Ein völlig gebrauchter Tag

Schon als ich heute morgen um viertel vor fünf aufgestanden bin, ahnte ich wohl intuitiv, das der Tag nicht mein bester werden würde. Aber das es nach der Arbeit auch noch weitergehen würde, wegen so einem Spinner auf Facebook, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Dienstags ist bei uns auf der Arbeit das meiste zu tun. Da weiß ich eigentlich morgens schon, das es stressig werden kann.

Nur meistens ist es nach dem Job dann wieder gut.

Aber heute war alles ein wenig anders.

Schon Stressig auf der Arbeit

Ich bin morgens in der Firma der erste, weil ich noch die Touren für den Expressdienst disponieren muss. Der erste reguläre Disponent kommt erst kurz vor acht.

Der war schon merkwürdig drauf, und packte mir zusätzlich zu meiner Tour – die schon pickepacke voll – war noch zwei zusätzliche Aufgaben obendrauf. Dabei wusste er von meinem Arbeitsaufwand noch gar nichts.

Während der Tour dann meldete er sich, das ich Teile meiner Sendungen liegen gelassen hatte. Also wieder in die Firma gerast.

Mittags wollte ich aus unserer Halle herausfahren und, weil man ja bequem ist, vom Fahrersitz das Hallentor wieder schließen. Normalerweise klappt das ohne Probleme. Nur heute natürlich nicht. Weil ein anderer sein Fahrzeug zu nahe am Tor geparkt hatte, konnte ich nicht im Bogen aus der Halle fahren und stieß mit dem Außenspiegel gegen die Führungsschiene des Hallentors. Das aber hatte ich schon in Bewegung gesetzt.

Halbe Tour liegen gelassen und fast ein Auto demoliert

Nun musste ich zusehen, wieder vorwärts in die Gänge zu kommen, damit es mir nicht aufs Dach stößt.

Das ging Gott sei Dank gut.

Um halb fünf war’s dann endlich vorbei. Mir reichte es aber auch gewaltig.

Doch vorbei war es noch lange nicht.

Auf Facebook hatte sich jemand – angeblich extra wegen mir – angemeldet.

Ich möge ihm doch bitte erklären, weshalb Frau Merkel meiner Ansicht nach gegen Ihren Eid verstoßen würde.

Meine

populistische und hetzerische Antwort

würde er zwar schon kennen – oh, ein Hellseher?? – aber vielleicht hätte ich ja auch eine rechtlich wasserdichte Antwort parat.

Nach der Arbeit dann ein Troll auf Facebook

Da hätte ich ja eigentlich schon merken müssen, was für ein Spinner sich da wichtig machen wollte. Aber wie ich so bin – auch wenn ich die Faustregel ‚Don’t feed the Troll‘ eigentlich kenne -, wollte ich eine Antwort nicht schuldig bleiben.

Dementsprechend schrieb ich dann zurück, das ich eben der Meinung wäre, das die Bundeskanzlerin ihren Eid eben schon zweimal gebrochen hätte. Wenn das aus dem entsprechenden Artikel nicht herauszulesen wäre, dann wäre das zwar schade aber eben so.

Seine Antwort darauf

Ich finds schade, das viele Leute auf solche Populisten wie sie reinfallen. Ich bitte darum sich die Gesetzeslage nochmal zu Gemüt zu führen. Ich sag’s ihnen einfach. Für diesen Eid ist in Deutschland rechtlich kein Meineid vorgesehen. Und für sie zum mitschreiben…. Das geht nicht, sie Held

Daraufhin habe ich – natürlich erfolglos – versucht, dem Knaben klar zu machen, das ein Blog dazu da ist, seine Meinung zu sagen. Und das würde ich halt tun. Ob die rechtlich Bestand hätte, wäre mir – wie sicher den meisten anderen Bloggern – herzlich egal.

Wem diese Meinung nicht gefiele, der bräuchte sie ja nicht zu lesen.

Zumal, hat wer von Meineid geredet?

Angeblich geistig unterbelichtet – nur wer wirklich?

Dann warf er mir vor, das es ihm klar war, das es darum nicht mehr ginge. Leute wie ich sollten in der Öffentlichkeit besser die Klappe halten.

Auch hierauf antwortete ich ihm, das dies seine Meinung sei. Andere sähen das – wie ich aus den Reaktionen auf meine Leserbriefe in der hiesigen Tageszeitung weiß – anders.

Daraufhin kam er natürlich mit der nächsten Beleidigung um die Ecke. Er würde – natürlich nicht – stänkern. Er würde nur feststellen, das ich ein bisschen

geistig unbewaffnet

sei, wie er sich ausdrückte. Aber ich solle mir nichts draus machen, irgendwie fände er mich ja ganz drollig.

Daraufhin ließ ich ihn wissen, das seine Beleidigungen auch nicht gerade eine geistige Höchstleistung seien. Und er sicher jede seiner geäußerten Meinungen vorher darauf abklopfe, ob sie einer rechtlichen Beurteilung standhielten.

Und dann klickte ich auf sein Profil: Hat hier studiert: POS Ernst-Thälmann

Das zu kommentieren erspare ich mir jetzt….

Artikelbild(er): © pathdoc / fotolia
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4 Kommentare zu Ein völlig gebrauchter Tag

  1. Ich denke, du weißt, dass ich bezüglich Merkels Verfehlungen auch anderer Meinung bin. Allerdings ist es keine Art, dich wegen deiner Meinung in dieser Form anzugehen. Leider waren solche Ausfälle bei Facebook immer fast an der Tagesordnung. Deshalb habe ich mich letzten Oktober verabschiedet. Bei Google+ bin ich auch nicht mehr zu finden. Nur Twitter nutze ich noch. Allerdings komme ich bei all dem rechten Geschmeiß mit dem Blockieren gar nicht nach. :-) Das ist ja auch nicht unbedingt „die“ Methode um Leute mit anderer Meinung los zu werden. Aber die Aussagen sind mir in diesen Fällen einfach zu heftig. Mit Kritik hat das nix mehr zu tun. Manchmal kommt es Knüppeldick. Allerdings spielt sich das (zum Glück?) nicht in den Blogs, sondern wenn eben in den sozialen Netzwerken ab.

    • Hallo Horst!

      Bei g+ bin ich zwar noch mit Profilen vertreten, aber ansonsten lasse ich mich da relativ selten sehen.

      FB brauche ich durchaus für meine Seiten, vor allem für mein Regionalmagazin, um Leser zu generieren. Ein paar fallen da durchaus an, vor allem jene, über die ich berichte :)

      Das Du Dich zurückgezogen hast, kann ich nachvollziehen. Da Du zum Teil ja doch emotional dabei bist beim diskutieren ;).

      Auf den Blogs kommentieren auch nicht irgendwelche Vollhorste, sondern in der Regel nur Fans der Blogs. Und die wissen sich im Normallfall zu benehmen *loL

    • Hallo Sabiene!

      Ja, jetzt gehts wieder einigermaßen. Ist zwar z. T.immer noch ganz schön stressig im Job, aber das andere hat sich beruhigt.

      Irgendwie ecke ich mit meiner Art manchmal doch ganz schön an 😉

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