Wie E. T.: Nach Hause telefonieren

Viele deutsche Inhaber eines Blogs nutzen das Statistik-Tool von WordPress.org.

Und das wohl vor allem aufgrund der vorhandenen Statistiken. Nicht zuletzt aber auch aufgrund der Tatsache, das das Tool zwar bislang – da es ja nicht auf dem Blogeigenem Server läuft – mit dem Mutterserver in Verbindung trat, aber ansonsten die gewonnenen Daten nicht weiter verbreitet wurden.

Das hat sich, wie ich eben bei Perun.net gelesen habe, vor kurzem jedoch geändert.

Die Entwickler des Statistik-Tools leiten die gewonnenen Daten an eine Firma namens Quantcast weiter.

Diese nutzt die Daten für eine zielgerichtete Werbung. Und da dies das einholen von Nutzerdaten wie der IP-Adresse und das setzen von Cookies voraussetzt, ist es nach europäischem und erst recht nach deutschem Recht so nicht länger rechts-konform.

Wer SiteStats auch weiterhin nutzen – es also nicht aufgrund dieser neuen Funktionen deinstallieren will – und sich auf die (rechts)sichere Seite begeben möchte, kann das mit einem Plugin tun. DoNotTrack stopft dieses neu entstandene Leck.

Zu weiteren Einzelheiten hier mal ein Link zu Thomas Schwenk, der darin aufzeigt, weshalb die weitere Nutzung des Tools ohne das Plugin Schwierigkeiten bringen könnte.

Das die Amis ein anderes Selbstverständnis von Datenschutz haben, habe ich ja schon in meinem letzten Artikel ‚Facebook mit neuer Anwendungseinstellung‚ geschrieben.

Das sich aber die Entwickler eines so populären Tools / Plugins ausgerechnet mit einer Firma zusammentun, die – wie z. B. Google und anscheinend selbst Facebook es vormachen – nicht nach den Prinzipien eines Safe-Harbor genannten Abkommens (davon lese ich jetzt zum ersten Mal) richtet, finde ich schon recht eigenartig.

Noch eigenartiger wird es aber, wenn man von Entwickler-Seite aus der Kritik an einem solchen vorgehen anscheinend nur eine Antwort entgegensetzen kann oder will: Dem schließen des entsprechenden Foren-Threads bei WordPress.org

Das zeugt nicht gerade davon, im Sinne der Anwender handeln zu wollen. Sondern nur davon, die eigenen (vermutlich finanziellen) Interessen gewahrt zu sehen.

Einen Abbruch an Beliebtheit wird es dem Tool wohl nicht bringen. Aber ob man sich langfristig mit solch einem Verhalten Freunde macht, darf zumindest angezweifelt werden. Zumal es nichts ist, was man zur Funktion des Blogs unbedingt haben muss.

Über Marcus 678 Artikel
Ich freue mich über Deinen Besuch auf meinem Blog! Wenn Dir der Artikel gefallen hat, teile ihn doch mit anderen und hinterlasse Deine Meinung.

2 Kommentare zu Wie E. T.: Nach Hause telefonieren

  1. Hi Marcus,

    das scheint nicht mehr aktuell zu sein, weil Quantcast jetzt ein Opt-Out eingeführt hat.
    Und ein neues Plugin installieren das ein anderes Plugin verändern soll wollte ich nu auch nicht. Dann schmeiss ich lieber die Stats raus.

  2. Hi Thom!

    Ich kann Dir Hinsichtlich dem ‚Opt Out‘ jetzt nicht ganz folgen!

    Wo hast Du auf quantcast.com ein solches Feld gefunden? Und wenn das auf der Site zu sehen ist, ist ja nicht gesagt, das sich das auf die Verbindung Site-Stats – Blog positiv auswirkt.

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Akismet ohne Anpassung rechtswidrig » themenfreund - der tägliche Wahnwitz

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


CommentLuv - verlinke einen deiner Blog-Artikel