Leiharbeiter sind nicht die Lösung


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Die deutschen Firmen litten in der näheren Vergangenheit, leiden heute und sicher auch noch für ein paar Jahre daran, das man sich die Kosten für die Ausbildung von Facharbeitern sparen wollte, und stattdessen auf Leiharbeiter zurückgriff und -greift.

Schließlich kosten diese den Firmen nicht das, was sie einem gut ausgebildeten Mitarbeiter zahlen müssten. Im Gegenteil: diese von Zeitarbeitsfirmen angeheuerten, mehr oder minder gut ausgebildeten 'Mitarbeiter' bekommen in vielen Fällen gerade mal das gesetzlich vorgeschriebene Mindestentgelt. Von den anderen - für die regulären Firmen-Mitarbeiter geltenden - Vorteile, die in entsprechenden Tarifverträgen festgeschrieben sind, soll hier gar nicht erst gesprochen werden.

Aber einen Leiharbeitnehmer unterscheidet von einem Facharbeiter nun einmal in den meisten Fällen, das er die Arbeit die er zu verrichten hat, vielleicht gerade einmal zu 70 oder 80 % beherrscht. Wenn überhaupt.

Was dies heißen kann, muss nun eine Autoteile-Zulieferfirma aus dem bayerischen Landkreis Ansbach leidvoll erfahren.

Weil die Firmenfremden Mitarbeiter das benötigte Handwerk nicht zu mindestens 95 % beherrsch(t)en, kamen 30 % (!) der produzierten und an Autobauer wie Audi und BMW versandten Produkte wieder zurück. Facharbeiter sollen nicht einmal ein zehntel dieser Fehlmenge produzieren.

30 % Ausschuß den diese Leiharbeiter produzierten. Und die somit - natürlich ungewollt - dafür sorgten, das die Firma trotz voller Auftragsbücher Insolvenz anmelden musste.

Schließlich bezahlt niemand, und erst recht nicht Hersteller von Mittel- und Oberklasse-Fahrzeugen, Ware die Fehlerhaft ist und wieder an den Hersteller zurückgeschickt wird. Mal ganz davon zu schweigen, das diese Ware natürlich nachproduziert werden muss.

Also ein ganzer Rattenschwanz an Folgen, die das Fehlen der Fachkräfte nach sich zieht.

Das dicke Plus dieser Firma - dem sie wohl auch zu verdanken hat, das sich die Autobauer nicht einfach nach einem anderen Anbieter umsehen (können) sondern sie nach besten Möglichkeiten unterstützen - ist es, das sie in den Bereichen in dem sie tätig ist, zu den Top-Firmen und Marktführern gehört.

Aber vorrangig ist es in diesem Falle wohl, das, würde dieser Hersteller aus der Produktionskette ausfallen, die beiden genannten Automobilhersteller Schwierigkeiten hätten, ihre Produktion aufrecht zu erhalten. Sprich: Würde die Firma wegbrechen, würden bei Audi & BMW die Räder stillstehen.

Jede andere Firma wäre wohl bei diesem Prozentsatz an Ausschussware endgültig bankrott gegangen.

Übrigens: Ebenfalls im BR kam der Geschäftsführer einer Zeitarbeitsfirma zu Wort.

Demzufolge werden nur 3 % der Zeitarbeiter von den Firmen, an die sie 'verliehen' werden, auch übernommen. Natürlich erst dann, wenn auch die Entleih-Firma ihren Reibach gemacht hat. Das heißt nach einigen Wochen oder Monaten.

Nur weitere 30 % finden in der Firma, an die sie ausgeliehen wurden, über deren Kontakte zu anderen Firmen einen festen Job.

Oder andersrum: Nur 33 % der Leiharbeiter können die Hoffnung haben, das eine Zeitarbeitsfirma für sie zum Sprung in ein 'normales' Vollzeit-Angestelltenverhältnis führt. Und das heißt wiederum, das genau zwei Drittel weiterhin im Normalfall unter den für den Entleihbetrieb gültigen Tariflichen Bedingungen arbeiten.

Also kann man wohl kaum davon sprechen, das die Zeitarbeitsfirmen für die Masse den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt darstellen. Was auch klar ist, da diese selbst sonst nichts verdienen würden.

Marcus
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