Facebook mit neuer Anwendungseinstellung


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Mal wieder ist Facebook dabei klammheimlich eine Neue Anwendungseinstellung einzuführen.

Umständehalber nennt man sie dort 'Umgehende Personalisierung'. Übersetzt heißt das (Zitat)

Wir haben uns mit einigen Seiten zusammengetan, um dir großartige, personalisierte Erfahrungen zu ermöglichen, sobald du dorthin gelangst, wie zum Beispiel das sofortige Abspielen von Musik, die dir gefällt oder das Anzeigen von Bewertungen von Freunden. Um deine Erfahrung anzupassen, greifen diese Partner nur auf öffentliche Informationen zu (wie dein Name und dein Profilbild) und auf Informationen, die du mit Allen geteilt hast.

Wenn du das erste Mal auf die folgenden Seiten gelangst, wird dir eine Benachrichtigung angezeigt, die dir die Möglichkeit gibt, die Personalisierung abzuschalten:

Um die umgehende Personalisierung auf allen Partnerseiten zu deaktivieren, entferne den Haken in dem Kästchen unten.

Unter anderem sind dies Seiten wie Bing, Pandora und ein paar weitere. Deren Aufzählung spare ich mir, da inkl. mir die meisten vermutlich nicht wissen, was oder wer das ist.

Vermutlich wird auch diese neue Funktion die Datenschützer auf die Palme treiben.

Schließlich ist sie Standardmäßig aktiviert. Und - wie man im zitierten Text ebenfalls lesen kann, muss man auch auf den Seiten, die mit Facebook in dieser Hinsicht zusammenarbeiten, die Funktion erst abschalten, will man sie nicht nutzen.

Voraussetzung dürfte in diesem Falle aber tatsächlich sein, man ist dort angemeldet.

Weil sonst dürfte es die Funktion bei Bing & Co. ja wirklich nicht geben 😉

Grundsätzlich - das habe ich in einigen Kommtentaren zum Thema Facebook auf anderen Seiten ja auch schon geschrieben - bin ich der Meinung, das Facebook nur das wissen kann, was man selbst jemals ins I-Net eingespeist hat.

Zum zweiten ist Facebook - wie ich denke - nicht der größte Sammler unserer Daten - auch wenn viele dieser Ansicht sind. Selbst google wird hier wohl erst den zweiten oder vielleicht auch nur den dritten Platz einnehmen. Denn die größten Datensammler sind meiner Ansicht nach immer noch die Regierungen - wenn auch vielleicht nicht immer die eigene.

Irgendwie habe ich - wie man aus den eben geschriebenen vermutlich auch herauslesen kann - zugegebener Weise ein Problem mit dem ganzen Trara, der um den Datenschutz bei FB und anderen amerikanischen Anbietern gemacht wird.

Das hat mehrere Gründe:

1. Diese Anbieter kommen wie erwähnt aus Amerika. Dort hat der Datenschutz schon seit jeher einen ganz anderen (anscheinend niedrigeren) Stellenwert als gerade hier in Deutschland. Aber ist das schon aus Prinzip schlechter?

Man nennt Amerika auch das 'Land der unbegrenzten Möglichkeiten'. Gut, unbegrenzt sind sie auch dort nicht. Irgendwo ist immer eine Grenze, und ganz ohne Gesetze gehts ja auch in der Neuen Welt nicht.

Aber wo kommen denn die wirklich innovativen Ideen her, die - um zu funktionieren - auch auf menschliche Daten angewiesen sind: Aus Deutschland? Irgendwie wohl nicht. Und warum: Weil man dann sofort mit irgendwelchen 'Datenschutzrichtlinien' den Leuten Knüppel zwischen die Beine haut.

2. Manche treiben sich auf den wildesten Seiten herum. Geben dort in Profilen ihre intimsten Details wie sexuelle Vorlieben oder ähnliches preis und stellen Bilder bzw. Vids online. Aber machen sie sich da nen Kopf drüber, das man sie damit viel eher an den Marterpfahl nageln könnte?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Nein!

Aber da stehen dann ja so Sprüche wie: Falls Du mich erkennst, frag mich nicht was ich hier mache. Ich frage Dich schließlich auch nicht, was Du hier treibst!'

Das ist dann also Datenschutz?!?

3. Finde ich es weitaus schlimmer, mich grundlos als potentiellen Terroristen betrachten lassen zu müssen, nur weil ich mal in die USA fliege. Ich weiß nicht, was für Daten da erhoben werden, da ich noch nicht in den Genuß gekommen bin, dorthin fliegen zu können / dürfen.

Aber da werden schon im Vorfeld wohl weitaus persönlichere Daten abgefragt und preisgegeben werden müssen, als das bei FB der Fall ist. Aber fliegt deswegen ein Tourist weniger nach Dallas, New York oder San Francisco?

Nein.

Und warum nicht? Nur weil das ja dann eben so ist, das die Daten abgefragt werden?

Weiß Facebook Deinen Kontostand? Wahrscheinlich nicht. Aber das FBI kennt ihn spätestens, wenn Du in den United States gelandet bist.

Wenn ich das also grob zusammenfasse, muss ich sagen: Wer sich über den (mangelnden) Datenschutz bei FB beklagt, müsste eigentlich umgehend seinen Internet-Anschluß inklusive EMail, Skype & Co. kappen und abmelden. Und sich auch sonst in einer Höhle im Gebirge oder tief im Wald vergraben. Das minimiert das Risiko, das irgendwelche Daten in die falschen Hände gelangen auf das geringstmögliche Minimum.

PS:

Ach ja: Die angegebene Einstellung findet ihr bei Facebook unter 'Konto --> Privatsphäre-Einstellungen --> Anwendungen und Webseiten

Marcus
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