Wenn ich einmal reich wär’

Gerade war ich über mehrere Umwege auf den Blog der Erdbeere gelangt. Dort las ich einen Artikel, in dem es um eine Radiosendung ging. Bei dieser dreht es sich wohl um eine sogenannte Call-In-Sendung. Und die hatte in diesem Fall den Umstand ‚Reichtum‘ (im weitläufigsten Sinne) zum Thema.

Eigentlich wollt ich dort direkt kommentieren. Jedoch merkte ich das der Kommentar wohl die Länge eines eigenen Artikels angenommen hätte, hätte ich ihn zuende geschrieben. Daher statt des Kommentars auf der Seite des Artikels, meine Meinung dazu hier.

Ein Hörer der Sendung outete sich dem Artikel zufolge wohl als jemand, der zumindest über soviel Geld verfügen würde, das er nicht unbedingt arbeiten gehen braucht. Das aber war nicht der Grund, der der Erdbeere den Anlass für den Post lieferte.

Vielmehr war es der Umstand, das man es sich tatsächlich traute, eine Spendensumme von 75 € an zwei soziale / respektive caritative Einrichtungen zu erwähnen. Und vielleicht auch, das man sich als ein unter einer Erbkrankheit leidender darstellte.

Natürlich kommt, wenn man hört da hat jemand eine Million € oder mehr zur Verfügung und spendet ganze 75 € an zwei soziale Einrichtungen, in einem so etwas wie Unverständnis oder sogar Wut auf. Vor allem wenn man bedenkt, das oftmals gerade die Spenden die noch weniger als fast gar nichts haben.

Aber ist das auch berechtigtes Unverständnis, berechtigte Wut? Oder einfach nur das Ergebnis der Vorstellung über sich selbst, wenn man über so einen Betrag verfügen würde?

Denn viele sagen / glauben ja von sich selbst, das – würden Sie plötzlich über einen mindestens siebenstelligen Euro-Betrag verfügen – sie nur Gutes tun würden.

Die Frage aber darf gestellt werden: Kann die Vorstellung auch mit der Realität Schritt halten?

Nehmen wir mal das – wie ich denke – Parade-Beispiel eines Menschen, der urplötzlich über einen Betrag von damals umgerechnet 2 Millionen Euro verfügte: Lotto-Lothar. Wer nicht weiß, wer das war, kann sich bei der BILD-Zeitung ein wenig schlauer machen.

Lotto-Lothar hat sicher vorher auch von sich geglaubt, wenn er es einmal ’schaffen‘ würde, einmal über einen solchen Betrag verfügen würde, das er sich (fast) jeden Traum erfüllen könnte, er dieser oder jener Einrichtung die eine oder andere Mark rüberwachsen lassen würde.

Das er – sicher nicht nur durch den Gewinn verschuldet, aber sicher daran nicht unbeteiligt – als Alkoholiker nur 5 Jahre später an einer Leberzirrhose und nicht gerade noch reicher sterben würde, hatte er sich vermutlich nicht so vorgestellt.

Oder spiegeln nicht auch die anderen Berichte über Leute mit plötzlichem Geldsegen die Wirklichkeit nicht eher wider?

Nämlich die Wahrheit, das es mit dem ‚… werde ich viel Gutes tun!‘ oft nicht mehr weit her ist.

Sicher: oft eher nicht aus dem ‚Nicht-wollen‘ heraus, als aus dem ’nicht-können‘.

Denn wer es nicht kennt, mit großen Geldbeträgen umgehen zu MÜSSEN, kommt schnell in die Bredouille, mit Situationen umgehen zu müssen, die man so einfach nicht kennt.

Und nicht selten reagiert der Mensch dann gerade in diesen Momenten falsch.

Wer – wie ich denke – einmal mit dem Spenden anfängt, sollte auch in der Lage sein, dies zumindest auf absehbare Zeit durchzuhalten.

Nicht immer sickert es durch, wer eine größere Summe gespendet hat. Aber es ist eben auch nicht so, das es nie durchsickert. Und dann muss man meiner Meinung nach die Persönliche Stärke haben, irgendwelchen ‚Bettlern‘ widerstehen zu können. Und die gab und wird es immer dort geben, wo (viel) Geld vermutet wird.

Abschließend darf man sicher auch nicht vergessen, das Sprichwörter durchaus ihre Berechtigung haben. Und mir fällt hier nicht zuletzt das folgende ein:

Geld verdirbt den Charakter

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1 Kommentar

  1. Ich habe mich auch mehr über den Hörer an sich geärgert. Das war ein merkwürdiger Typ und fand sich auch noch ganz toll. — Also ich weiß nicht, ob man sich mit dieser Summe überhaupt „brüsten“ sollte. Da greift doch gleich Dein Spruch: Geld verdirbt den Charakter!

    Noch eins (ich brüste mich jetzt auch mal). Einst, sammelte ich in meiner Klasse Winter-Klamotten, kaufte von meinem letzten Geld Erbsensuppe und Würstchen, bereitete diese zu und verteilte diese mit ein paar Klassenkameraden an Bedürftige *smile*

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