Krankenkassen und ihre Logik vom Sparen!


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Mein Vater ist in Folge einer operierten Krebserkrankung und verschiedener Alterskrankheiten auf mehrere verschiedene Medikamente angewiesen.

Im Grund kein Problem für uns, da er von den Zuzahlungen befreit ist.

Doch trotzdem schüttelt man nur noch den Kopf über das Verhalten der sogenannten Gesundheitskasse. Aber der Reihe nach:

Am Freitag letzter Woche bekam mein Vater neue Rezepte ausgestellt. Darunter auch Medikamente die er vorher nicht gehabt hatte.

Da wir diese Medikamente nicht kannten, und sie für eine Verwechslung der neu beim Doktor tätigen Arzthelferin hielten, ließen wir sie erstmal ungeöffnet stehen. Zumal von den alten noch ein Rest vorhanden war.

Nun sind zwei Familienangehörige heute morgen zum Arzt gewesen, um die vermeintliche Verwechslung zu korrigieren. Diese Verwechslung gibt es jedoch nicht. Aber der Grund, weshalb man meinem Dad neue Arzneimittel verordnet hat, ließ mir den Mund offen stehen bleiben und mich den Kopf schütteln:

Der Arzneimittel-Gigant ratiopharm ist / soll mit den Preisen für die bisher genommene(n) Arznei(en) heruntergegangen  (sein). Deshalb bezahlt die Krankenkasse diese nicht mehr und der Arzt ist somit auf die neuen - von der Krankenkasse gelisteten - Produkte umgestiegen.

Ich weiß nicht, ob ich das jetzt verstehen muss.

Da nimmt ein Arzeneimittel-Produzent eine Preissenkung vor, und die Krankenkasse - die eh Probleme damit hat, ihr Budget einzuhalten - nimmt deshalb die Produkte von der Liste der Produkte, die per Rezept verordnet werden dürfen?

Hallo?!

Ich meine: da gibt es ein Einspar-Potenzial von mehreren Tausend Euro - schließlich wird mein Vater nicht der einzige sein, der die bisherigen Medikamente verordnet bekommen hat - und die Krankenkasse sagt: Damit sind sie für uns zu günstig und nicht mehr auf der Liste der per Rezept zu verordneten Produkte führbar?

Wo leben die eigentlich?

Die hausen mit dem Geld ihrer Beitragszahler, als gäbe es keine Schulden zu tilgen oder Kosten einzusparen?

Wenn wir respektive meine Eltern es sich finanziell leisten könnten, würden sie sicher die günstigeren Arzneien kaufen. Aber nicht umsonst sind sie Zuzahlungsbefreit.

Und die AOK stellt sich in absehbarer Zeit wieder hin und klagt: Die Arzneimittel-Kosten sind derart 'explosiv' gestiegen, das es keine andere Möglichkeit gibt, als die Beiträge zu erhöhen

Is schon klar! Wenn man nur die teuren Produkte listet, sich Glaspaläste hinstellt und sich personell gut bestückte und gutbezahlte Vorstände leistet, kann die Kostenspirale nicht eingebremst werden.

Aber wir werden es ja schon allesamt irgendwie bezahlen...

Marcus
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2 Kommentare

  1. Hä? Das ist ja der Hammer. Zu billig für die Krankenkasse, auf so ne Idee wäre ich nie gekommen. Tja, irgendwo müssen ja die Argumente für die nächste Erhöhung herkommen 🙁

  2. Ja, Tanja!

    So wurde mir das zumindest erzählt.

    Das bisherige Medikament wurde durch den Pharmakonzern günstiger gemacht, und daher jetzt das neue.

    Und da schätze ich mal, das es von der Liste geflogen ist. Ich habe bei der Krankenkasse nicht nachgefragt. Die würden das wohl auch nicht zugeben.

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