Irgendwas läuft hier schief!

Momentan habe ich so eine Zeit, wo mich der Eindruck überkommt, es hätte sich vielleicht nicht alles gegen mich verschworen aber doch schon eine ganze Menge!

Bei mir trifft das vor allem auf das Jobcenter und seit Montag auch auf die Post zu! Wobei ich mich durchaus frage, weshalb das Jobcenter so heißt wie es heißt. Denn bis auf das vierteljährliche 10-minütige Kaffeekränzchen bei meinem Berater und den halbjährlichen Formularen zum ausfüllen, um bis auf weiteres mein ALG II zu erhalten, passiert von da nicht viel.

Wobei, das letzte Kaffeekränzchen (ohne Kaffee und Kuchen natürlich) hat dann doch etwas länger gedauert. So ca. eine halbe Stunde. Aber das auch nur, weil ich einen neuen Berater bekommen habe. Meiner alten Beraterin hat man die Anfangsbuchstaben SCH weggenommen. Daher war also Beschnüffeln angesagt!

Lustiger Weise erwartet der Knabe von mir bis zu unserem nächsten Plauderstündchen 15 (in Worten fünfzehn) Bewerbungen von mir vorgelegt zu bekommen. Lustig, weil er selbst war nicht in der Lage mir auch nur ein einziges auf mich zugeschnittenes / passendes Angebot mitzugeben.

Denn leider bin ich einer von denen, die ihren bisherigen Tätigkeiten die eine oder andere gesundheitliche Einschränkung zu verdanken haben. Bei mir sind das unter anderem ein beidseitiger Tinitus, ein Burn-Out, Probleme mit der HWS (zwei Auffahrunfälle lassen Grüßen) und ein operierter beidseitger Leistenbruch. Also ich bin nicht unbedingt das, was man mit körperlich belastbar bezeichnen dürfte.

Aber trotzdem ist man natürlich auf der Suche. So suche ich z. B. (auch) eine Stelle im / als Büro(helfer). Nur das passende oder besser gesagt etwas passendes zu finden ist fast nicht möglich.

Denn von SAP oder Lexware hab ich keine blasse Ahnung, englisch ist bei mir nach 25 Jahren Schulabstinenz arg eingerostet. Hinsichtlich Buchhaltung war ich in der Schule eine bessere Niete usw. usw..

So versuche ich natürlich – um von dem Laden endlich wieder wegzukommen – auch über andere Wege wieder Geld zu verdienen. Bis März hatte ich ein Nebengewerbe als Lebensberater angemeldet, da eine Freundin von mir eine Line betrieben hatte und mich unbedingt dabei haben wollte.

Das ging zwar schon letztes Jahr den Bach runter, aber da sie noch nicht wusste ob sie neu anfängt, ließ ich das Gewerbe angemeldet. Trotzdem spielte ich schon seit Jahresanfang mit dem Gedanken, das Gewerbe abzumelden. Umsetzen tat ich es aber erst, als das Jobcenter meinte meine ehemalige Esoterik-Seite würde richtig Kohle an Land spülen, weil ich da ein paar Banner eingebaut hatte. Soviel also zum Thema Jobcenter und Ahnung haben.

Nun habe ich am 16. April – wie kann ich das nur mitten im Monat tun? – ein neues Nebengewerbe angemeldet, und prompt macht das Jobcenter wieder Stress.

Man teilte mir letzten Freitag – wie immer natürlich zum Wochenende – mit, das man die Zahlungen vorläufig einstellt, und ich das mitgeschickte Formular auszufüllen hätte.

Ich wusste nicht so wirklich, was ich dazu sagen sollte: Einzig und allein der Grund, das ein NEBENgewerbe angemeldet wurde, reicht der Sachbearbeiterin – das liegt in deren ‘Ermessensspielraum’ (ein schönes Wort, gelle) – um die Zahlungen zu stoppen? Und das 12 Tage vor dem Monatswechsel?

