Das war die Fussball-Bundesliga-Saison 2011/2012

Mein Resümee der abgelaufenen Spielzeit!

Sie ist – bis auf die Relegations-Spiele – vorbei, die Saison 2011/2012 der 1. Fussball-Bundesliga! Zeit also, mal ein Fazit zu ziehen, was von dieser Saison (für mich) bleibt!

Gefeuerte Trainer, geschasste Sportdirektoren, zurückgetretene Präsidenten, ein verdienter Meister, zwei verdiente direkte Absteiger, positive und negative Rekorde, Feuerwerke zündende und sich prügelnde Chaoten! So würde ich die Saison 2011 / 2012 im Telegramm-Stil beschreiben.

Im etwas ausführlicheren Stil sieht das dann so aus:

Mit Borussia Dortmund hat die Liga einen mehr als verdienten Meister. Jürgen Klopp hat es geschafft, mit seiner – nicht überall auf Gegenliebe stoßenden Art und Weise – den Druck weitestgehend von seiner Mannschaft fernzuhalten. Die Profis konnten sich somit großteils darauf konzentrieren, wofür sie da sind: nämlich Fussball zu spielen!

Dabei haben sie dann auch noch den einen oder anderen Rekord gebrochen. Als da zum Beispiel wäre, das sie 28 Liga-Spiele in Folge nicht verloren haben. Das hat selbst ein Verein wie der Rekordmeister Bayern München noch nicht geschafft. Dann haben sie noch den Punkte-Rekord in der Liga aufgestellt. Auch umgerechnet auf die bis vor ein paar Jahren geltende 2-Punkte-Regelung haben sie eine Punktzahl erreicht, die ebenfalls kein deutscher Verein zuvor auf die Beine gestellt hat!

Somit fast einziger Fleck auf der ansonsten beinahe lupenreinen weißen Weste des Klubs ist die Tatsache, das sie sich mit nur lausigen 4 Punkten sang- und Klanglos aus der Champions-League verabschiedeten und damit selbst die Europa-League nicht mehr erreichten.

Aber wohlmöglich war das Ausscheiden auch der Faktor, der den Mannen um Sven Bender und Mario Götze die Titelverteidigung erst ermöglichte. Hätte man weiterhin regelmäßig englische Wochen gehabt, wäre die Luft vermutlich viel schneller sehr viel dünner geworden!

Nicht nur Dortmund markiert Rekorde

Doch die Borussia aus dem Ruhrpott ist nicht die einzige Mannschaft, welche in dieser Saison Rekorde aufstellte. Sind es bei Watzkes Elf jedoch positive Superlative, schaffte es die Geißbock-Elf vom 1. FC Köln diesbezüglich in negativer Hinsicht zu glänzen.

Die Mannen um Lukas Podolski stellen mit 75 Gegentreffern nicht nur die Schießbude der Liga dar, sondern werden in der Rekord-Liste nur noch von Tasmania Berlin übertrumpft! Diese fingen sich in ihrer einzigen Bundesliga-Saison 1965/66 108 Gegentore.

Aber auch was sonst in und um den Verein herum geschah, kann man wohl als Rekordverdächtig erachten. Zwar verfolge und erlebe ich die Bundesliga nun seit mehr als 30 Jahren bewusst mit, aber ich kann mich an keinen Verein erinnern bei dem es vom ersten bis zum letzten Spieltag nur Chaos, Stress und negative Schlagzeilen hagelte.

Angefangen von einem Präsidenten, der bei der Mitgliederversammlung einfach seinen Rücktritt erklärt und hinterher – wie Alfred Draxler von der Bild-Zeitung im Doppelpass schilderte – ernsthaft der Ansicht ist, er hätte den Verein geordnet hinterlassen. Über einen Sportdirektor der immer noch mehr Trainer zu sein scheint als eine am Schreibtisch sitzende Stütze des Coaches bis hin zu einem Übungsleiter, der sicher nicht gewusst hat auf welches Wagnis er sich als Verantwortlicher für die Mannschaft einlässt!

Round about kann man, auch wenn man große Sympathien für den Klub hegt, eigentlich nur zu dem Schluss kommen, das das erreichen der Relegation – und somit ein möglicher Verbleib im Oberhaus des Deutschen Fussballs – des Guten dann doch ein wenig zu viel gewesen wäre!

Wobei es Hertha BSC – oder sollte man besser sagen Michael Preetz? – nicht sehr viel besser gemacht hat. Drei Trainer in einer Saison von denen es zwei nun ganz und gar nicht gebraucht hätte – hätte man es denn ein ganz klein wenig klüger angestellt. Aber sie haben nicht ganz so viel Chaos inszeniert wie die Domstädter. Es ist zumindest nicht soviel nach Aussen gedrungen wie am Rhein.

Ich jedenfalls drücke der Hertha die Daumen, das sie den Schub aus dem Sieg im letzten Heimspiel erfolgreich mit in die Relegation nehmen kann.

