Der Knicks der Politik vor der Pillen-Industrie


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Aktuell ist ein Thema ja in aller Munde:

Der Knicks der Berliner Politiker vor der Atom-Lobby.

Aber nicht nur in dem Bereich tut man alles, um mit ins warme Bettchen krabbeln zu können. Auch im Bereich der Pharmazeutischen Industrie ist man mal wieder dabei, etwas mehr zu kuscheln.

Schließlich gibts für die meisten der jetzt im Berliner Reichstag - von der Zuschauerseite aus betrachtet links neben dem Redner-Pult - sitzenden Leutchen ja auch ein Leben nach dem 'Regieren'.

Und da kann ja im günstigsten Fall ein Pöstchen im Vorstand oder Aufsichtsrat abfallen.

Damit man auch bei der Pharma-Lobby ein Stein im Brett hat, hat die EU schon 2005 ein Gesetz erlassen was bislang nur in Teilen gilt ab dem 1. April 2011 jedoch vollumfänglich in Kraft tritt.

Nach diesem Gesetz, dem schon einige Naturheilmittel zum Opfer gefallen sind, weil sie entweder in Gänze bzw in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung nicht mehr vertrieben werden dürfen, ist quasi alles, was aus Naturheilkräutern zusammengemischt werden kann, zukünftig als medizinisches Produkt zu deklarieren.

Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel müss(t)en, um diesen Status zu erhalten, in wissenschaftlichen Studien ihre Wirkungen nachweisen.

Da diese Mittel aber meist von kleineren mittelständischen Betrieben hergestellt und vertrieben werden, ist natürlich in den seltensten Fällen das dazu notwendige Kapital dafür vorhanden.

Was da im einzelnen geplant ist, kann man unter anderem hier nachlesen.

Was das für den einzelnen Bürger bedeutet, ist vielleicht klar - vielleicht aber auch nicht:

Wer heute noch in den Drogeriemarkt oder in die Apotheke geht, um sich dort ein Naturpräparat zu kaufen damit die Kopfschmerzen oder die anziehende Grippe verschwinden, wird ab April nächsten Jahres wohl entweder sehr lange suchen und vielleicht fündig werden.

Vielmehr wird er aber gezwungen sein, die Mittelchen aus Leverkusen oder Ulm in der Apotheke zu kaufen, und sich damit unnötige Chemie reinpfeifen müssen.

Für die Pillendreher heißt es dann nämlich 1:0 für uns und Gott sei Dank die Konkurrenz der Naturpräparate - die es schon x-Tausend Jahre länger gibt als die chemische Keule - aus dem Feld geschlagen.

Es lebe die Milliarde Euro Umsatz mehr.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt aber noch: bis zum 11.11. kann man noch eine Petition zeichnen, die die Bundesregierung auffordert, dieses Gesetz nicht vollumfänglich wirksam werden zu lassen.

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