Ein Desaster nach dem nächsten im Job

Bin ich zu gut oder sind die Jobs so schlecht?

Was war ich froh und glücklich, als ich im Februar letzten Jahres nach nur 10 Tagen einen neuen Job als Kraftfahrer vor der Haustür gefunden habe. Ich konnte mir damals locker vorstellen, dort Jahrelang zu bleiben. Diese Vorzeichen haben sich gewaltig geändert

gefrustet vom Beruf

Rückblick: Februar 2014 – nach nur knapp 10 Tagen finde ich vor der Haustür einen neuen Job als Kraftfahrer bei einer Logistikfirma, die für einen Expressdienst fährt und im Kurier- bzw. Speditionsgewerbe tätig ist.

Bei letzterem bin ich von Anfang an eher außen vor, da ich von Anfang an gesagt habe, keine 7,5 t mehr fahren zu wollen. Daran hält man sich weitestgehend. Ich erledige nur kleine Touren mit Lkw. Für alles andere, bei dem man richtig Kilometer reißt, werden die anderen Fahrer herangezogen.

Bis in den vergangenen Juni hatte ich auch meine Stammtour, so das ich gar nicht in die Bredouille kam, auf den ‚Bock‘ steigen zu müssen.

Seit dem aber fühle ich mich – obwohl man meine Person als (einen der) Besten Fahrer bezeichnet, in der Firma auf dem absteigenden Ast. Genauer gesagt: Ich fühle mich auf die Strafbank versetzt.

Dabei hat sich seit dem mein Aufgabengebiet vergrößert.

Morgens soll ich jetzt die noch nicht vergebenen – weil vielleicht noch während der Nacht eingetroffenen – Express-Sendungen disponieren und die Touren evtl. dementsprechend anpassen. Ist das erledigt, fahre ich die Kunden an, die in die Touren der anderen Fahrer mehr oder weniger nicht hineinpassen, weil etwaige Terminsendungen Vorrang haben.

Aufgabengebiet vergrößert sich – trotzdem Gefühl der Strafversetzung

Sind die paar Sendungen (mehr als zehn waren es bislang nicht und werden es auch wohl kaum werden, aufgrund dessen, was man mit mir danach vorhat) verteilt, hole ich in der Stadt die ersten Sendungen ab, fahre zwei weitere Touren und habe danach Hallendienst.

Das heißt, Montags und Freitags, sowie an den restlichen Tagen bis 15 h, vertrete ich den Teilzeit-Kollegen, der sonst die Exportsendungen abfertigt.

Klingt das wirklich danach, das ich (einer der) beste(n) Fahrer der Firma bin? Oder klingt das nicht eher nach Lückenbüßertum? Ich fühle mich mittlerweile eher wie letzteres. Zumal es teilweise große Zeiträume gibt, wo ich nur rumstehe und es für mich nichts zu tun gibt. Und das ist das letzte, was ich mag.

Aber da das noch nicht reicht, gibt es noch mehr, was mich mittlerweile schier verzweifeln lässt.

Schon seit langem ist für mich die Zahlungsmoral ein großes Thema. Was wohl wenig verwundert, wenn man 4 Jahre Hartz IV war, und noch immer auf mehr als 3.000 € Gehalt von einem Ex-Chef wartet.

Zum Monatsersten gibt es einen Abschlag. Bei diesem hatte ich mit dem Chef (leider nur mündlich) eigentlich eine bestimmte Höhe vereinbart. Doch daran hält man sich nur in Einzelfällen. Bei der Abschlagszahlung für August hat man (zumindest bis jetzt) deren bisherige Höhe sogar um 30 % gekürzt.

pünktliche Lohnzahlung wäre ein Traum

Darüber werde ich allerdings am Montag noch mit der Buchhaltungskraft reden. Denn das geht gar nicht.

Die restliche Summe des Gehaltes will man eigentlich bis zum 10. eines Monats überweisen. Das hat in den bisherigen 16 Monaten allerdings nicht mal zu 50% geklappt. Für Juni gab es den Rest sogar erst am 14.

Zwei Tage zuvor hatte ich den Chef noch darauf angesprochen. Seine lapidare Antwort auf die Frage, wann denn das Geld käme.

im Laufe der Woche…

Zuvor hatte ich sogar noch laut mit dem Zaunpfahl gewedelt. Denn die Person, die bei der Firma für die Fahrer verantwortlich ist, für die mein letzter Chef gefahren war, erkundigte sich tags zuvor noch über meine Situation und ob ich noch zufrieden wäre.

Bis dahin war ich es noch – mit kleineren Abstrichen wie erwähnt…

Alles also nicht wirklich der Motivation förderlich, die bei allen Fahrern – egal ob fest angestellt oder auf Teilzeit eh nicht besonders ausgeprägt ist, ob des Umgangs mit uns.

Den nächsten Tiefschlag gab es dann im Laufe dieser Woche.

Am Mittwoch noch durfte ich – weil der ‚richtige‘ Disponent Dienst hatte, eine Direktfahrt nach Mainz fahren.

Der Disponent meinte, wenn ich schon da wäre und die 450 €-Kräfte eh nicht wüssten, wo sie mit ihren Überstunden hin sollten, wäre das nur folgerichtig.

Eine Ansicht, die unser ‚Chef‘-Disponent leider so gar nicht teilt.

Im Laufe der Tour rauschte ich leider in einen Stau hinein, der meine Ankunft am Ziel um geschlagene 2 Stunden verzögerte.

dauernde Planänderungen – aber mich nicht vertreten lassen können?

Aus diesem Grund telefonierten dieser Disponent und ich zwei Mal miteinander. Dabei äußerte er auch, das er mich eh nicht die Tour hätte fahren lassen. Tags drauf antwortete er auf die Frage, weshalb er mich nicht hätte fahren lassen, das es eben wegen der späten Rückkehr nicht passen würde.

Leider war ich so dumm, von diesem Telefonat dem anderen Disponenten zu berichten. Das ich das nicht hätte tun sollen, wurde mir nur wenig später klar. Denn es gab eine weitere Direktfahrt zu vergeben: Dieses Mal nach Taunusstein.

Weil er sich nicht noch einmal vom Dispo-Kollegen vorwerfen lassen wollte, mich ungefragt fahren lassen zu haben, orderte er einen Teilzeitfahrer und ich durfte in der Stadt meine Kreise ziehen und um halb fünf Feierabend machen.

Da stellt sich doch die Frage, wer ist mehr auf das Geld angewiesen – zumal ich pro Stunde bezahlt werde und kein Festgehalt beziehe – der ehemalige Staatsbedienstete Pensionist mit den 450 € oder ich?

Meine Motivation für diesen Job und diese Firma hat mehr denn je nicht nur Grundberührung. Ich glaube, sie erreicht schon fast Tiefsee-Niveau.

Man hat mir anderweitig zwar geraten, via meinem Anwalt die pünktliche Zahlung des Gehalts einzufordern. Aber da das nur ein Teil der Frustration ausmacht, ist es glaube ich wenig sinnig, hier noch 150 € Eigenanteil für den Juristen auszugeben.

Die einzige Konsequenz aus dem ganzen Desaster kann eigentlich nur eine sein: Der Jobwechsel.

Und der Zeitpunkt, diese Konsequenz zu ziehen rückt mit jeder fragwürdigen Entscheidung in dieser Firma näher und näher.

Was mache ich bei der Auswahl meiner Arbeitgeber nur falsch??

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