Das Trainer-Karussell der Bundesliga


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Eigentlich ist man es ja gewohnt, das sich während der Bundesliga-Winterpause über Weihnachten und Silvester / Neujahr das Trainer-Karrussell fast schon rasend schnell dreht.

Aber auch in dieser Hinsicht scheint die aktuelle Saison dort aus dem sprichwörtlichen Rahmen zu fallen.

Stellt das eine Schonfrist für die erwarteten Kandidaten dar, oder ein Umdenken in den Chef-Etagen der Klubs?

Alle Jahre wieder kommt im Dezember nicht nur das Christkind und somit der Weihnachtsmann zu uns, sondern zwischen den Jahren pflegten die jeweiligen Krisen-Klubs der Fussball-Bundesliga bislang auch gerne die Tradition, das Trainer-Karrussell sich ein bisschen schneller drehen zu lassen.

Auch in diesem Jahr hätte einen der eine oder andere Rauswurf eines Übungsleiters sicher nicht überrascht. Aber: Nichts ist in dieser Saison anscheinend normal. Nicht einmal ein sich rasend schnell drehendes Trainer-Kreisel.

VfL Wolfsburg: Steve McClaren saß für viele, vor allem nach der schon peinlich zu nennenden und fast nach Arbeitsverweigerung ausschauenden Schlappe gegen den FC Energie Cottbus, schon auf gepackten Koffern, mit dem Ticket gen Heimat in der Hand und nur noch auf Abruf auf dem Platz des Übungsleiters.

Aber hier hielt wohl vor allem der Mutter-Konzern Volkswagen die (schützende) Hand über den Trainer. Der somit ein wenig durchschnaufen kann, da jetzt vor allem die Spieler in der Pflicht stehen. Und die gaben bei dem genannten Spiel ja nicht gerade ein Paradebeispiel an Einsatz ab.

Nur bleibt natürlich die Frage: Wie lange hält der Schutz des VW-Konzerns. Ist es denkbar, das Der Autobauer bis zum Ende der Saison durchhält, auch wenn die Qualifikation für Europa nicht erreicht wird?

Borussia Mönchengladbach: Eigentlich ist das, was man vor der Winterpause aus den Etagen der Vorgesetzten von Michael Frontzeck zu hören bekam, ein Alarmzeichen und im Regelfall der Anfang vom Ende für den Mann auf dem Übungsleiter-Posten.

Wie oft hat man schon gehört, wir gehen gemeinsam mit dem Trainer durch dieses Tal. Und nicht viel später war dann wohl irgendwo ein Abgrund, den man vorher nicht gesehen hatte. Zumindest blieb eben jener zurück, mit dem man wieder aus der Talsohle herauskommen wollte und ein neuer Mann saß am Ruder.

Doch auch hier übersteht der Chef-Übungsleiter anscheinend sowohl Weihnachten wie auch Silvester und Neujahr auf seinem gewohnten Platz. Nur wenn beim VfL Wolfsburg schon die Frage nach dem 'Wie lange noch' gestellt werden kann und muss, muss man sie hier erst recht stellen.

Schließlich hat man bei den 'Fohlen' keinen solch potenten Geldgeber wie beim niedersächsischen Liga-Konkurrenten im Rücken. Ein Abstieg in Liga zwei, so ist allerorten zu hören, ist nicht gerade billig, und hat schon den einen oder anderen Traditionsverein an den Rand einer Aufgabe geführt.

Aktuelle Beispiele sind Arminia Bielefeld und die Löwen von 1860 München.

Hamburger SV: Eigentlich könnte man fragen, was hat der HSV in dieser Auflistung zu suchen? Und die Frage ist nicht ganz unberechtigt!

Schließlich ist hier nicht wirklich was zu hören, was man derart deuten müsste, das der Trainer in Frage gestellt ist. Nur selbiger stellt sich hier ja selbst in Frage.

