Stanislawski Entlassung bei 1899 Hoffenheim

Dietmar Hopp auf dem Weg vom Messias zum Buhmann?

1899 Hoffenheim schoss vor wenigen Jahren fast wie ein Phönix aus der Asche vom Status eines kleinen unterklassigen Fussball-Teams aus der Provinz in die Spähren der 1. Fussball-Bundesliga hinauf! Und das zum einen Dank eines zwar als Fussball-Professor betitelten aber nichts desto trotz als sehr Fachkundigen Trainer anerkannten Ralf Rangnick. Zum anderen Dank eines Milliardenschweren Mäzens namens Dietmar Hopp. Seines Zeichens Gründer der IT-Firma SAP

Man beobachtete Deutschlandweit mit Staunen, wie enthusiastisch man dort zu Werke ging. Zumal man es in den ersten 6 Monaten der Zugehörigkeit zum deutschen Fussball-Oberhaus zum Herbstmeister brachte, um in der Rückrunde auf den 7. Tabellenplatz ‘abzustürzen’.

Das der Verein mit Dietmar Hopp einen Finanzstarken Gönner im Hintergrund hat, gefiel und gefällt freilich nicht jedem Fussball-Freund. So das dieser mit vielen Schmähungen leben muss(te). Trotzdem hielt er unbeirrt an seiner Rolle für den Klub fest, wobei er sich mit der Zeit eigentlich immer mehr zurückziehen und sein Engagement für den Verein zurückschrauben wollte.

Für die Fans von 1899 Hoffenheim dürfte er bislang so etwas wie ein Messias gewesen sein. Doch ich zweifele ein wenig, ob er in den Augen der Fans diese Rolle noch lange innehat. Oder ob sich sein Standing nicht zum Buhmann wandelt.

Schließlich hat man nach der Pokalpleite gegen Greuther Fürth – die zudem auch Fussball spielen können – mit dem Rauswurf von Holger Stanislawski den zweiten Trainer innerhalb von nur 13 Monaten verschlissen. Da ist es auch nicht von Bedeutung, das Ralf Rangnick von selbst die Brocken hingeschmissen hat!

Und in beiden Fällen dürfte – nach allem was so an die Öffentlichkeit dringt – Mäzen Hopp nicht ganz unschuldig sein!

Verordnet er dem Klub aufgrund seines (geplant) sinkenden finanziellen Einsatzes doch zum einen eine Sparkur, erwartet aber andererseits am Ende der laufenden Saison vielleicht doch schon im Internationalen Fussballzirkus namens Europa League mitmischen zu können.

Natürlich hat Hoffenheim in den letzten Wochen – und auch schon vor der Winterpause – nicht gerade ansehnlichen und spaßmachenden Fussball zelebriert. Aber wer nur auf Spieler zurückgreift, die einzig und allein wegen des Geldes für den Klub spielen und nicht weil sie eine persönliche Verbindung zu ihm haben der sie womöglich Stolz macht dort spielen zu können, darf sich im Nachhinein nicht wirklich wundern das sie nur Dienst nach Vorschrift machen.

Klar, Dietmar Hopp ist nicht der Alleinschuldige an der Misere. Auch Holger Stanislawski und sein Trainer-Team haben die Aufgabe, dem Provinzklub – der Hoffenheim nach wie vor ist – Leben und so etwas wie Kult einzuhauchen wahrscheinlich unterschätzt. Was nicht heißt, das ich den Ex-Trainer des FC St. Pauli für einen schlechten Trainer halte.

Im Gegenteil: ‘Stani’ hat sicher nicht umsonst seinen Fussball-Lehrer als Lehrgangsbester bestanden. Desweiteren ist er für mich neben Jürgen Klopp vom Liga-Rivalen Borussia Dortmund so ziemlich die einzige ‘Type’, die in der ersten oder zweiten Bundesliga (noch) zu finden sind. Alle anderen gehören für mich mehr oder weniger zur Weichspüler-Fraktion der Trainer-Garde.

Nun soll es also Markus Babbel als Nachfolger Stanislawskis richten. Auch wenn ich ihn für einen sehr sympathischen, freundlichen, aber nichts desto trotz sehr fähigen Trainer halte, habe ich durchaus die Befürchtung das er nach seiner Entlassung bei Hertha BSC auch bei Hoffenheim seinen bis Juni 2014 laufenden Vertrag nicht wird erfüllen können oder dürfen.

Denn solange man bei Hoffenheim nach dem Minimal-Prinzip agiert, was nicht anderes bedeutet als mit möglichst wenig finaziellem Engagement möglichst in die Europa-League gelangen, wird man seine Ziele nicht erreichen. Warnendes Beispiel dürfte hier das Ausscheiden von Borussia Dortmund aus dem europäischen Fussball-Zirkus sein.

Mag es für die Bundesliga – auch Dank schwächelnder Bayern – noch zur Meisterschaft gereicht haben, für Europa respektive die Champions-League war und ist man nicht wirklich ausreichend gerüstet gewesen! Hier bedarf es – wie ich denke - zukünftig durchaus eines steigenden finanziellen Einsatzes.

Hopp muss – meiner Ansicht nach zumindest - also aufpassen, das er mit seiner jetzigen Handlungsweise im Ansehen der Fans nicht vom Messias zum Buhmann absinkt. Doch sollte sich am Bild, welches vor allem die Führungsetage des Klubs dieser Tage abgibt, nicht Grundlegend was ändern, ist das eigentlich vorprogrammiert!

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