Warum nicht Ostern gleich ganz abschaffen?

Spaßgesellschaft fordert Karfreitagsruheschutz aufzubrechen

In Hamburg ist zur Zeit mal wieder Dom! Vier Wochen lang kann man sich 3x im Jahr auf dem Heiligengeistfeld nach Herzenslust vergnügen.

Doch ‘leider’ gibt es während des Frühjahrsdomes auch das Osterfest, und somit auch den Karfreitag. Ein Tag an dem Veranstaltungen, die nicht dem

ernsten Charakter dieses Tages

entsprechen, verboten sind oder geschlossen sein müssen. Der Ernste Charakter dieses Tages beruht darauf, das Jesus an diesem Tag durch die Kreuzigung gestorben sein soll!

Laute Musik und Party machen ist also an diesem Tag nicht drin! Und das stört einige Menschen anscheinend gewaltig. Denn in schöner Regelmäßigkeit wird zu diesem Zeitpunkt gefordert, die strenge Karfreitagsruhe aufzubrechen und z. B. Tanzveranstaltungen oder auch Discos zuzulassen.

Im nördlichen Nachbar-Bundesland stören sich momentan vor allem eben die Schausteller des Hamburger Doms daran, das sie aufgrund des Charakters ihrer Veranstaltung am morgigen Freitag kein Geld verdienen können. Sie würden sogar auf die Musik verzichten, wenn man ihnen von Seiten der Stadt entgegenkäme und ihnen eine Öffnung ihrer Buden und Fahrgeschäfte erlauben würde.

Ich bin bei diesem Thema durchaus gespaltener Ansicht, das muss ich zugeben.

Einerseits muss ich – bezogen auf die Schausteller – sagen, das wer in 29 Tagen nicht genügend Geld verdient, das auch mit dem 30. Tag nicht mehr schafft.

Gleiches gilt aber auch für die Besucher dieser Veranstaltung, die ihr Votum pro Aufweichen der Karfreitagsruhe damit begründen, das sie eben an diesem Tag Zeit hätten und die Veranstaltung besuchen könnten. Da muss ich sagen: Wer an den restlichen 29 Tagen – davon 5 Sonntage – den Arsch nicht hochbekommt, um sich auf die Socken zu machen, wird sich auch am 30. Tag nicht dazu aufraffen.

Andererseits müssen immer mehr Menschen an Feiertagen arbeiten. Egal ob es ein Trauertag ist oder ein ‘Freudentag’.

Hinzu kommt, das anscheinend immer weniger Menschen mit der Kirche wirklich etwas am Hut haben! So das ihnen Feiertage wie Ostern oder Weihnachten eher in ihrer Eigenschaft entgegenkommen, das sie an diesen Tagen im besten Falle frei haben. Wobei das – wie ich denke – wohl vor allem auf die evangelischen als auf die katholischen Christen zutrifft.

Dem steht entgegen, das wir ohne die kirchlichen Feiertage wohl 365 Tage durcharbeiten würden. Denn ohne Kirche gäbs wahrscheinlich auch keinen Sonntag!

Diese Diskussion zeigt für mich aber auch wieder ein paar Dinge mit negativen Aspekten mehr als deutlich:

Zum einen das wir immer mehr Richtung Ego- und Spaß-Gesellschaft abzudriften scheinen. Frei nach dem Motto ‘Was andere denken und fühlen interessiert mich doch nicht! Für mich zählt, das ich meinen Spaß haben kann!’

Als zweites zeigt es mir, das viele – die Mehrheit? – zwar gerne die Vorteile z. B. eines Karfreitags in Anspruch nehmen, auch wenn nur wenige dem Sinn eines solchen Tages etwas abgewinnen können, aber mit den ‘negativen’ Konsequenzen nichts zu tun haben möchten! Und der Karfreitag ist für manch einen nun einmal – genauso wie Totensonntag oder der Volkstrauertag – keiner getreu dem Motto ‘Hoch die Tassen’!

Dabei könnten wir uns diese ganze Diskussion doch mit einem Schlag vom Halse halten:

Schaffen wir alle kirchlichen Feiertage ab! Dann braucht auch keiner mehr auf die möglicherweise vorhandenen, religösen Gefühle des anderen Rücksicht zu nehmen. Man kann Party machen wann und wo man will!

Hier in Norddeutschland, welches überwiegend evanglisch geprägt ist, würde das viele vielleicht gar nicht mal so sehr kratzen. Und mit ein bisschen ‘guten Willen’ seitens der 5 Landesregierungen – Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein – wäre die Umwandlung in normale Werktage sicher machbar.

Schließlich ist der Ostermontag ja genauso überflüssig wie der 2. Weihnachtsfeiertag! Oder nicht?