Welcher Nebengewerbler (auf Provisionsbasis) verdient bitte schön in den ersten Tagen dermaßen Asche mit seiner Tätigkeit, das er auf die Zahlungen von ALG II nicht mehr angewiesen ist? Wer so ein Gewerbe kennt, bitte bei mir melden, das möchte ich dann auch ausüben *rofl*

Naja! Ich hab dann erstmal Dampf abgelassen in Form von Statusmeldungen auf twitter und XING. Bei letzterem wurde mir dann per persönlicher Nachricht empfohlen, mich bei den Vorgesetzten der SB zu beschweren und Widerspruch einzulegen.

Und hier kommt die Post ins Spiel! Denn die wirbt ja so gerne damit das morgen zugestellt ist, was heute abgeschickt wird. Pustekuchen, wie ich erfahren durfte!

Denn um zu verhindern, das ich den Satz ‘Widerspruch ist hier nicht angekommen’ höre, ging der per Einschreiben mit Rückschein raus. Das war am Montag!

Am Dienstag dann im Netz den Status der Sendung abgerufen und eigentlich müsste dann ja schon – nach deren Versprechen zumindest – etwas mehr zu finden sein als der Satz: Die Sendung wurde im Postzentrum Hamburg bearbeitet!

Aber von wegen! Dienstag abend hatte sich noch immer nichts verändert, der gleiche Satz grinste mich an! Ebenso gestern. Und heute lese ich: Der Empfänger besitzt ein Postfach. Die Sendung wurde zur Abholung bereitgelegt.

Was zur Hölle geht hier ab, dachte ich: Für eine Strecke von Luftlinie 10 KM braucht ein Brief – noch dazu ein Einschreibe-Brief – mehr als 3 Tage? Das Formular mit den Angaben zu den vermuteten Einnahmen und Ausgaben wäre somit schneller da als der Widerspruch? Denn diese Unterlagen ließ ich gestern morgen vor 6 h von einem Familienmitglied beim JC in den Briefkasten werfen! Schließlich erwarte ich ja, das die die Zahlungssperre aufheben und ich am Montag das Geld auf dem Konto sehe. Und mit dem gestrigen, dem heutigen und dem morgigen Tag sollte – wie ich denke – Zeit genug sein, um das in die Wege zu leiten.

Denn mit einem Abrechnungsbetrag von 3,58 € für den Monat April krieg ich meine Unkosten nicht ausgeglichen und bezahlt!

Aber was soll ich sagen: Gerade als ich anfing diesen Artikel zu schreiben, fuhr der Postbote vor und ich fand anschließend den unterschriebenen Rückschein im Briefkasten. Die (Internet)Technik bei der Post ist also nicht ganz auf der Höhe der Zeit wie es ausschaut!

Vom Jobcenter habe ich bisher aber nichts gehört. Weder von der Geschäftsführung noch von der Sachbearbeiterin, die ich in dem Schreiben, welches ich dem Formular beigefügt hatte,  gebeten habe, mir eine Nachricht zukommen zu lassen, wenn das mit dem Aufheben der Zahlungssperre nicht mehr rechtzeitig klappt und ich mir einen Scheck abholen muss!

Da ich ein eher friedlicher Zeitgenosse bin, bibber ich ehrlich gesagt (schon) etwas vor dem was vor dem was da kommen könnte. Aber man kann sich ja nicht alles gefallen lassen!

Update 30.04.2012: Genauso schnell, wie ma die Zahlungssperre verhängt hat, hat man sie scheinbar nach Einreichen der Notwendigen Unterlagen auch wieder aufgehoben: Das Geld ist heute auf dem Konto verbucht worden!

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6 Kommentare zu Irgendwas läuft hier schief!

  1. Hallo Marcus,

    solche Spielchen des “Jobcenters” kenne ich doch irgendwie. Leider bin ich z. Zt. ebenfalls auf diese Institution angewiesen, da kommt wirklich Begeisterung auf! :-(

    Ich drück dir mal beide Daumen, daß dein Geld pünktlich da ist.

