BILD kopiert Interview


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Nicht wenige sind und waren erstaunt darüber, warum das Produkt aus dem Springer-Verlag dem ehemaligen Verteidigungsminister zu Guttenberg so tapfer die Stange gehalten hat.

Man konnte sich wohl nicht so wirklich erklären, wie eine 'Meinungsmachende' Zeitung einen wahrscheinlichen Fall von Urheberrechtsverletzung derart herunterzuspielen versuchte.

Nun hat das Medienmagazin dwdl.de wohl einen durchaus plausiblen Grund dafür veröffentlicht:

Das Boulevard-Blatt aus Berlin hat es dem Ex-Minister anscheinend vorgemacht und selbst etwas kopiert. Und das wohl - mehr oder minder - ohne die entsprechende Erlaubnis.

Oder anders ausgedrückt: Man soll bei einem Magazin namens 'Lettre International' ein Interview mit Thilo Sarrazin kopiert und auf Bild.de komplett sowie in der Print-Ausgabe seiner Zeitung in Teilen veröffentlicht haben.

Und wie sich die Parallelen im Falle Bild und zu Guttenberg doch gleichen ist wirklich verblüffend.

Denn laut dem Artikel bei dwdl.de hat man in der Chefetage der Boulevard-Zeitung zuerst behauptet, man hätte es telefonisch mit dem Magazin - welches immerhin schlappe 17 € kostet - wohl so abgesprochen, das die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Interviews auch die Online-Plattform der Zeitung einschließt.

Da BILD eine angebotene Schadenersatzzahlung wieder zurückzog, ging der gegnerische Verlag vor Gericht.

Bei der entsprechenden Verhandlung soll laut dem Anwalt des Magazins seitens der 'Bild-Dir-Deine-Meinung'-Zeitung keine Rede mehr davon gewesen sein, das es abgesprochen gewesen sei, das das Interview komplett online geht. Geschweige denn davon das es überhaupt im Netz veröffentlicht wird.

Daher sah das Gericht eine Urheberrechtsverletzung seitens BILD und machte wohl entsprechend deutlich, dies auch in einem Urteil zum Ausdruck zu bringen.

Letztendlich einigte man sich laut dwdl.de aussergerichtlich auf eine Zahlung von 60.000 € durch die Springer-Presse.

Da man es Seitens der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben anscheinend nicht für angebracht hält, sich die Erlaubnis für die Veröffentlichung fremden geistigen Eigentums einzuholen, nimmt man es bei anderen also anscheinend genausowenig genau mit diesen Dingen.

Zumindest solange, wie die entsprechende Person positives Feedback aus der Bevölkerung erhält.

Marcus
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