Anders sähe es im Rest der Republik aus, der – bis auf Berlin und Brandenburg – mehrheitlich katholisch geprägt ist. Hier wäre es mit der Kirche sicher nicht zu machen, den Charakter der Feiertage zu ändern. Sie würde sicher all ihren Einfluss geltend machen um zu verhindern, das man am Stand der Dinge herummanipuliert

Aber warum sollte man das dort auch? Schließlich sind diese Bundesländer uns Nordlichtern, was z. B. das Bruttosozialprodukt angeht, Meilenweit voraus. Zum anderen kennen wir es hier oben ja nicht anders, als das man uns die Feiertage klaut, während der Rest der Republik einen auf lau macht!

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4 Kommentare zu Warum nicht Ostern gleich ganz abschaffen?

  1. Ich finde, man sollte wenigstens einen christlich geprägten stillen Feiertag behalten. So viel Toleranz auch von Anhängern einer “Ich-will-nichts-als-Spaß-wann-und-wo-immer-möglich”-Gesellschaft muss man doch abverlangen dürfen.

    Bei uns hier in Menden hat der Karfreitag sogar eine ganz besondere Bedeutung mit traditionellen Kreuztrachten:
    http://mendenraum.wordpress.com/2012/04/05/karfreitags-kreuztrachten-uber-den-kapellenberg-eine-besondere-mendener-tradition/

    • Das Problem ist eben, das solange der einzelne einen Vorteil aus irgendwas – und sei es eben ein kirchlircher Feiertag – ziehen kann, gerne alles mitgenommen wird, was abgegriffen werden kann!

      Sobald es aber darum geht, auch das ‘negative’ – wobei ich nichts negatives daran entdecken kann, das man mal 12 Stunden keinen Bohay veranstalten darf, gibt es doch noch 360 andere Tage an denen das möglich ist – einer solchen Sache zu akzeptieren, ist das Verständnis aufgebraucht, und man fühlt sich ‘bevormundet’

      Man erwartet vom Staat, das er das Recht bestimmter Personengruppen schützt / schützen soll. Aber sobald man nicht zu einer solchen Personengruppe gehört, aber von den Auswirkungen des Schutzes in einer Form betroffen ist, die in den eigenen Augen nicht positiv ist, wird gejammert!

      Wenn man schon fordert, den Feiertag soweit aufzuweichen, das einem keine Beschränkungen mehr im Weg liegen, sollte man auch so konsequent sein, einen solchen Tag als ganz normalen Werktag zu begehen. Gleiches gilt für Heilige Drei Könige, Himmelfahrt, Pfingstmontag und den zweiten Weihnachtsfeiertag.

      Nur das würden die, die sich jetzt in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt sehen, sicher auch nicht akzeptieren wollen. Vermutlich würde man dann mit dem Argument kommen, das einem diese Tage dazu dienen, sich zu erholen!

  2. Horst Schulte // 8. April 2012 um 13:01 // Antworten

    Ich sehe es so, dass es ein großes Glück ist, dass sich solche Feiertage nicht aufgrund spontaner Eingebungen (z.B. der Piraten) mal ebenso wegschieben lassen. Andererseits ist es natürlich wahr, dass die Zahl derer, die sich aus religiösen Gründen etwas aus Karfreitag, Ostern oder anderen relig. Feiertagen etwas machen, immer kleiner wird. Insofern ist es schon eine Bevormundung einer großen Zahl von Menschen.

    Die genießen die Freizeit, wollen aber ansonsten mit den kulturellen und religiösen Hintergründen nichts weiter am Hut haben. Viele wissen ja nicht mal mehr, welche Bedeutung Karfreitag oder Ostern überhaupt haben. Aber das soll jeder halten wie er will.

    Nur – trotzdem bin ich froh, dass diese Dinge (jedenfalls aus heutiger Sicht) sich nicht so schnell ändern lassen. Und die Piraten werden hoffentlich so viele Stimmen nicht bekommen, dass sie Leuten wie mir dann ihrerseits vorschreiben können, wie sie zu leben haben. :-)
    Horst Schulte letzter Artikel auf dem eigenen Blog: Israel zensiert Günter Grass

    • Die Piraten werden mit der Zeit langsam aber sicher (wieder) auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt!

      Es ist immer ein Unterschied, ob Du ausserhalb eines Stadt-, Land- oder gar Bundesparlaments ohne Druck Deinen Phantasien und Träumereien nachhängen kannst, oder ob Du Dich gewissen Gepflogenheiten beugen musst!

      Ich erinnere da immer gerne an den Anfang der Grünen!

      Die haben auch Rumphantasiert und geträumt was sie so alles ändern werden, wenn sie in die Parlamente eingezogen sind. Dann sind dann aber pöh a pöh wieder ins Land der Realität zurückgeholt worden.

      Denn was ist aus deren Vorstellungen geworden? Selbst Kretschmann in Baden-Württemberg hat lernen müssen, das möchten und wollen nicht immer gleichzusetzen ist mit können!

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  1. Nicht spurlos

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