Was sonst noch bleibt

Ansonsten bleibt bei mir hängen, das die Chaoten, die sich Fussball-Fans nennen, jedes Jahr zuzunehmen scheinen!

Vielleicht mag die Warnung, die Alfred Draxler gestern ebenfalls im Doppelpass aussprach, noch in etwas weiterer Ferne liegen. Trotzdem ist er der Ansicht, das wenn wir respektive die Liga nicht aufpass(t)en und durchgreif(t)en, Zustände wie in Italien nicht mehr weit entfernt lägen. Dort hatten Ultras des CFC Genua die Spieler ihrer Mannschaft gezwungen ihre Trikots auszuziehen, da sie nicht würdig seien diese zu tragen.

Dies erwähnte er im Zusammenhang mit einem ihm zu Ohren gekommenen Verhaltens der Kölner-Fans, die angeblich vor den Häusern der Spieler aufgetaucht wären und Morddrohungen ausgesprochen hätten. Dies hat sich – zumindest meines Wissens nach – so nicht bestätigt!

Desweiteren scheint sich bei einigen Klub-Verantwortlichen die Ansicht durchzusetzen, das man sie nur noch wahrnimmt, wenn sie nur häufig und schnell genug einen Trainer vor die Tür setzen.

Was diesbezüglich in Hoffenheim abgelaufen ist, ist wohl nur mit unsäglich zu beschreiben. Wer einen Trainer erst für 3 Jahre verpflichtet, dann vom ‘Aufbau einer zukunftsfähigen und erfolgreichen Mannschaft’ schwadroniert um ihn dann nach nur einem halben Jahr vor die Tür zu setzen, macht sich sicher keine Freunde.

Wenn der 7. Platz für einen Retortenklub wie den Hoffenheimern schon unbedingter Anlass für einen Trainerrauswurf ist, was soll dann ein Verein wie Bayern München als Abonnent auf den Titel machen, wenn man eine Zeitlang vom 3. oder 4. Tabellenplatz grüßt?

Trainer, Sportdirektor, Vorstand und Präsident zusammen vor die Tür setzen?

Schlechter als jetzt mit Platz 11 hätte man mit Holger Stanislawski sicher auch nicht abgeschnitten. Im Gegenteil! Wenn man ihm etwas Zeit gelassen hätte, wäre sicher auch die Europa-League machbar gewesen. Aber da haben sich zwei (oder sogar 3) Alphatiere wohl nicht vertragen und es Seite an Seite aushalten können!

Von daher ist der 11. Platz ein Ergebnis, das man im Kraichgau auch verdient hat – bei aller Wertschätzung für Markus Babbel. Dieser ist hoffentlich auch zu Beginn der nächsten Saison noch im Amt um seine Visionen verwirklichen zu können!

Aber auch was positives aus dieser Saison ist bei mir hängen geblieben!

Denn hätte ein Vorgang wie der Rücktritt von Ralf Rangnick vor 2 Jahren wohl noch ein gewaltiges Echo gehabt – und ihn als Schwächling dastehen lassen – so kann man heute anscheinend fast Problemlos über Krankheiten wie Burn-Out oder Depressionen sprechen. Und das ohne sich dafür schämen zu müssen oder für immer von seinem Beruf zurücktreten bzw. ihn wechseln zu müssen.

Das finde ich abschließend doch eine sehr gute Nachricht, die hoffen lässt, das sich persönliche Dramen wie der Freitod von Robert Enke heute nicht mehr zwingend ereignen müssen!

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2 Kommentare zu Das war die Fussball-Bundesliga-Saison 2011/2012

  1. Horst Schulte // 8. Mai 2012 um 07:57 // Antworten

    Wahrscheinlich waren Hertha und Köln wirklich die Vereine, die negativ herausstachen – in der letzten Saison. Eigentlich hätten beide absteigen sollen. Ich finde es gut, dass du noch einmal auf das Burn-Out-Thema eingegangen bist. Da hat sich scheinbar wirklich was zum Positiven hin verändert.

    • Hallo Horst!

      Naja, vor 2 Jahren wären sie ja beide direkt abgestiegen. Aber wenn die Herren in der Chefetage der DFL das €-Zeichen in die Augen kriegen, dann kommt so etwas wie die Relegation dabei heraus!

      Ist zwar einerseits auch nett für uns Fans, aber andererseits zerrt das natürlich auch an den Nerven der Spieler und Verantwortlichen. Schließlich kann man nicht – wie eben bis vor 2 Jahren – schon Wochen vor Ende der Saison die Liga der nächsten Saison planen.

      Das mit der Burn-Out-Erkrankung von Rangnick hatte ich fast schon wieder vergessen. Das kam auch bei einer der beiden Diskussionssendungen nochmal kurz zur Sprache. Erst dadurch kam mir das wieder in den Sinn!

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