Mit Tempo 213 über die Autobahn


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Alle - oder sagen wir die meisten - Teenager können es kaum erwarten, ihren Führerschein in Händen zu halten, und sich dann selbst hinters Lenkrad zu setzen. Wenn auch in der ersten Zeit nur mit einem entsprechend erfahrenen Begleiter auf dem Beifahrersitz.

Nun wurde wieder einmal ein Führerschein-Neuling dabei erwischt, als er der Meinung war, mit dem neu erworbenen Lappen respektive der Karte in der Hand, gehöre ihm die Autobahn ganz allein. Und vielleicht noch schlimmer:

Ich habe den Schein, also kann ich Auto fahren.

Nur was hat das eine mit dem anderen zu tun, und was veranlasst einen Frischling in Sachen Fahrerlaubnis dermaßen über die Strenge zu schlagen?

So frisch wie bei jemandem der gerade die Führerscheinprüfung hinter sich hat, dürfte das Wissen um das was die Folgen eines solch verheerenden Verhaltens sind bei kaum einem anderen Individuum sein.

Aber warum dann diese sinnlose Raserei?

Ist das der Drang, vor den Kumpels zu protzen? Der Drang zu zeigen, mir kann nichts passieren, ich habe ja den Schein in der Hand und damit die Bestätigung Daddy's Auto unter Kontrolle zu haben? Oder was ist das? Es gibt doch mehr als genug Beispiele, das solch Übermut - vielleicht nicht unbedingt für den Fahrer aber durchaus für die anderen Insassen - auf dem OP-Tisch oder sogar im Grab enden kann.

Und dann? Niemand, der als Führerscheinneuling Schuld am Tod eines anderen Menschen war, ist oder wird jemals unbelastet wieder Auto (ge)fahren. Wenn man es dann überhaupt noch tut.

Aber die Frage bleibt auch: Wie soll man mit solchen Teenagern - und angeblich ja Erwachsenen Menschen - umgehen?

Mal abgesehen davon das der Knabe, von dem hier die Rede ist, eh erstmal seinen Lappen sowie 600 € los ist und schon mal sehr zeitig sein Punktekonto aufgefüllt hat.

Denn wer die A7 im Bereich Hildesheim kennt, weiß, das dort selbst gestandene Kraftfahrer durchaus Respekt vor der Strecke haben. Und das nicht nur, weil sie dort stark befahren ist.

Sollte man diesem Jungen überhaupt jemals wieder die Möglichkeit geben, die Führerscheinprüfung zu wiederholen? Oder ist dieses Verhalten schon ein Indiz für seine Zukünftige Entwicklung am Steuer.

Wie lange sollte - wenn überhaupt - die Frist zwischen Abgabe des Führerscheins und der Möglichkeit der wiederholten Prüfung sein?

Was würdet ihr als Eltern mit Eurem Nachwuchs anstellen, würdet ihr von einem dermaßen heftigen Vergehen Eures Sprößlings erfahren?

Marcus
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2 Kommentare

  1. Also wenn ich die Möglichkeit habe und es erlaubt ist, dann fahre ich auch 200 auf der Autobahn, einfach weil es Spaß macht, nicht um damit zu protzen. Ich bin in der Fahrschule zusammen mit meinem Fahrlehrer auch 190 gefahren.. mehr hat das Auto nicht her gegeben.

    Natürlich sollte man das Auto kennen, der Witterung und den Gesetzen entsprechend fahren, aber wenn man 200 fahren darf, finde ich spricht da nichts dagegen 😉

  2. Und das ist eben der springende Punkt: sein Auto kennen!

    Wer frisch aus der Fahrschule kommt, wird nach 3 oder 4 Wochen nicht sein Auto kennen. Und erst recht nicht, wenn’s Muddern’s oder Vaddern’s Untersatz ist.

    Es gab zu meiner Anfängerzeit (1991) so eine Faustregel, die besagte, das, wer regelmäßig / täglich fährt, hat erst nach 7 Jahren so ziemlich alle möglichen Situationen erlebt, die einem beim Autofahren begegnen können.

    7 Jahre!

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