Das Grundseminar und andere Erlebnisse


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Nachdem also das Vorstellungsgespräch und das Vorbereitungsseminiar über die Bühne gegangen waren, hieß es am 2. Februar-Wochenende Koffer packen und ab nach Magdeburg. Das zweitägige Grundseminar sowie ein Kongress der Versicherung mit - lt. Auskunft der Geschäftsstelle - bis zu 700 Leuten musste absolviert werden.

Nicht allein genug damit, das es zu für mich völlig ungewohnter Stunde nachts um 3 hieß aufzustehen, fand ich mich erst um 0.30 h am nächsten Tag im Hotelbett wieder.

Das Seminar hält das Interesse hoch

Die Themen, die am ersten Seminartag abgehandelt wurden, waren nicht unbedingt das was einen vom Stuhl reißen konnte. Dazu waren sie - durchaus logisch - viel zu trocken und auch an einigen Stellen ehrlich gesagt etwas unglaubwürdig. Zumindest was das Unternehmen selbst betraf.

Meine Neugier blieb aber und mein Interesse stieg durchaus an. Letzteres sollte aber abrupt gebremst werden.

Denn nachdem das Grundseminar für den ersten Tag beendet war, zogen wir 'Grundis' in den Saal der schon etablierteren Mitarbeiter um.

Schließlich galt es für die Versicherung den Neuen zu zeigen, was man mit mindestens etwas eigenem Antrieb schaffen kann. Und was man als Unternehmen noch so tut um in der Öffentlichkeit Gehör zu finden.

Wobei ich für meinen Teil sagen muss, das es für mich vorrangig ist einen Job zu haben der mir meinen Lebensunterhalt sichert. Mir gehts nicht darum, jeden Monat 5.000 oder mehr Euronen aufs Konto überwiesen zu bekommen.

Vielleicht mag sich das mit der Zeit von alleine ergeben. Aber fürs erste sind mir etwas mehr als tausend Euro locker genug.

Stolz präsentierte man uns den Botschafter des Unternehmens. Schließlich ist das kein geringerer als der Trainer des momentanen Tabellenführers und wahrscheinlichen Meisters der Saison 2010 / 11 in der Fußball-Bundesliga. Man zeigte uns, das man im Vorfeld der Fußball-WM 2010 im Rahmen eines etwas ungewöhnlichen Marathonlaufs von Hamburg bis Johannisburg 15.000 € sammeln und an 'Ein Herz für Kinder' überweisen konnte.

Fehlen durften natürlich auch nicht die ganzen Orte an die man mitfliegen kann, wenn man im Rahmen bestimmter Wettbewerbe fleißig genug war. Sprich, wenn man bei seinen Kontakten ordentlich Unterschriften und Empfehlungen gesammelt hatte.

Soweit wäre das ja durchaus noch zu ertragen gewesen.

Was mir aber gewaltig missfiel war, wie sehr man auf den Spaß- und Partyfaktor - der bei diesen Reisen vorgeblich herrscht - hinwies und aufmerksam machte. Das wurde nervtötender Weise auch noch von einem DJ mit ohrenbetäubender Musik unterstrichen.

Für Dicsogänger mag das ja kein Problem gewesen sein. Für Leute, die sich aber mehr in kleinen und ruhigen Kneipen oder Restaurants wohlfühlen und die dann vielleicht noch - so wie ich - mit eh schon nervenden Ohrengeräuschen leben müssen, war das unerträglich.

Mit ordentlicher Lautstärke geht alles?

Dann kamen die Minuten, wo man den Grundseminar-Teilnehmern endlich zeigen konnte, was man mit Eigeninitiative, Durchhaltevermögen und Ausdauer erreichen konnte: Die Preisverleihungen.

Man gönnt es den Leuten natürlich, wenn ihnen irgendwelche Accessoires verliehen werden. Bei Nadeln, Kugelschreibern und Mappen ist das für Anfänger wie uns Seminar-Teilnehmern ja durchaus noch realistisch und glaubwürdig.

Aber mal ehrlich: Wer mag als Anfänger wirklich daran glauben, irgendwann eine maßgefertigte Rolex ums Handgelenk geschnallt zu bekommen, die mal eben im unteren 5stelligen Preissegment beheimatet ist? Die wenigsten wie ich denke.

Nur hier wurde nicht erzählt, hier wurde das gemacht. Und zwar vor unseren eigenen Augen. Und der jüngste Empfänger eines solchen Uhrenwerkes war glaube ich erst um die 30 Jahre alt und gerade mal 9 Jahre dabei.