    Grüße aus Augsburg

    Mike, TmoWizard

    • Hallo Mike!

      Das schlimme daran ist ja, das die uns ja eigentlich Jobs vermitteln sollen. Und das sie von uns Kunstsücke erwarten wie z. B. meine 15 Bewerbungen, wo sie selbst nicht mal geregelt bekommen mir auch nur eine einzige Stelle anzubieten!

      Was ich da jeden Tag per Mail auf mein Stellengesuch bekomme, ist ein Witz: Call-Center bis zum umfallen aber sonst niente!

  2. 1. Jobcenter + Ahnung = Error
    2. Jobcenter + Logik = Error
    3. Jobcenter + Interesse an Deiner Gesundheit = Error

    1+2+3= meine eigene Erfahrung und somit die einzige Rechnung die hier stimmt.

    Nachvollziehen kann das alles nur der, der im gleichen Boot sitzt ;-)

    • Hallo Thomas!

      In der Tat, das kann nur jemand nachvollziehen, der den Verein auch schon mal längere Zeit ertragen musste.

      Das verrückte: Mein ‘Berater’ hat sich die Tage bei mir gemeldet, nachdem ich ihn und das ‘Team’ Selbständige bei denen über die Anmeldung meines Nebengewerbes informiert habe und wollte wissen, wie es mir ‘denn so ginge’!

      Naja, hab ihm dann gesagt, das das mit ner Stelle über den normalen Weg wohl nichts werden würde – nicht eine passende Stelle in der ‘Jobbörse’ und auch auf Stellengesuch in der Zeitung 0 Resonanz. Jedenfalls die 15 geforderten Bewerbungen könnte er vergessen!

      Er sagte mir dann, das mit ner Gleichstellung – wegen meiner ganzen gesundheitlichen Geschichten – ginge nur wenn wirklich ein Arbeitgeber existieren würde, der mich nehmen würde wenn die Gleichstellung möglich ist. Aber siehe vorherigen Absatz…

      Und dann kam er mit ner Frage um die Ecke, die wir angeblich bei unserem letzten Gespräch angesprochen hätten: Wie weit das denn mit der Beantragung einer Erwerbsminderungsrente gediehen sei?!?!?!

      So wirklich kann ich mich da nicht dran entsinnen. Oder nur ganz schwach, indem ich das als ne Möglichkeit angesehen habe, über die ich mal nachdenke, wenn gar nichts mehr geht.

      Der scheint also das vorzubereiten, was Conny auch widerfahren ist:

      Entweder Du gehst in Rente, oder wir streichen Dir die Zahlungen!

  3. So hart es klingen mag, aber in unserem Land bist Du nur solange etwas wert, solange Du gesundheitlich auf der Höhe bist. Tritt der Fall ein, dass Du nicht mehr kannst, weil die Krankheit Dich in die Knie gezwungen hat, dann wirst Du fallen gelassen – sowohl von der Arge also auch von der Rentenversicherung. Die nämlich berufen sich immer darauf, dass Du noch mindestens X Stunden arbeiten kannst… alles Erfahrungssache. Wir sitzen im gleichen Boot.

    Ich hätte mir nie träumen lassen mal an diesem Punkt anzukommen – heute ist es Fakt. Ob mir das gefällt interessiert da keinen. Das Leben macht so wirklich keinen Spaß…..

  4. Irgendwie scheinen Behörden immer mehr nur noch selbstzweck zu sein. Geht man hin und fragt, wo kann man dies oder das, bekommt man garantiert keine kompetente Antwort, sondern wird wo anderes hingeschickt.

    Fragt man dann noch, wie kann ich das schneller, bzw. direkt erledigen, hat man verloren.
    Matthias letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Wo kann man – wie kann ich

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  1. Mit einem neuen Job in den Jahresendspurt › themenfreund

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