Der Sammer-Korb für den HSV


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Vorgestern habe ich schon darüber spekuliert, ob Matthias Sammer wirklich zum HSV geht, oder ob er doch in Frankfurt bliebt.

Nun ist es also seit gestern Tatsache: Matthias Sammer bleibt in Frankfurt.

Aber so klar, wie ich es vermutet hatte, war es wohl doch nicht.

Und nur die Tatsache, das man die ganze Geschichte (beim HSV) öffentlich gemacht hat, scheint am Ende der ausschlaggebende Punkt gewesen zu sein.

Denn: das sich Matthias Sammer irgendwann auch dem Druck seines bisherigen und nun ja auch zukünftigen Arbeitgebers ausgesetzt sehen würde, musste man in Hamburg eigentlich ins Kalkül ziehen. Es sei denn, man wäre völlig Blauäugig in diese Situation gegangen.

Und so schaut es jetzt ja auch aus.

Wie sonst ist es zu erklären, das man bei jemanden, der so weich und warm in einem Nest sitzt wie es Matthias S. ja beim DFB nun einmal tut, der Keule in Form des öffentlichen Drucks aussetzt.

Denn: Auch wenn die Verträge fast unterschriftsreif gewesen sind, waren sie es eben nur fast. Und ein beinahe unterschriebener Vertrag ist nun mal kein gültiger.

Die Hamburger sind mehr oder minder mit der verdeckten Kernaussage an die Öffentlichkeit gegangen : Matthias wird - trotz einiger noch zu klärender Fragen - neuer Sportdirektor beim HSV.

Das sie jetzt mit leeren Händen dastehen können sie nicht verstehen. Zudem sehen sie sich selbst auch nicht als die jenigen, welche die Schuld für das Desaster tragen.

Dabei setzt sich doch eigentlich nur das fort, was seit dem Rausschmiss / provozierten Weggang von Didi Beierstorfer im Volkspark an der Tagesordnung ist: Planlosigkeit, Ränkespiele und das Aussitzen von Problemen. Bzw. das Warten darauf, das sich selbige schon von allein erledigen werden.

Nur tun das Probleme in den seltensten Fällen. Sie kommen immer wieder wie eine Grippe, die man nicht auskuriert hat. Nur verstärken sie sich von mal zu mal, bis sie das Gerüst - welches sie belasten - zum Einsturz bringen.

Und in diesem Fall kann man wohl sagen, das Bernd Hoffmann dieses Gerüst ist. Zum wiederholten Male steht er nun - wie erwähnt - erneut mit leeren Händen da, und muss erklären warum.

Aber sein Problem dürfte diesmal sein, das es niemand mehr hören kann bzw. hören will. Denn es dürfte wie in den letzten zwei Jahren immer und immer wieder geschehen die gleiche Leier sein: Wir haben Zeit, wir wollten uns nicht unter Druck setzen lassen, etc. etc.

Für Bernd Hoffman dürfte das also wahrscheinlich so etwas wie der endgültige Genickbruch gewesen sein. Denn was immer er jetzt anleiert, wen immer er jetzt als neuen Sportdirektor präsentieren wird / sollte, es wird immer nur jemand sein, dem der Makel der 'zweiten Wahl' anhaften wird.

Ob Bastian Reinhardt aus dieser Misere Kapital schlagen kann, ist fraglich. Er macht - nach aussen hin - nicht wirklich den Eindruck, als könnte er nach dem Motto 'Jetzt zeige ich es Euch aber mal, was ich - der 'Sportdirektoren-Praktikant' - zu leisten im Stande bin.

Aber, wie Winfried Schäfer heute abend bei 'Samstags Live' auf sky sagte, wirkte auch Matthias Sammer in dieser Sache nicht absolut wie mit dem goldenen Händchen ausgestattet. Genau wie er bin ich schon der Ansicht, das Matthias Sammer sich nicht so viel Zeit hätte lassen sollen, sonder schon nach wenigen Tagen ein klipp und klares 'Ja' oder 'Nein' hätte artikulieren sollen.

Wie dem auch sei: Der größere Verlierer beider Seiten sitzt in Hamburg. Und das nicht nur in Persona Bernd Hoffmann, sondern in Form des gesamten HSV-Fussballs.

Marcus
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