Dann folgte nach dem Abendessen der 'geselligere' Teil der ganzen Veranstaltung. Natürlich feierten die einen etwas mehr als die anderen. Aber das dort richtig auf den Putz gehauen wurde kann ich im Nachhinein nicht sagen. Vielleicht ist das aber ja auch die Gewohnheit bei denen die schon länger dabei sind, das sie bis nachts um 5 oder 6 h feiern und um 9 h wieder auf der Matte stehen.

Mir reichte es, nach ein paar Gesprächen und einem Bier, um 0.30 h im Hotelbett zu liegen.

Steht Party machen im Vordergrund?

Der Sonntag war alles in allem die Fortsetzung des ersten Seminartages. Um halb zwei nachmittags gings heimwärts.

Die folgende Zertifzierungsschulung war auch durchaus nichts, was mich in irgendeiner Art und Weise überfordert hätte. Auch wenn ich vieles nicht beim ersten oder zweiten Mal begreife.

Was mir aber durchaus Probleme bereiten sollte und das auch tat, war das, was man bei der Versicherung einen 'Mega TV-Tag' nennt. Man kommt in der Geschäftsstelle zusammen und telefoniert seine Kontakte durch, um Termine zu vereinbaren. Und natürlich wird auch daraus ein kleiner Wettbewerb gemacht.

In soweit vielleicht nicht unbedingt was schlimmes. Schließlich - so ist es ja durchaus - macht man nur seine Arbeit wie jeder andere auch. Nur eben in einer Branche, die nicht unbedingt den besten Ruf hat.

Mein Problem ist es auch nicht, das ich nicht genügend Leute kennen würde. Aber es ist eben nur kennen. Es gibt vielleicht zwei oder drei Leute, die ich als Freunde bezeichnen würde. Alles andere sind 'nur' weitläufige Bekannte, mit denen ich vielleicht mal gesprochen habe, oder mit denen ich aufgrund meines Portals zu tun habe. Aber davon kenne ich, wenn es hochkommt, auch nur zwei oder drei Leute persönlich.

Und da beginnen meine 'Probleme'. Ich bin nicht der Typ Mensch, der ohne Rücksicht auf Verluste seinen eigenen Vorteil durchsetzen will. Und ich bin nicht der Typ, der zumindest in der Schule mega beliebt war. So das ich zu Schulkameraden zu 99,9 % Null Kontakt habe. Zwei oder drei laufen mir vielleicht ein oder zweimal im Jahr über den Weg.

Aber mehr als 'Hallo' und 'Guten Tag' ist dann auch nicht.

Und auch zu ehemaligen Kollegen ist der Draht abgebrochen. Bis vielleicht auf mal einen oder zwei Sätze plaudern, sofern man sich denn mal über den Weg läuft.

Kontakte, Kontakte, Kontakte sind alles was zählt

Aber diese anzutelefonieren, um Termine zu vereinbaren? Irgendwie nicht meine Welt. Weshalb ich ja - wenn überhaupt - im Bereich Führung und Ausbildung tätig werden wollte. Zudem ist die Altersstruktur - eben auch aufgrund meines Alters - mit meist über 45 oder gar 50 Jahren so, das die von vornherein ablehnen. Warum sollten sie auch ja sagen?

Wer mit 50 nicht abgesichert ist, ist eh zu spät dran, bzw. muss solch hohe Versicherungsbeiträge zahlen, das es utopisch ist anzunehmen sie würden unterschreiben.

Aber auch das teilweise Vorgehen bei eben diesem Abtelefonieren der [wpseop]Kontakte ist nicht so wirklich meine Welt. Das jemand anderes diejenigen anruft, bei denen ich mich - aus welchen Gründen auch immer - nicht traue, sie zu kontaktieren, kann ich mir nicht vorstellen. Zumal ich bei etwas ähnlichem schon einmal fies auf die Nase gefallen bin.

Und da ist nicht allein der Datenschutz der Grund. Auch wenn ich die deutschen Masstäbe durchaus kritisch sehe.

Trotz alledem bin ich noch dabei. Auch wenn ich durchaus am überlegen bin, wieder ein Stellengesuch aufzugeben. Nur noch kann ich mich nicht wirklich dazu durchringen.

Warum weiß ich auch nicht. Vielleicht ist die Tatsache, das sich immer nur Versicherungen auf meine Annoncen melden ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Oder ist das bei Euch auch so, das sich nur diese Branche auf Eure Stellengesuche meldet?

Marcus
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