Probieren geht über studieren


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Das ich jetzt nach gut 14 Tagen immer noch skeptisch bin, was den Job bei der Versicherung anbetrifft, kann ich nicht bestreiten. Zumal ich immer noch nicht so ganz durchblicke, wie es Gehaltstechnisch mit meiner angedachten Tätigkeit im Bereich 'Führung und Ausbildung' aussieht.

Aber der Reihe nach:

14 Tage nach dem mein Stellengesuch in den hiesigen Zeitungen erschienen war, rechnete ich nicht mehr wirklich damit, das sich jemand melden würde. Und doch war es an einem Freitag Mittag der Fall.

Ein Herr von einer Versicherung meldete sich auf meinem Handy. Leider musste ich zurückrufen, da ich den Anruf selbst verpasst hatte.

Wie er sich als Mitarbeiter einer Versicherung zu erkennen gab, war meine erste Reaktion 'Nein, Versicherungen verkaufe ich nicht.' Seine Antwort darauf war dann doch etwas überraschend. Denn er meinte, das das auch gar nicht nötig wäre. Sie würden nicht nur für das Verkaufen von Versicherungen Personen suchen, sondern auch für den Bereich Kundenservice und Führung und Ausbildung.

Führung und Ausbildung als Bereich bei einer Versicherung? Das war mir jetzt völlig neu. Und doch sagte mein Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung, das es diesen Bereich bei seiner Versicherung gäbe.

Wir vereinbarten einen Termin für den folgenden Montag. Jedoch nicht irgendwo in einem Versicherungsbüro, sondern in einem Hotel in Lüneburg. Etwas spanisch kam mir das zwar vor, aber warum nicht. Reden kann man ja!

Das Vorstellungs- / Bewerbungs-Gespräch war eigentlich relativ zügig vorbei - es dauerte nicht einmal eine halbe Stunde. Mit dem Hinweis, das er die Bewerbung erst einmal seinen Vorgesetzten vorlegen würde und wir dann wieder miteinander telefonieren würden, verabschiedeten wir uns voneinander.

In der darauffolgenden Woche war es dann soweit. Diesmal war ein Café der Treffpunkt wo wir uns näher unterhielten. Dabei kam dann auch die Frage auf, ob ich mir vorstellen könne, an einem Grundseminar in Magdeburg teilzunehmen welches am zweiten Februar-Wochenende stattfinden würde.

Da ich ja nach dem Ende des Ein-Euro-Jobs mehr als Zeit genug und kein weiteres Stellenangebot in Aussicht hatte, sagte ich zu. Ein kleines Problem ergab sich nur in Hinsicht auf die geforderte Übernahme der Vollpensionskosten in Höhe von knapp 80 €. Da diese aber vermutlich vom Jobcenter übernommen wird - zumindest laut Zusage meiner Arbeitsvermittlerin - konnte ich die Summe gerade noch zusammenkratzen.

Als ein wenig nervtötend stellte sich dann die Situation dar, das mein 'Strukki' von der Geschäftsstelle in Schwerin kommt. Deren übergeordnete Stelle - als wäre der Weg von Lüneburg aus nicht schon weit genug - wiederum in Rostock sitzt.

Und sowohl das Vorbereitungsseminar als auch die für die Zertifizierung als RiesterRenten-Berater notwendigen Schulungen würden in Rostock stattfinden.

Ein nach dem Vorbereitungsseminar nicht wirklich aufbauender Gedanke. Zweieinhalb Stunden hin, Zweieinhalb Stunden wieder zurück. Und die Schulungen selbst beginnen erst um 17.00 h. Daran anschließen würde sich das zweieinhalbstündige Wochen-Meeting.

Also wäre man quasi erst nach Mitternacht wieder zu Hause. Was sich tatsächlich bewahrheiten sollte.

Das man das sogenannte 'Vorbereitungs-Seminar' auch wirklich als solches bezeichnen kann, möchte ich nicht behaupten. Vielmehr schien es die (negativen) Erwartungen der Anwesenden zu bestätigen. Meine zumindest!

Schließlich war die Rede davon, was man bei der Versicherung für einen Haufen Geld verdienen könnte, wie geil das Hotel in Magdeburg wäre - schließlich hätte eine der Bars auf bis der letzte geht -, wie toll die Party am abend des ersten Tages werden würde.

Naja, und noch so'n paar weitere Döntjes.

Man konnte also gespannt sein, auf das was einen bei dem Grundseminar erwarten würde. Auch deshalb, weil parallel ein Kongress der Versicherung lief.

Marcus
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