Ja gehts denn noch?

Silvester geöffnet bis 18 h?

| 5 Kommentare

Zuletzt geändert oder ergänzt wurde er am: Donnerstag, 22.12.2011

Samstags ist der Tag des Kaufrausches für die meisten Menschen. Das weiß ich mindestens seit dem ich Ende der 1980er Jahre meine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel absolvierte! Auch wenn dieser Kaufrausch mehr im Bereich der Lebensmittel als im Bereich des Non-Food wie z. B. einem Baumarkt - wo diese meine Ausbildung stattfand - tobt!

Ganz schlimm wird es - dann allerdings auch in großen Bereichen des Non-Food-Sektors - bekanntlich in den Wochen vor Weihnachten. Da fragt man sich manchmal unwillkürlich wo all diese Menschen wohnen können, die einem plötzlich im Gedränge der Städte fast auf die Füße treten.

Dabei hat man sich ja mittlerweile an die - aus meiner Sicht - aberwitzigsten Öffnungszeiten vor allem der Lebensmittelmärkte gewöhnt. Sofern man sich denn wirklich daran gewöhnen kann, das irgendwelche Märkte bis abends um 23 h geöffnet haben.

Aber was ich heute bei Kaufland sah, zog mir sprichwörtlich die Schuhe aus! Da hing doch tatsächlich ein Schild, auf dem folgendes zu lesen war:

Öffnungszeiten:

24.12. 7:00 h - 14:00 h

31.12. 7:00 h - 18:00 h

Da stelle ich mir doch die Frage: Ja gehts denn noch, Silvester bis 18:00 h?

Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt: Wer - auch oder gerade erst recht - an Silvester um 14 h noch nicht alles eingekauft hat, was er (zum Feiern) braucht, wird es auch um 18 h nicht haben. Daher frage ich mich:

Wem fällt denn bitte schön so ein Schwachsinn ein?

Last-Minute-Einkaufende gibts egal bei welchem Ladenschluß

In der Tat gibt es Leute, die bis so spät noch einkaufen. Als da vor allem die wären, die in der Regel 5 Minuten vor Ladenschluß kommen und ihren Großeinkauf tätigen wollen. Und bei denen spielt es keine Rolle, ob das 12:, 13:, 16: oder 17:55 h ist.

Von daher haben die Fillialleiter und die Geschäftsführung der Tochter der Schwarz Unternehmensgruppe durchaus ein Argument auf ihrer Seite. Aber ein sehr schwaches wie ich finde.

Wer denkt bei diesen völlig irrsinnigen Öffnungszeiten (eigentlich) an die VerkäuferInnen, die durch den Stress in der (Vor)Weihnachtszeit eigentlich schon genug leisten als das sie dann noch dafür bestraft werden, auch Silvester noch bis in den späten Abend buckeln zu 'dürfen'.

Noch schlimmer aber - und auch das kenne ich aus Erfahrung - trifft es ja die Kassiererinnen. Denn den Stress, den diese Mädels - vor allem eben Samstags - haben, haben die 'normalen' VerkäuferInnen nicht Ansatzweise. Letztere können sich vor allem mal eben kurz zurückziehen, wenn's dann doch mal ein wenig heftig(er) wird oder wurde. Dann drückt es vielleicht als Ausrede ein paar Mal häufiger auf der Blase oder was auch immer.

Nur diese Ausflüchte kann eine Kassiererin doch glatt vergessen!

Und noch etwas wird bei Kassierern / Kassiererinnen gerne übersehen, wenn man als Kunde fünf vor Ladenschluß kommt und dann noch seinen (Groß)Einkauf tätigen will: Während die 'normalen' VerkäuferInnen nämlich ihren Kittel ausziehen, stempeln gehen, sich ins Auto setzen und weg sind, sitzt eine Frau von der Kasse mindestens noch eine Viertelstunde an ihrer Abrechnung. Und das auch nur, solange alles im Grünen Bereich ist. Fehlt in der Abrechnung auch nur ein Cent, kann's auch schon mal 'ein paar Minütchen' länger dauern!

Dann kann es im schlechtesten Falle also 19 h oder sogar noch später werden, bis eine Kassiererin auf dem Weg nach Hause ist.

Aber muss das ausgerechnet auch an Silvester so sein? Viele Silvesterfeten gehen um 20 h, spätestens aber gegen 21 h los. Das kann eine Verkäuferin, vor allem jedoch eine Kassiererin die bis abends 18 h gearbeitet hat, doch dann glatt vergessen, oder?

Die Geschäftsführung sonnt sich Silvester in der DomRep?

Und während also die VerkäuferInnen und vor allem die KassiererInnen angeschissen sind, und sie ihr Silvester - wahrscheinlich auch noch mit Urlaubssperre - quasi abhaken können, macht die Geschäftsführung in Neckarsulm sich einen Lenz und feiert womöglich noch im Urlaub in der DomRep!?!?

Wer also lässt sich einen solch groben Unfug einfallen? Macht sich die Branche damit nicht nur die Leute sondern auch den Nachwuchs kaputt?

Denn mal ernsthaft:

Mag heute noch irgendjemand wirklich freiwillig VerkäuferIn oder Kaufmann /-frau im Einzelhandel lernen, und das nicht nur um überhaupt eine Ausbildung zu haben - egal welche? Sondern um den Beruf auch länger auszuüben als nur die 2 oder 3 Jahre während der Ausbildung, wenn die 'tolle' Aussicht besteht Heiligabend und Silvester zukünftig vermutlich in den Wind schreiben zu können?

Schlechte Aussichten fürs Verkaufspersonal

Beim Kaufmann im Einzelhandel mag das vielleicht nicht so ins Gewicht fallen, da man mit dieser Ausbildung ja auch selber einen Laden aufmachen könnte. Aber als bloße(r) VerkäuferIn hat man doch die Arschkarte gezogen!

Wenn ich mal so in die Zukunft orakele, kann ich mir nämlich glatt auch vorstellen das wir es irgendwann wirklich mit amerikanischen Verhältnissen im Einzelhandelssektor zu tun haben werden. Und das heißt dann: rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Und das egal ob an Silvester, Ostern oder eben Weihnachten.

Wollen wir das wirklich? 

Autor: Marcus

Ich freue mich über Deinen Besuch auf meinem Blog! Wenn Dir der Artikel gefallen hat, teile ihn doch mit anderen und hinterlasse Deine Meinung oder kontakte mich per EMail!