anonyme, formlose Briefe – wie würdet ihr reagieren


Der Artikel besteht aus 576 Wörtern. Geschätzte Lesezeit: 02:18 Minuten

Wir hatten heute ein zusammengefaltetes, 6 Tage altes Stück beschriebenes Papier im Briefkasten, in dem jemand seinen Unmut über das Bellverhalten unserer Hunde kundtat.

Ohne Adressat, unglaublich allgemein gehalten und nur mit einer unleserlichen Unterschrift.

Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr soetwas in Eurem Briefkasten finden würdet?

Wir sind Besitzer zweier Hunde. Eines 9jährigen Schäferhund-Mix-Rüden und einer 4 Jahre alten weiblichen Boxer-Mischung. Und zugegeben, der Rüde bellt gerne alles an, was vor unserem Grundstück langläuft, langradelt oder sonstwie unterwegs ist. Auch Tauben auf dem für ihn unerreichbaren Teil des Grundstückes gibt er gerne Bescheid.

Wir versuchen schon, ihn davon abzuhalten, bzw. ihn ruhig zu bekommen. Er wird auch reingeholt, wenn er gar nicht mehr zu stoppen ist. Leider war die Hundeschule nicht vom Erfolg gekrönt, da er vor allem anderen Rüden gegenüber nicht wohlgesonnen ist und auch von denen angegangen wurde. Da wir ihn erst mit zwei Jahren aus dem Tierheim holten, wissen wir leider nicht, was ihm in der Zeit zuvor widerfahren ist.

Angeblich wurde er an der Autobahn angeleint vorgefunden. Das nicht als Entschuldigung, sondern nur als reine Info.

Nun bekamen wir also nach schlappen sieben Jahren diesen - ich kann es nur so nennen - Wisch.

Man kenne unseren Namen nicht - wir wohnen ja auch erst 40 Jahre hier auf dem Grundstück und haben einen Briefkasten und ein Klingelschild mit Namen - aber wir wären ja die Besitzer dieser zwei Hunde, von dem der eine gerne ununterbrochen bellen würde.

Man würde halb- bzw. ganztags arbeiten, und sich daher gerne Mittags mal ausruhen. Was aber nicht ginge, da ja unser Hund gerade zur Mittagszeit zu bellen anfangen würde.

Nun gut, mal abgesehen vom Zeitpunkt des Schreibens: Zur Zeit sind sie auch am WE nicht vor 9 / halb 10 draußen. Vorher machen sie nur zwei Minuten ihr Geschäft.

Mittags kriegen sie um halb 12 h ihr Fressen und danach ist bis mindestens 14 h Mittagspause angesagt. Und das über das ganze Jahr hinweg. Schließlich machen die beiden, über 70jährigen, Hausbesitzer auch Siesta. Und spätestens um 16.30 h ist jetzt im Winter komplett Feierabend für sie. Danach gehts nur noch mal Gassi.

Wie gesagt: Nur 'Guten Tag', eine unleserliche Unterschrift und der Vorwurf, uns wären die Umstände wohl nicht bewusst.

Ich habe gerade einen Text verfasst, in der Hoffnung, die regionale Tageszeitung veröffentlicht ihn als Leserbrief, und der - in meinen Augen - Witzbold liest ihn.

Denn für mich taugt das Schreiben im Allgemeinen eigentlich nur als umgehendes Altpapier.

Schließlich bekommt man ja z. B. als Autofahrer auch keinen Brief, wo drin steht: 'Sie sind zu schnell gefahren'. Sondern sie sind am .... um ... h ... km/h zu schnell gefahren.

Nur das fehlt in dem Schreiben total. Nichts von: Samstag, 03.12.2010, 13.30h Rüde kläffte 5 Minuten am Stück. Aber das könnte es ja auch nicht, weil sie dann im Haus sind.

Und wer sich hinter so einem anonymen Schrieb versteckt, kann in meinen Augen auch nicht für die (nicht gerade Hundearme) Nachbarschaft sprechen. Zumal sicher andere nicht so ängstlich sind, uns persönlich anzusprechen - was aber bis auf zwei oder drei Ausnahmen (die geklärt wurden) bislang nicht passierte.

Was würdet ihr tun oder denken, würde so ein Schreiben bei Euch im Briefkasten landen. Euch auch so wundern, das man sich traut, so etwas jemandem zukommen zu lassen?

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2 Kommentare

  1. Über den Webmasterfriday kam ich auf den Blog und habe mal weitergelesen.
    Meine persönliche Ansicht ist, dass HAUStiere halten nie eine angemessene Tierhaltung sein kann. M.E. haben Tiere in Wohnungen nichts zu suchen.
    ABER: Das rechtfertigt nie irgendwelche anonymen Beschimpfungen. Man kann doch miteinander reden – gerade wenn man eben nicht einer Meinung ist!

  2. Ich glaube, man muss bei zwei Dingen schon etwas diffenzieren: Welche Größe hat der / haben die Hund(e) und wo leben sie: Haus oder Wohnung.

    Denn eine Wohnung ist zumindest für mich mehr ein einstöckiges etwas mit Küche, Dusche oder Bad / WC, Schlaf- und Wohnzimmer.

    Wir sind Besitzer eines Zweifamilien-Hauses auf einem schätzungsweise ungefähr 2000 qm² großen Grundstück. Davon sind ca. an die 1000 qm² durch einen Maschendrahtzaun auf der rückwärtigen Hälfte des Grundstücks abgegrenzt. Dort halten sich die Hunde auf.

    Zudem – um es mal drastisch zu formulieren – trieft es hier nur so vor Hunden. Mindestens jeder zweite hier um uns herum hat wenigstens einen Hund. Das man sich da ausgerechnet uns ausguckt, irritiert uns zusätzlich.

    Aber wir denken – auch das ist das Problem bei diesem anonymen Wisch – das wir wissen, woher der kommt. Und wenn wir richtig vermuten, hat der Autor schon eh einen an der Marmel.

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