Man kann es schon ein Kuriosum nennen. Nicht der Vorstand, das Präsidium oder der Sportdirektor stellt den Trainer in Frage, nein: Der Trainer macht es selbst. Deshalb muss man auch hier die Frage stellen:

Wie lange ist Armin Veh noch Chef-Trainer in Hamburg? Denn das rumgeeiere kann sich ein Traditionsklub, wie der Hamburger SV es ist, nicht auf Dauer leisten und erst recht nicht noch Ewigkeiten mit anschauen. Irgendwann muss das Trauerspiel beendet werden.

Werder Bremen: Auch hier ist die Frage nicht ganz unberechtigt, wieso man Thomas Schaaf der Liste an Aspiranten auf einen baldigen Job-Wechsel hinzufügt. Schließlich ist es an der Weser eher wahrscheinlich, das der Fluss seine Fließrichtung ändert, als das Allofs seinen Chef auf dem Fussball-Platz entlässt.

Aber gerade der Wechsel von Top-Torjäger (?!?) Hugo Almeida an den Bosporus verleitet mich dazu, Thomas Schaaf in diese Liste mit aufzunehmen. Das der Junge vielleicht einen schwierigen persönlichen Charakter ist ja das eine. Aber kann so ein Charakter nicht manchmal auch förderlich sein?

Gut in Hoffenheim hatten sie Schweirigkeiten mit einem solchen Charakter. Aber kann man den Bundesliga-Traditionalisten Werder Bremen mit dem erst seit zwei Jahren in der Bundesliga spielenden Klub aus dem Kraichgau vergleichen? Ich denke das das zumindest in dieser Hinsicht nicht der Fall ist.

Allofs muss jetzt zusehen, das er diesen - ja nicht gerade unerfolgreichen - Stürmer zumindest großteils ebenwertig ersetzt bekommt.

VfB Stuttgart: Der dritte Trainer in der Saison 2010 / 11 war zumindest nicht das, was man einen Schub gebenden und schnell wirkenden Wechsel nennen könnte. Denn schließlich hat man in zwei Spielen - auch wenn es gegen einen wiedererstarkt scheinenden FC Bayern München war - den Platz nicht nur mit Zwei Niederlagen, sondern auch mit 11 Gegentreffern verlassen.

Also scheint das Problem nicht auf der Bank zu sitzen, sondern auf dem Feld zu laufen. Sofern man denn von Laufen reden kann. Und da es nun mal einfacher und schneller von statten geht, einen Trainer zu feuern und den nächsten anzuheuern, ist Bruno Labbadia für mich durchaus ein Kandidat für einen weiteren möglichen Trainer-Rauswurf.

1. FC Köln: Ein weiterer Kandidat für mich ist, trotz der Verpflichtung von Michael Rensing als neuen Torhüter und Volker Finke als Sportdirektor, der Trainer des 1. FC Köln, Frank Schäfer. Und das nicht nur wegen des derzeitigen Tabellenstandes.

Denn der kommt ja nicht dadurch zustande, das man nur Pech hat und unglücklich Gegentore fängt. Sondern das da zumindest meiner Ansicht nach kein wirkliches Team auf dem Platz steht, sondern nur 10 Leute, die hoffen, das der elfte Mann - Lukas Podolski - das Spiel schon schaukeln wird.

Aber so funktioniert Fussball eben halt nicht. Einer allein kann kein Spiel so an sich reißen, das er es im Alleingang gewinnt. Da müssen alle mit anpacken und auch miteinander spielen. Sonst wird das nichts.

FC St. Pauli: Auch wenn mit Tabellenplatz 14 durchaus eine Trainerdiskussion entstehen könnte, so ist Holger Stanislawki für mich kein Anwärter auf eine Trainer-Entlassung bis zum Saisonende. Sollte man natürlich tiefer abrutschen, so ließe sich das sicher nicht vermeiden. Aber aktuell macht weder der Trainer noch die Vereinsspitze auf mich den Eindruck, als würde man unruhig.

Marcus
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