

Ohne negative Schlagzeilen kein Erfolg?

Stellenweise wird im Internet auch schon die Vermutung geäußert, das RTL diese negativen Auswirkungen der Show in seine Planungen einkalkuliert haben könnte, um damit in die Schlagzeilen der anderen Medien zu kommen. Man äußert dort die Vermutung, ein normaler Ablauf der 'Autogramm-Stunde' wäre der Show nicht zuträglich genug gewesen. Schließlich sorgt das jetzt wieder für einen Hype dieser Samstagabend-Verarschung.

Das will ich RTL nicht wirklich unterstellen. Auch wenn es ins Bild des Ganzen passen würde. Denn das wäre Vorsatz, und müsste strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Meine persönliche Meinung zu dieser ganzen Seifenoper: Sowohl das gucken der Show als auch der Weg zu solchen Veranstaltungen ist reine Zeitverschwendung. Wenn wir respektive die Medien nichts besseres zu tun haben, als unsere Jugendlichen dermaßen zu verscheißern, dann gute Nacht Deutschland. Schließlich hat der ganze Quatsch gerade mal einer oder zwei Personen geholfen, etwas länger als ein halbes Jahr 'on Top' zu sein.

Nur wirklich Geld verdienen tun doch andere mit diesem ganzen hirnrissigen Zeugs.

Marcus
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2 Kommentare

  1. Fast eine exakte Kopie meiner Denkweise, sehr gut geschrieben! Von dieser „Veräppelungsshow für Jugendliche“ wie Du sie genannt hast hielt ich noch nie sonderlich viel. Ich habe den Eindruck, dass sich hier die Jury einen schönen Nachmittag machen, Leute beleidigen und großen Sachverstand beweisen will. Komisch ist nur, dass so manches „Blondchen“ in Modelmanier trotz grauenhafter Darbietung weitergekommen ist. Ein Schlingel der über Herrn B. hier Böses denkt 🙂 .

    Dass die Negativschlagzeilen einkalkuliert wurden ist gut möglich, denn DSDS ist nicht mehr so in aller Munde wie das schon mal war – in den Anfängen.

    Die Jugendlichen sollten stattdessen lieber kapieren, dass man auf diesem Weg nicht wirklich ein Star wird. Zumindest nicht dauerhaft. Nach wenigen Monaten verschwinden sie doch alle wieder von der Bildfläche. Ob sich das lohnt?

    • Es ist wohl nicht wirklich auszuschließen, das man die Panik und somit etwaige Verletzte billigend in Kauf genommen hat.

      Soweit ich aus den Medienberichten (z. B. Aktuelle Stunde, WDR) gehört habe, hätte man bei über 5000 zu erwartenden ‚Fans‘ mehr Aufwand betreiben müssen. Dem ist man ja nun dadurch aus dem Weg gegangen, das man eben nur mit den 5tausend kalkuliert hat.

      Naja, was wohl passiert wäre, wenn da jemand in den Türen zu Tode gequetscht worden wäre…

      Und was das ‚Star‘ werden anbetrifft, kann ich Dir auch nur beipflichten. Die, die irgendwann mal groß raus kommen, bzw. rausgekommen sind – also sogenannte ‚Stars‘ wurden – wurden und werden auf irgendwelchen kleineren Bühnen geboren, nicht auf dem Präsentierteller im Fernsehen. Das war vor 50 Jahren so, und hat sich bis heute sicherlich 0 geändert.

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